Lohnkämpfer in Gerichtskämpfen

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von barcas, 19. Oktober 2016.

  1. barcas

    barcas Gast

    Hallo liebes forum

    Ich hätte noch eine interresensfrage.

    Was genau war ein lohnkämpfer?
    Ich meine gab es fahrende lohnkämpfer die von gerichtskampf zu gerichtskampf Reisten und nur dadurch ihren Lebensunterhalt verdienten?

    Auß welcher gesellschaftlichen Schicht stammten diese Männer?
    Welche Ausrüstung könnten sie getragen haben?

    Danke für die antworten
    ich hab schon eine frage mit einem anderen Thema gestellt.

    Mich würde noch dieses Thema interresieren
    Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen

    Danke danke
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Wortherkünfte der Begriffe Söldner und Soldat sind vom Sold abgeleitet, wobei im Deutschen heute unterschieden wird zwischen regulären Streitkräften eines Staates (Soldaten) und Leuten, die sich verschiedenen zahlenden Kriegsherren anbieten (Söldner). Daher ist Söldner auch stärker negativ konnotiert als Soldat, wo die positive/negative Konnotation vom politischen Standpunkt abhängt.

    Im Mittelalter, also in der Zeit vor dem inquisitorischen Verfahren, teilweise noch parallel dazu (Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen), wo als Gottesurteil vor allem Adelige die Möglichkeit hatten, einen Gerichtskampf auszufechten oder auch ausfechten zu lassen, gab es tatsächlich vereinzelte Kämpfer, die anstelle der Gerichtspartei in die Schranken traten.
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

  4. Armer Konrad

    Armer Konrad Aktives Mitglied

    Die Aufgabe der gesellschaftlich verachteten, berufsmässigen Zweikämpfer bestand darin, sich als Stellvertreter in einem Gottesurteil, welches in Folge eines Prozessverfahrens, bei dem die Schuldfrage nicht geklärt werden konnte, anberufen wurde, für diejenige Partei zur Verfügung zu stellen, die aus irgendwelchen Gründen nicht selber kämpfen konnte. Vor allem Frauen konnten sich bei gerichtlichen Zweikämpfen von einem Berufskämpfer vertreten lassen. Vom Mittel des Zweikampfs in der Form eines Gottesurteils wurden in aller Regel imm dann Gebrauch gemacht, wenn beim Vorwurf schwerer Vergehen die Rechtslage undurchsichtig war und sich nicht durch Zeugen aufklären liess oder wenn unter Eid Aussage gegen Aussage stand.

    Im Jahr 1288 kam es in Bern zu einem gerichtlichen Zweikampf zwischen einem Mann und einer Frau, die auf ihr Recht verzichtete, sich von einem Berufskämpfer vertreten zu lassen. Das Gottesurteil endete ziemlich spektakulär, indem der Mann wieder Erwarten von der Frau besiegt und erschlagen wurde. Über den Anlass des Gottesurteils ist leider nichts bekannt.

    Der Beruf des Kämpfers ist mit dem allmählichen Verschwinden des gerichtlichen Zweikampfs im Verlauf des Mittelalters zwangsläufig ausgestorben.
     
  5. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    :D Dazu gleich noch die Illustration.(Ob die Frau für den Kampf tatsächlich so gekleidet war, sei dahingestellt…)
     

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