Lohnt es sich ein Fachbuch zu schreiben

Dieses Thema im Forum "Geschichtsmedien und Literatur" wurde erstellt von wowhebo, 13. Juni 2006.

  1. wowhebo

    wowhebo Neues Mitglied

    Ich würde gerne jetzt oder Später, ein Fachbuch schreiben über die Weimarer Republik, lohnt sich dies heutzutage noch? Weil man muss ja erstmal von einem Verlag veröffentlich werden. Oder wäre es besser einen Roman mit Hystorischem Hintergrund zu schreiben?

    Oder lohnt sich überhaupt Geschichte studieren (Bachelor dann Master) noch?

    Wie gesagt ich möchte entweder Bücher schreiben, (Proffessor), oder eben halt bei Dokumentarfilmen mitarbeiten (Z.B. im ZDF, ich weiss deren Filme sind ein wneig umstritten, aber es sind halt Laien das macht der Guido Knopp schon ganz gut).

    Ich weiss natürlich man macht sich zuerst mal karteikarten sammelt alles und dann schreibt man Probe Kapitel......

    Freue mich auf Antworten :)
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Hallo wowhebo! Der Markt quillt über von Autoren, die bei Verlagen Manuskripte von historischen Werken einreichen – seien es Sachbücher, wissenschaftliche Werke oder Romane.

    Ich bin selbst Verlagslektor und kann dir versichern, dass es außerordentlich schwer ist, bei einen Verlag ein Buch herauszubringen. Das liegt daran, dass die meisten Verlage eine feste Programmplanung haben und meist selbst auf bekannte Autoren zugehen, um Programmlücken zu schließen. Das Buch muss also in diese Planung passen, es muss einen voraussichtlich größeren Leserkreis interessieren und einen kommerziellen Erfolg versprechen. Nur wenn diese Komponenten zusammenkommen, gibt es Aussicht auf Erfolg.

    Im allgemeinen ist es wenig hilfreich, unverlangte Manuskripte einzusenden. Besser ist es, einen Literaturagenten zu interessieren, der die Fäden zu Verlagen knüpft.

    Finanziell lukrativ ist die Publikation eines Fachbuchs in der Regel nicht. Die Auflagen wissenschaftlich ausgerichteter Werke sind klein – meist nur wenige tausend – sodass für den Autor bei den marktüblichen Honoraren nicht viel übrig bleibt. Anders sieht es natürlich bei Romanen aus, sofern man das Glück hat, einen Bestseller oder zumindest erfolgreichen Titel zu landen. Aber die Chancen dafür sind zumindest ungewiss.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2006
  3. wowhebo

    wowhebo Neues Mitglied

    Vielen Dank :)

    Und wie sieht es mit einem Studium aus ?

    Und wie findet man am besten solche Lücken?
    :)
     
  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ob sich ein Geschichtsstudium "lohnt", kann ich dir nicht sagen und ich halte die Frage auch für falsch gestellt. Am wichtigsten ist, dass du dich für Geschichte interessierst, und aus diesem Grunde bereit bist, ein Studium aufzunehmen. Erst kommt also die uneingeschränkte Motivation, das andere findet sich von selbst.

    Lücken iim Verlagsprogramm erforschst du am besten, indem du Kontakt zur Verlagsredaktion aufnimmst und versuchst, jemand für dein Buchprojekt zu interessieren.
     
  5. Rovere

    Rovere Premiummitglied

  6. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    öh ... der Knopp ist KEIN Laie. Er hat Geschichte, Politik und Publizistik studiert.
     
  7. derLiterat

    derLiterat Neues Mitglied

    Bücher kann man schreiben so viele man will (Fachbuch, Belletristik), geht es jedoch ans Verlegen, beginnt die Sache den Spaß zu rauben. Von Dutzenden Manuskripten, die man unverlangt an einen Verlag der Wahl versendet, erhält man dann in gehörigem Zeitabstand immer die gleiche Antwort: "Man passe nicht in das Verlagsprogramm!".
    In der Tat kommt es einem 6er-Lottogewin gleich (nicht vom Geld, sondern vom Zufall), dass ein großer Verlag ein unverlangtes Manusskript überhaupt liest und einen Verlagsvertrag anbietet.
    Was dem Autor oder Schriftsteller sonst übrig bleibt, ist der Versuch bei einem kleinen Verlag unterzukommen. Da geht die Sache aber bereits ans eigene Geld bevor man überhaupt das gedruckte Resultat in den Händen hält. In der Regel wird der Verkauf der 1. Auflage nicht ausreichen, die eigenen Kosten zu refinanzieren. Was dann? Gute Frage - habe keine Antwort.
     
  8. wowhebo

    wowhebo Neues Mitglied

    Habe nie gesagt er wäre Laie :)

    Nur seine Sendungen sidn in den Schulen belibet zb. 100 Jahre :)

    Und manche Forscher meinen man würde nicvht die Hintergründe erfahren etc..

    Danke für die Hilfe :)
     
  9. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Hm, dann fehlt in diesem Satz hier wohl etwas:

     
  10. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Hallo wowhebo

    Über die Buchverlage hast du ja jetzt schon einiges gehört.

    Nun zum Fachbuch schreiben. Wie stellst du dir denn das vor? Ein paar, ich zitiere von dir, "Karteikarten sammeln und dann ein Kapitel schreiben", das genügt wohl nicht. Woher hast du dein Wissen welches du auf die Karten schreibst? Aus der Sekundärliteratur nehme ich mal an. Tja für ein Fachbuch reicht dieses Wissen nicht. Da musst du schon Quellenstudien betreiben und da hilft es wenn du zuerst Geschichte studierst. Da erlernst du dieses Handwerk von Grund auf. Und im Studium schreibst du sehr viele Arbeiten, da kannst du dann so richtig üben und später dann mal ein Buch schreiben.

    Es gibt viele Fachbücher auf dem Markt, aber nicht viele gute Fachbücher. Wie schon gesagt schreiben kann jeder, aber wenn das Buch auf haltlosen Thesen aufgebaut ist, werden es nicht sehr viele kaufen.
     
  11. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Eine Idee wäre allerdings, ein Fachbuch für junge Leser zu schreiben ... ich kenne persönlich für den Bereich der Weimarer Republik wenige für diese Zielgruppe (mit Griechen Ägyptern, Römern, Indianern und Rittern sieht's da anders aus).
     
  12. Marcia

    Marcia Aktives Mitglied

    Wenn du Geschichte studierst, dürften deine Chancen, ein Fach- oder Sachbuch zu einem historischen Thema zu veröffentlichen, höher sein, als wenn du es ohne die entsprechenden Kenntnisse versuchst. ;) In allem anderen schließe ich mich dem, was schon geschrieben wurde, an. Wie schwierig es ist, ein Buch zu veröffentlichen, sieht man schon daran, dass sich mittlerweile einige Ratgeberautoren genau diesem Thema (offensichtlich ganz erfolgreich) verschrieben haben. Und an den vielen sogenannten Zuschussverlagen, die immer wieder ihre „Opfer“ finden.
    Eine fundierte Bildung ist, denke ich, eine gute Grundlage für verschiedene Ziele. (Das sagt eine, die genau das sträflich vernachlässigt hat.:rotwerd: ) Und wer weiß ... ich will dich jedenfalls nicht völlig entmutigen. Ich habe schon etliche Hobbyautoren kennen gelernt, die was können, die kleine Brötchen backen und damit auch ganz glücklich sind. Kann dir leider kein wirklich gutes Literaturforum empfehlen :poeh: , hier findest du vielleicht ein paar Themen, die dich interessieren:
    http://www.literaturcafe.de
    Schau mal ins Forum unter „Rat und Tat“ (und lass dich von einigen ... :still: Kommentaren dort nicht frustrieren.)
     
  13. Herold

    Herold Neues Mitglied

    Klar lohnt es sich, ein Fachbuch zu schreiben. Wenn du interessante Thesen vertreten kannst, wenn du intelligente Fragestellungen aufwirfst, wenn du die wissenschaftliche oder auch die populärwissenschaftliche Diskussion beleben kannst, dann lohnt es sich ganz sicher, ein Fachbuch zu schreiben. Der Lohn liegt hierbei aber in der Teilnahme am wissenschaftlichen Diskurs, in der Bekanntmachung seines Namens, vielleicht auch in der eigenen Befriedigung, Neues und Wissenswertes herausgefunden und mit alten fehlerhaften Thesen abgerechnet zu haben. Meinst du das "lohnen" im finanziellen Sinne, dann ist die Antwort ganz klar: Nein, es lohnt sich nicht. Zumeist kannst du froh sein, nicht noch draufzahlen zu müssen und ein paar Freiexemplare zu bekommen. (Und darfst dich dann schon freuen, einen guten Deal gemacht zu haben.) Zumindest wenn du ganz am Anfang der Karriere stehst.

    Wie schon mehrfach gesagt, kein Verlag stürzt sich auf Jungautoren ohne Reputation - du kannst froh sein, wenn es irgendwo Lücken gibt, in die man mit seinem Thema hineinrutschen kann (und die gibt es durchaus!). Neben deinen eigenen fachlichen Fähigkeiten spielen hier aber auch Kontakte eine wichtige Rolle. Wenn du nur im stillen Kämmerlein gehockt hast und an deiner Arbeit gesessen hast, ist das nicht unbedingt ein Erfolgsmodell. Du brauchst Leute, die dich zumindest ein bißchen protegieren und dich im Fall der Fälle auch mal empfehlen können. Ein Verlag steckt Geld in dich hinein und er will natürlich eine Dividende sehen - bist du ein No-Name, geht er das Risiko natürlich nicht ein.

    Der übliche Weg zur wissenschaftlichen Publikation läuft über das Studium und zumeist auch nur über die Promotion. Magisterarbeit, Dissertation und Habilitation sind sogenannte Qualifikationsarbeiten, d.h. selbst diese Dinger, die mehrere Jahre Arbeit verschlingen, sind nur der Schlüssel auf dem Weg zur Befähigung, wissenschaftlich arbeiten zu können (obwohl sie selber natürlich bereits Teil des fachwissenschaftlichen Diskurses sind). Und wenn du dann im wissenschaftlichen Bereich einen Job gefunden hast (das muss nicht allein die Uni sein, das Spektrum ist viel breiter - ehrlich gesagt ist die Uni ein ziemliches Haifischbecken und das wird in den nächsten Jahren eher noch schlimmer), dann gehört es zumeist zu deinen Aufgaben, bisweilen etwas zu publizieren. Vielleicht keine ganzen Bücher, aber Aufsätze und Beiträge verschiedenster Art o.ä. Aber nur sehr wenige haben das Glück, sich allein dem Verfassen von Büchern zu widmen, vielmehr ist das nur ein Teil der Tätigkeiten, die man immer ein wenig zurückdrängen muss, um sich seiner eigenen Forschung zu widmen. "Publish or perish" mag da als Sinnspruch aus dem angelsächsischen Raum genannt werden.

    Aber wenn du eine gute Idee hast, nennenswerte Thesen oder gar den durchschlagenden Beweis, warum die Geschichte Weimars neu geschrieben werden muss - nur zu, schreib es und geh damit hausieren! Ablehnen können sie es immer noch. Aber fairerweise sollte man sagen, dass ohne ein abgeschlossenes Studium kaum etwas in dieser Richtung geht.
     
  14. wowhebo

    wowhebo Neues Mitglied

    Zuschussverläge sind betrüger die kassieren ab udn meistens findet man nirgends sein eigendes Buch :)

    Leider fallen auch oft ältere Menschen auf solche Verlage herein...

    PS:

    Bin nun erstmal 2 jahre in England und werde mir dort auchnochmal die andere Seite angucken, und deren Literatur lesen, bin in der Nähe von Colchester deren Bibliothek soll gut sein ansonsten kann ich in den Halfterm Holidays auchmal nach London fahren und dort mich durcharbeiten :)

    Freue mich riesieg :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2006
  15. wowhebo

    wowhebo Neues Mitglied

    Das mit den laien bezog sich auf das Publikum die Zuhörer haben ja meistens keine gute Geschichtbildung :)

    Guido Knopp hat Journalismus und Geschichte studiert, und arbeitet auch als Professor bei einer privaten Uni :)

    PS:

    Lese auch viele Quellen, zb. Gesetze etc. (zb. Documentarchiv)
    Sowie Bibliotheken besuche ich regelmässig hier in Bonn ....

    Das prob bei Sekunderliteratur ist das diese manchmal die Tatsachen verzerren und man so auch eventuell eine Interpretation mitnimmt die nicht stimmen muss .....

    PS:

    da ich nur Englisch gut kann als Fremdsprache (gehe auch dorthin), wird es schwer in Deutschland neuere oder neueste Geschichte zu studieren oder?
    Aber in England ginge dies doch eigentlich oder braucht man da auch noch Fremdsprachen ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2006
  16. Arne

    Arne Premiummitglied

    Für mich stellt sich das Problem mit "einem Fachbuch schreiben" dergestalt, daß man Material dazu braucht. Wie Ursi schon richtig bemerkte, ist es nicht damit getan, alten Stoff zusammen zu mixen und unter neuem Titel rauszubringen. Ja, okay, manche machen das - sogar finanziell erfolgreich. Sie schreiben einen reisserischen Titel auf den Einband oder nutzen ein spezielles "Jubiläumsjahr". Geschickte Autoren schaffen es auch Altbekanntes in neuem Gewand interessant darzustellen, das nötigt zumindest Respekt ab.

    Meistens braucht man aber leider sehr viel Mühe, Zeit und auch mal Glück, etwas wirklich interessantes und neues zu entdecken. Das ist dann oft eine klitzekleine Information, die bisher unbekannt war. Daraus dann ein ganzes Buch zu stricken, erscheint mir persönlich unmöglich - es wird höchstens ein drei Seiten Artikel daraus. Andere können das allerdings...:still:
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du bist ja "erst" 15, also mach Dir wg. der Sprachen nicht in die Hose. Du solltest in D allerdings Latein können (wobei können hier wirklich relativ ist) und eine zweite moderne, europäische Fremdsprache außer Englisch. Wie das in GB ist, weiß ich natürlich nicht, aber Latein ist wirklich sinnvoll, vor allem dann, wenn Du Dich vielleicht doch Richtung für Antike oder Mittelalter orientierst, oder wenn Du frühneuzeitliche Rechtstexte, philosophische Diskurse (die Humanisten) etc. liest.
    Mir würde sich an Deiner Stelle allerdings die Frage stellen, ob es wirklich sinnvoll ist, als Deutscher in England Deutsch als Fremdsprache zu lernen. Nimm doch Französisch: das ist die an deutschen Hochschulen meist geforderte bzw. am liebsten gesehene zweite, moderne, europäische Fremdsprache und, da Du Dich, unterstelle ich einfach mal, bald mehr als bisher auf die englische Geschichte spezialisieren wirst, ist es vielleicht ganz sinnvoll auch Französisch zu können.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2006
  18. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Bei Quellen meinte ich eigentlich die Originalquellen nicht solche die auf dem Netz stehen und abgeschrieben wurden. Also wirkliche Archivarbeit. Hier musst du dann in verschiedene Archive und es hilft dann auch wenn man die alte Schrift (nicht Latein oder so, sondern das alte Schriftbild) lesen und verstehen kann.
     
  19. wowhebo

    wowhebo Neues Mitglied

    Das kann ich inzwischen, habe zu Hause viele Bücher mit dieser Schrift ein paar wosich als Lesezeichen Kalenderblätter von 1942-45 finden, richtig interessant was man machen sollte also Krautgemixe...

    Ich mache Deutsch, weil ich in England nun nur noch eine Sprache weiterführen kann, sprich Französisch hätten die anderen schon 3 oder 4 jahre und dies aufzuholen zu schwer, daher mache ich Englisch und Deutsch damit ich hier studieren darf, es ist halt ein Sport College (Nähe von Colchester, älteste Englische Stadt), das mit der modernen Fremdsprache ist klar obwohl ich sowieso die neuere oder neueste Geschichte bevorzuge, und diesesn Schein auch an der Uni machen könnte...

    Weis aber einer von euch wie das in Great Britain ist, und ob man mit geschichtstudium leicht eine Stelle findet oder eher als Geologe oder Geophysiker?

    :D

    PS:

    Wo gibt es Archive in Bonn die kostenlos sind diese ganzen Bundesarchive (Koblenz etc.) verlangen ja Gebühren etc..

    Und ob wer von euch auch gute Archive/Bibliotheken in GB kennt?

    Und danke für die zahlreichen Antworten.....

    Klar werde ich nun auch sehr viel Englische geschichte machen aber kommt auch sehr viel die Zeit von 1930-45 vor nur aus einer anderen Sicht weise, die Franzosen mögen ja Deutsche immer noch manchmal nicht so sehr :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2006
  20. hyokkose

    hyokkose Gast

    Ich glaube, Ursi meint keine gedruckten Bücher, sondern handschriftliche Quellen. Also so etwas:

    http://www.geschichtsforum.de/showthread.php?t=11296

    Bis sich die Schreibmaschine allgemein durchsetzte (das war erst im 20. Jahrhundert), wurden ja alle Briefe, Akten und Urkunden handgeschrieben.
     

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