Megabauten der Mayas und Inkas

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von roycar, 1. Februar 2010.

  1. roycar

    roycar Neues Mitglied

    Hallo!
    Bin neu im Forum und hätte eine gute Frage zu den Pyramiden und anderen Steinbauten mittelamerikanischer Kulturen.
    Diese Völker verwendeten als härtestes Material für Waffen und Werkzeuge, vorwiegend Obsidian, manche Völker bereits Bronze.
    Felsen aus Granit (Kalk und Sandstein wäre schon längst verwittert) kann man aber mit diesen weichen (Bronze) und spröden (Obsidian ist verglaster Vulkanstein) nicht in dieser Präzision und diesem Umfang bearbeiten.
    In Europa war die Entdeckung des Eisens ein Meilenstein, antke Heere die es verwendeten waren denen mit Bronze weitgehend überlegen.
    Gibt es zufriedenstellende Antworten darauf?
    Danke:grübel:
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Bei den mesoamerikanischen Pyramiden ist es ja keineswegs so (abgesehen von den Hieroglyphensteinen und anderen Ornamenten) dass hier die Steine perfekt zugearbeitet wären. Beindruckend ist hier die Architektur insgesamt. bei den Bauten der Inka beeindruckt die perfekte Anpassung der Steine aneinander, die keinen Mörtel nicht brauchen, ja wo auch kein Mörtel in die Fugen mehr passt. Ich bin kein Handwerker, würde aber behaupten wollen, dass man diese perfekte Passung schlicht durch Schleifen erreichen kann, so wie auch Mahlsteine immer glatt geschliffen sind oder Treppenstufen ausgetreten werden.
     
  3. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    Göbekli Tepe oder die Mauer von Jericho wurden auch vor der Bronzezeit errichtet, wie die Maya, Azteken ud ihre Vorgänger. Das größte Problem dabei ist, Stein mit weicheren Materialien wie Eisen zu bearbeiten, das die Werkzeuge schneller verschleißen.
     
  4. roycar

    roycar Neues Mitglied

    Megabauten

    Danke für Dein Statement, aber um Treppenstufen auszutreten die aus Granit sind bedarf es Jahrtausende, und um etwas so hartes wie Granit zu schleifen benötigt man ein Material das noch härter ist. Bis heute bleiben uns Archäologen und Wissenschaftler eine Antwort schuldig, erst recht bei den Überresten der Anlagen von Puma Punku, wo es glattgeschliffene Steinblöcke von 90m Länge gibt, 900 Tonnen schwer und das in fast 4000m Höhe.
    :S:S
     
  5. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Der Verschleiß der Werkzeuge ist kein Problem, so lange in ausreichender Zahl weitere nachgefertigt werden. Das Zauberwort ist Logistik, wenn die funktioniert, kann man Berge versetzen, auch mit scheinbar primitiven Werkzeugen.
     
  6. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ein Material kann man mit dem selben schleifen, das muss nicht härter sein.
    Macht man mit Diamanten auch so.
    Die Vorfahren hatten eines, was uns abging, die Zeit.
    Da hätte ich Monate für einen Stein gebraucht, war da egal.

    Da hat der El schon Recht.
     
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  7. roycar

    roycar Neues Mitglied


    Mag sein, doch muß man bedenken, daß beim Bau solcher großen Tempelanlagen wie bei den Mayas oder Azteken oft Steine verwendet wurden die zig Tonnen wogen, die transportiert, behauen, aufgerichtet, aufgetürmt werden mußten. Nebenbei mußten auch noch Wohnhäuser gebaut, Kleidung erzeugt, Nahrungsmittel hergestellt, Kriege geführt werden. Sklaven wie bei den Ägyptern gab es nicht - feindliche Gefangene wurden in der Regel mit Respekt behandelt - bevor man sie opferte. Blieb also gar nicht soviel Zeit zum Schleifen, probier mal mit einem ungehärteten Meißel nur ein paar Scharten in Granit zu schlagen, aber die Mayas hatten nicht einmal Bronze sondern nur Obsidian, mir dem man kaum Granit bearbeiten kann. Viele Fragen aber kaum zufriedenstellende Antworten.
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Aber selbstverständlich gab es auch Sklaven. Das aztekische Wort für Sklave lautet tlacotli.

    Im Übrigen waren diejenigen, welche die ägyptischen Pyramiden bauten keine Sklaven sondern freie Bauern.
     
  9. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Die hatten eh lange Weile bis zur Nilschwemme.
     
  10. querdenkerSZ2

    querdenkerSZ2 Aktives Mitglied

    Es wurden später doch noch viel grössere Brocken bewegt der grösste Obelisk der fertiggestellt wurde hatte so 1.000 Tonnen und der allergrösste ca. 2.000 Tonnen zerbrach während der Herstellung und wurde nie fertig gestellt .
    Zugegeben das war in der Spätphase Ägyptens unter den Ptolemäern , aber auch die kannten keine Hydraulikkräne und konnten auch keine Tieflader bauen die ein solches Gewicht bewegten .
     
  11. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    Obsidian das siehst du ganz richtig taugt nicht zur Bearbeitung von z.B. Granit, Bronze aber ganz sicher auch nicht das sie viel zu weich ist, selbst Eisenwerkzeuge sind nur m.E. zur Bearbeitung sehr harter Gesteine nutzbar.
    Die Maya werden wohl Granit mit Granitwerkzeugen bearbeitet haben, oder falls vorhanden mit einem noch härterem Gestein.
     
  12. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Euch mal auf einer einsamen Insel sehen, wie ihr vergeblich versucht, Feuer zu machen, das wäre ein Spass.

    Vor über 4 000 Jahren waren Menschen auch kreativ, oder denkt ihr, ihr habt die Weissheit mit Löffeln gegessen?
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Es gibt ja verschiedene "primitive" Arten, Steine zu sprengen. Da wäre z.B. die Thermoschockmethode, die besonders gerne bei harten Steinen wie Granit oder Magneteisenstein angewendet wird: der Stein wird zunächst mit Feuer erhitzt und dann durch kaltes Wasser schockgekühlt. Eine andere "primitive" Art, Stein zu sprengen ist die mit Holzkeilen und Wasser: Man treibt Holzkeile in den Stein und begießt sie solange mit Wasser, bis sie aufquellen und den Stein auf diese Weise sprengen.
     
  14. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi zäme

    Diese Methode klappt nicht! Ich habe das früher schon mal vorgerechnet, dass eine solche "Frostsprengung" unmöglich ist...
    siehe hier



    Gruss Pelzer


    .
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2010
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    In Machu Picchu hat man ein provisorisches Gebäude (direkt am Steinbruch) mit Hematithämmern gefunden.

    Vielleicht wussten das die Inka und ihre Nachfahren auf der Insel Taquile bis heute nicht und haben es deshalb gemacht bzw. machen es (auf Taquile) noch?
     
  16. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Hallo

    Man kan auch Granit mit Kupfer bearbeiten, wie es die alten Ägypter machten, Nachteil, du mußt genug Kupferwerkzeuge, Arbeiter und Zeit haben. Aber davon hatten die Ägypter zur Zeit der Pyramiden genug, wie Funden vion Öfern ,etc. gezeigt haben. Es gibt genug Möglichkiten sehr hartenb Stein zuz brechen und zu bearbeiten.

    mfg
    schwedenmann
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Auch die Inka verwendeten Kupfer. Häufig zu kultischen Zwecken (gemeinsam mit Gold und Silber), in der Architektur teilweise, um Steine per Gussverfahren aneinander zu klammern.
     

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