Lange Schneidezähne durch Nahrungsumstellung

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Nergal, 24. Februar 2017.

  1. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Habe vor kurzem bei der britischen Sendung QI (Das Ding mit Stephen Fry) gehört dass der Mensch früher keine so langen Schneidezähne im Oberkiefer hatte sondern dass diese durch widerspenstiges Gemüse kleingehlaten wurden, und sie bei uns größtenteils wegen der NAhrungsumstellung deutlich länger sind und wir nun Überbiss haben.

    Weiß Jemand was sich da genau seit wann geändert hat?
    Fry hat das nebenbei erklrärt, ging nicht in die Tiefe, und wenn ich mit diesen Begriffen google kommt zu viel mit Kaninchen?

    Hat wer ne Idee dazu?
     
  2. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Das in früheren Zeiten die Abnutzung der Zähne viel stärker war als heute hab ich schon oft gelesen/gehört. Ob das Auswirkungen auf die Zahnstellung haben kann wage ich nicht zu beurteilen, aber zumindest junge Leute sollten eigentlich nicht so viel kürzere Zähne gehabt haben als die heute. In höherem Älter mag das dann anders gewesen sein. Nachwachsen (wie bei Nagetieren) taten die Zähne beim Menschen zumindest nie. ;)
     
  3. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ohne Überbiss wären es doch gar keine Schneidezähne. Schneiden bedeutet dass eine Klinge über die andere schert und nicht auf ihr aufliegt. Menschenaffen besitzen ebenfalls große Schneidezähne, mit dem großen Unterschied zum Menschengebiss, dass die Eckzähne eheblich länger als die Schneidezähne sind. Bei uns sind diese gleichlang. Deshalb fehlt bei uns die Affenlücke ,die das Gegenstück zu den Eckzähnen darstellt und in die diese hineinpassen.
    Dass die Abnutzung höher war als heute, halte ich für ziemlich unstrittig aber dass sie deshalb von Kindheit an anders gebaut gewesen sein sollen, finde ich nicht logisch. Eigentlich hätten sie sich dann eher beim heutigen Menschen von Natur aus zurückbilden müssen, wenn sie nicht mehr derart beansprucht werden. Die Eckzähne sind ja auch klein geworden, weil sie ihre Funtion verloren haben.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Galeotto, das ist ein Irrtum. Evolution passiert, sie reagiert nicht. Eine Mutation setzt sich eben durch oder auch nicht. Befördernd für ihre Durchsetzung ist, wenn sie einen Vorteil bietet, aber auch das muss nicht sein.
    Was den Abnutzungsgrad der Zähne angeht, so dürfte das in erheblichem Maße mit der Verunreinigung der Nahrung mit Sand, Schluff und Steinchen, insbesondere seit der Neolithisierung zusammenhängen.
     
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die Zahnabnutzung ist auch von Völkern ,die in Wüstegebieten leben verbürgt, da sie offenbar zu viel feinen Sand beim Essen mit aufnehmen. Besonders bei den alten Ägyptern sind stark abgeschliffene Zahnkronen auffällig. Das betrifft aber nicht nur die Schneide-sondern auch die Mahlzähne, die durch den Kauvorgang den schädigenden Einflüssen noch länger als diese ausgesetzt sind.
     
  6. Heine

    Heine Aktives Mitglied

    Es gibt die Theorie, dass sich der Überbiss bei Europäern erst seit 250 Jahren mit der allgemeinen Benutzung von Messer und Gabel und der damit verbundenen Schonung des (Unter-)Kiefers verbreitete.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Overbite
     

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