Literatur zu gut dokumentierten "Zwerg"höfen im 18.Jh.

Dieses Thema im Forum "Geschichtsmedien und Literatur" wurde erstellt von Brissotin, 13. November 2007.

  1. Mercy

    Mercy unvergessen

  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Danke. Dort wird ja auch Moser erwähnt, ich drucke es mir aus und antworte noch die Tage, wenn ich noch Fragen bezüglich dieser Quelle habe. Hast Du selber das gesamte Buch von Berns/Rahn oder ist Dir der Artikel dazu eher zufällig begegnet? (Das nenne ich schon einen stolzen Preis.)
     
  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Einen kleinen Hof, von der Anzahl der Personen, fand ich in Preußen.
    So gibt Thiébault für den Hof der Prinzessin Amalie(1723-1787), Äbtissin von Quedlinburg, an:
    1 Oberhofmeisterin (Frau von Maupertuis)
    2 Hofdamen
    1 Kammerherr
    2 Pagen
     
  4. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Hallo Brissotin,

    hat der genannte Friedrich Karl Moser was mit den Moser von Filsecks zu tun, die hier im Schwäbischen ansässig waren oder sind, wenn ich recht weiß.

    Einer von denen war Jurist und die Schrift von diesem Friedrich Karl Moser "Teutsches Recht" hört sich auch danach an.

    Gruß..
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Jawohl eine Baustelle: Friedrich Karl von Moser - Wikipedia
     
  6. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Hallo Brissotin,

    aber falsche Baustelle für mich, ich dachte, die hätten mit Schloß Filseck was zu tun, aber das war wohl falsch gedacht.

    Aber die Moser von Filseck muß es heute noch geben, oder zumindest bis ins 20. Jahrhundert und google gibt mir nur Deinen Friedrich Karl Moser aus dem 16. Jahrhundert preis....

    Wenn ich mehr Zeit habe, muß ich mal ein paar Worte eingeben :grübel:

    Gruß....
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Mein Moser stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sein Titel Freiherr Friedrich Karl von Moser-Filseck deutet doch auf das von Dir gesagte Schloss oder tue ich Dich gerade missverstehen.:confused:
    Im Wikipediaartikel, den ich verlinkte wird eben genau gesagt, dass "mein" Moser, ein Spross des alten württembergischen Adelsgeschlechts "Moser von Filseck" sei. Der ähnlich wie Friedrich Karl Moser berühmte Johann Jacob Moser (1701-1785) war der Vater von Friedrich Karl Moser. Ich denke mal Du meintest mit dem berühmten Juristen den Johann Jacob Moser von Filseck. Johann Jacob Moser - Wikipedia
    Grundsätzlich gingen die wissenschaftlichen Arbeiten von Vater und Sohn in die selbe Richtung.
     
  8. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

     
  9. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Übrigens, vielen Dank für den link, der ist hochinteressant.

    Es sieht so aus, als ob es seit Jahrhunderten eine Juristenfamilie ist, sogar mit Knasterfahrung.

    Vielleicht gehe ich nachher mal auf die Seite der Uni Tübingen.

    Gruß...
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Februar 2008
  10. Helma

    Helma Mitglied

    Klar gibt's die heute noch. :winke:

    Ich denke, die gehörten zur altwürttembergischen Ehrbarkeit, und zur Ehrbarkeit findest Du sicher jede Menge Literatur. Zur Zeit Herzog Carl Eugens umfasste die "Ehrbarkeit" wenig mehr als 30 Familien, die alle miteinander verbandelt, verwandt und verschwägert waren. Die Mosers (von Filseck) gehörten auch dazu, Johann Jacob wurde vom Herzog mal einige Jahre auf der Feste Hohentwiel eingesperrt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Februar 2008
  11. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Hallo Helma,

    vielen Dank, das glaube ich jetzt nicht, oder..... :rofl: :rofl:

    Ich habe es doch gewußt, aber jetzt bin ich still :still: , denn dies ist eigentlich OT, schließlich geht es um Zwerghöfe und das waren die Moser von Filsecks bei aller Liebe bestimmt nicht.


    Gruß....
     
  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    So arg OT ist es auch nicht. Hingen die Mosers nicht auch an irgendeinem Zwerghof? Ich denke mal von Friedrich Karl von Moser kann man das schon sagen. Er hatte ja enge Bande zu den hessischen Höfen, am Hof von Hessen-Darmstadt wurde er für seine Verdienste sogar Minister(!). Er sah also und das macht u.a. den hohen Wert seiner Bücher aus, die Höfe und Regierungsorgane von Innen.
    Hier gibt es einen eigenen alten Thread zu ihm: http://www.geschichtsforum.de/f72/friedrich-carl-moser-14211/
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Februar 2008
  13. Josephine

    Josephine Neues Mitglied


    Hallo Brissotin,

    ich weiß nicht, an welchem (Zwerg)hof dies gewesen sein soll. Ich denke mal, die Mosers gehörten zum Dienstadel, und der Friedrich Karl war ja auch tatsächlich Minister in Hessen-Darmstadt und konnte sich wohl Verdienste erwerben, aber ich habe mich bisher nicht sooooo genau mit ihm beschäftigt. Ich bin nur über den Namen, der mir bekannt war, gestolpert. Ich dachte, das seien so ganz unbedeutende schwäbische Landadlige.

    Gruß......
     
  14. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Ich mußte beim lesen meines Theads zu Räuberbanden an einen Hof denken, der eine ganz eigene Peuplierungspolitik verfolgte:

    An Karl Friedrich Reichsfreiherr von Hutten zu Stolzenberg. Der Baron erlaubte Gaunern und Banditen sich im Huttischen Grund niederzulassen, gegen stattliche Bezahlung versteht sich. Sein Amtmann Kees bat internationale Ganovenprominenz heftig zur Kasse. Die Preise variierten nach der Zahlungsfähigkeit und wie stark nach einem Banditen gefahndet wurde. Als schließlich die Zahl der Banditen in Eckardroth, Romsthal und Kerbersdorf allzu groß geworden war, und sich vor allem der Landgraf von Hessen- Kassel immer lautstärker beschwerte, wurde Kees abgesetzt und nach Gelnhausen versetzt. Sein Nachfolger Rüllmann gab sich zwar anfangs Mühe, nach außen als streng zu erscheinen und beteiligte sich an Razzien, bei denen einige prominente Banditen verhaftet wurden. Wie aber der Räuber Claus Harting wußte, verfiel auch Rüllmann bald auf eine ähnliche Art des Erwerbs, von dem zweifellos am Ende ein Löwenanteil in der Kasse des Reichsfreiherrn von Hutten, dem Urenkel des Humanisten verblieb. Harting, genannt "Brabanter Claus" erzählte, dass er mit seinem Bruder, Brabanter Georg mitten im Dorf romsthal seine Pistolen ausprobiert habe, was aber der Baraon einfach ignorierte.

    Übrigens waren solche Banditennester wie Eckardroth, Romsthal und andere meist die friedlichsten im ganzen reich, denn am eigenen wohnort wurden die Räuber niemals aktiv.
     
  15. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Hallo Scorpio,

    der Landgraf von Hessen-Kassel war halt geschäftstüchtig.
    Bei Räuberbanden muß ich immer an den Schiller denken :red: leider.

    Ich kenne leider nur einen Herrn von Hutten, und zwar den, der im Jahre 1517 von unserem Herzog Ulrich von Württemberg um die Ecke gebracht wurde. Leider weiß ich nicht mehr warum.

    Gruß...
     
  16. Helma

    Helma Mitglied

    Weil Hutten Ulrich's Geliebte Ursula geheiratet und etwas dagegen hatte, dass die Ulrich und Ursula ihr Verhältnis fortsetzten. Daraufhin hat Ulrich den Ritter Hans im Wald bei Böblingen erschlagen.
     
  17. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich denke meinerseits, dass der Hof in Darmstadt schon recht mickrig, also ein Zwerghof war. Aber ich muss dazu mal eine Darmstädter Bekannte befragen. Die Prinzessin von Hessen-Darmstadt, die zu König Friedrich II. Zeiten nach Preußen kam, wurde zumindest für ihre beschränkte Garderobe und schlechte finanzielle Ausstattung allgemein bedauert, wie ihre Anmut und persönlichen Vorzüge des Charakters gelobt wurden.
     
  18. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Wieso leider? Dein Landsmann verstand sehr viel von Psychologie, und bei seinem "Verbrecher aus verlorener Ehre" hat er sich auf einen wirklich historischen Banditen, den Gastwirtsohn Friedrich Schwan, genannt "Sonnenwirtle" konzentriert. Er konnte dabei auf Erkenntnisse aus erster Hand zurückblicken, denn sein Lehrer an der Karlsschule Abel war der Sohn des Amtmanns, der "Sonnenwirtle" schließlich festnahm. Manche Kriminalisten empfanden durchaus Sympathie für ihre Gefangenen. Abel setzte sich für eine milde Strafe ein, und "Sonnenwirtle" hatte angeboten, sich selbst zu stellen, wenn "man ihm ein kleines Ämtgen verschaffen wollte". Einem anderen Banditen, dem Konstanzer Hans wurde tatsächlich Pardon gewährt, doch lehnte er einen Job als Hatschier ab, weil er sich die nötige Härte nicht mehr zutraute. Der Konstanzer Hans starb schließlich im Armenhaus von Ludwigsburg.

    Das prominente Gauner Unterschlupf im Polizeidienst fanden, war nicht ungewöhnlich. Ein bekannter Räuber, der Zigeuner Anthoine la Grave, alias der "Große Galantho" fand einige Jahre Anstellung als Landliuetenant in kurmainzischen Diensten, ehe er enttarnt und in Darmstadt exekutiert wurde.
     
  19. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Hallo Scorpio,

    das "leider" war eher rhetorisch gemeint, weil die Räuber ja etwas OT sind, denn ich habe durchaus ein Faible für die Räuber. Überrascht hat mich jetzt etwas, dass die historische Vorlage der Ebersbacher Sonnenwirtsohn war, das habe ich bisher nicht gewußt. Wie klein die Welt doch ist.

    Und übrigens, der hessische Landgraf war geschäftstüchtig, unsere württembergischen Kriminalisten und Amtmänner hatten halt Herz, genauso wie unsere Herzöge, die Carlsschule war doch die Stiftung von einem unserer Herzöge, ich meine von dem Carl Eugen.

    Gruß...
     
  20. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Moser hat eine ganz überragende Bedeutung für Württemberg, (die "Knast-Erfahrung" hat er vom Hohentwiel, wo ihn Carl-Eugen 6lange Jahre einsperren ließ)
    was aber hier ja keine Rolle spielt.

    Moser wurde bereits mit 19 Jahren Professor in Tübingen, hatte diverse Ämter in Württ. inne, war unter anderem als württ. Regierungsrat in Wien, keine 22 Jahre alt.
    Dann wurde er Professor in Frankfurt/Oder, wo er nach einem Streit mit dem "Soldatenkönig", er hätte zur Belustigung des Hofes mit einem Narren diskutieren sollen, ging.
    Zwischen seiner Professur in Frankfurt/Oder und seiner Tätigkeit als Landschaftskonsulent in Württ. war er knapp 10 Jahre am Hof des Fürsten Reuß in Ebersdorf/Thüringen, wo er aber wohl kein Amt hatte, er lebte als Wissenschaftler. Kurz folgte eine Anstellung in Hessen-Homburgischen Diensten und anschließend war er mit der Einrichtung einer Staats- und Kanzlei-Akademie in Hanau beauftragt.

    also müssten Deine Suchpunkte Ebersdorf, Homburg und Hanau sein.
     

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