Megarisches Psephisma

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von HisFajo, 15. Januar 2019.

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  1. HisFajo

    HisFajo Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    die Spartaner forderten, dass die Mitgliedstaaten im Delisch-Attischen Seebund selbst darüber entscheiden sollten, ob sie einen Handel mit Megara eingehen oder nicht - Athen, besonders in Person des Perikles - lehnten das ab.


    Der Historiker Terry E. Wick (Thucydides and the Megarian Decree) meint, dass Sparta nur auf die Autonomie der athenischen Bundesgenossen bestand, nicht mehr auf die generelle Aufhebung der Handelssperre.
    Doch was war die Intention dahinter? Weshalb hätte Athen darauf eingehen sollen?

    Manche Forscher meinen, dass Sparta es aus propagandistischen Zwecken forderte; manche wiederum behaupten, dass Sparta beabsichtigt hätte, den Seebund aufzulösen.

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    Und noch eine allgemeine Frage zum Psephisma: In der Forschung wird ja immer wieder darüber diskutiert, wie kriegsentscheidend es war. Thukydides erwähnt es indes sehr spät. Eure Meinung?

    Danke und LG!
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wenn eine dritte Verhandlungsdelegation mit einer reduzierten Forderung in die Runde geschickt wird, würde ich die Autonomieforderung (in dem Verständnis von Wick und Zahrnt) logisch als Kompromissversuch der Spartaner zwecks Annäherung der Positionen begreifen. Würde man Krieg wollen, würde die Schwächung der eigenen Verhandlungsforderung das Risiko bergen, dass die andere Seite annimmt. Einen Beleg, dass dies nicht ernsthaft vorgetragen wurde, gibt es offenbar nicht.

    Die Motivlage der Athener bei Eingehen auf die begrenzt verstandene Autonomieforderung wäre dieselbe, wie in der anschließenden Versammlung überhaupt in Bezug auf die Aufhebung des Megarischen Psephisma diskutiert: Vermeidung des Krieges, wie auch als Argument für die Annahme der Forderungen vorgetragen. Die Gegenposition fürchtete offenbar eine damit verbundene Schwächung, und lehnte ab.

    Zahrnt, Das Megarische Psephisma und der Ausbruch des Peloponnesischen Krieges, HZ 2010, S. 593.
     
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