Militärmission General Eydoux in Griechenland

Der Abschnitt wie Artikel dort stammen weitgehend von mir
...mehrt oder mindert das die Zweifel, welche Tante Wiki immer mal wieder entgegengebracht werden?
Dein Beitrag geht nach wie vor am Thema vorbei, und der wiederholte Zugriff auf WP-Artikel hilft und belegt nichts ohne ausreichende eigene Kompetenz, scheint mir.
mit mangelnder Kompetenz kann ich leben, besonders wenn ich mit Höchtskompetenzen parliere, zumal ich es hin und wieder schaffe, beim Thema zu bleiben:
Aber eigentlich soll es hier ja um das wirken der Militärmission unter General Eydoux in Griechenland gehen (unglücklicherweise lenkte #1 schon vom eigenen Thema ab durch unnötig wertende geograf. Vergleiche mit der Militärmission unter von Sanders) und meine Frage, ob unter franz. Anleitung moderne griech. Befestigungen angelegt wurden (das war durchaus "Mode" zu dieser Zeit) oder nicht, fand noch keine Antwort. Die zitierten Artikel der Kölner Zeitung*) erwähnen lediglich ein Genie-Corps**) unter franz. Leitung.

_________
") vermutlich gibt es noch andere Quellen
**) meist sind solche für die Konzeption von Befestigungen zuständig
 
Hallo Solar-Andy,
danke für den Beitrag. Aber ein Tipp: Bitte schreib doch deine Beiträge mal mit 100% weniger Arroganz. Mir ist schon klar, dass du hier Watschen verteilen willst, aber Ziel sollte doch ein Erkenntnisgewinn sein.
In einem Laienforum sich so zu äußern ist kein guter Umgang.
Dieser ganze Stil, Zitate aus deinem Beitrag
Dein Beitrag geht nach wie vor am Thema vorbei, und der wiederholte Zugriff auf WP-Artikel hilft und belegt nichts ohne ausreichende eigene Kompetenz, scheint mir. (...) . Realpolitisch betrachtet schlicht Unsinn, das wurde und wird auch nicht besser, indem man sich 'ahnungslos' stellt(e) und/oder die realpolitischen Unterschiede einfach ignoriert(e)/leugnet(e) - die relativ abgeschlossene, digitale Echoraum-Blase des GF mag das manchmal anders erscheinen lassen. (....)
Arglose Nutzer, Einsteiger nehmen halt alles für bare Münze, Grundlagen einer Quellenkritik fehlen.


So sollte man nicht argumentieren, weil damit wird alles was du vorher geschrieben hast, komplett entwertet. So geht es nicht.
 
Und die GP hat - entlang der Unterstützung und Intension Kriegsschuldreferats - die Unterschiede systematisch verwischt, durch Auslassungen/Auswahl/Verkürzungen, wie die weiteren Forschungen/Vertiefungen/Recherchen und Quellenkritik zeigen konnten. Arglose Nutzer, Einsteiger nehmen halt alles für bare Münze, Grundlagen einer Quellenkritik fehlen.

Dann ist es doch erstaunlich, da nämlich praktisch alle wissenschaftlichen Werke, die den Zeitraum 1871 bis 1918 zum Gegenstand haben, die GP immer als Quelle herangezogen haben und es auch künftig sich nicht ändern wird. Selbst du bemühst ja nun regelmäßig die GP.

Ach ja, nicht jeder der sich für Geschichte begeistert, ist ein ausgebildeter Historiker. Ist dies denn Voraussetzung, um sich für Geschichte zu interessieren und darüber zu diskutieren?

Schmidt parallelisiert, was so nicht identisch ist.
Hast du denn die Verträge von Eydoux und Sanders vorliegen? Im Prinzip wischt du ja alles weg, was ich anhand von Quellen, deren Wert als Quelle du verneinst, ausgeführt habe.

Bitte belege also deine These, das Eydoux seine umfänglichen Vollmachten erst nach dem Dienstantritt von Sanders in Konstanitnopel im Dezember 1913 erweitert wurden und es wäre auch hilfreich, wenn du den ersten Vertrag von Eydoux präsentieren könntest. Eben um der besseren Einordnung halber.

A propro, hast du auch einen Beleg für deine Behauptung, das die GP so massiv verfälscht wurde? Und wenn dem so sein sollte, weshalb verwendest du diese denn eigentlich doch sehr regelmäßig?; gerade hier im Forum. Das verstehe ich dann nicht mehr so wirklich.

Und ich finde immer noch nicht, bin ich zu unaufmerksam? übersehe ich immer noch etwas, eine Passage bei Schmidt, aus der tatsächlich hervorgeht, das dieser die These aufstellt, die Erfolge der griechischen Armee seien Eydoux , er habe ja über entsprechend goße Vollmachten verfügt, zu danken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die franz. Militärmission in Griechenland unter Gen. Eydoux startete im Januar 1911, als Vorbild diente (selbstverständlich) die damalige dt. Militärmission von von der Goltz in der Türkei. Insgesamt umfasste die franz. Mission 1912/1913 11 franz. Militärangehörige, so Martin, Greece (1913), S. 90.

Die American Monthly Review of the Reviews, Band 47, (Juli) 1913, notiert S. 343 u.a. (übersetzt):
General Eydoux sollte für die griechische Armee das tun, was der Deutsche von der Goltz für die Türken erreicht hatte; und wie die Fortsetzung zeigt, war der Franzose besser als der Deutsche.

Percy F. Martin, Greece of the twentieth Century
, London 1913, notiert S. 88 u.a. (übersetzt):
Die erhöhte Stärke und Reorganisation der Armee sind das Ergebnis bestimmter Empfehlungen an die Regierung von General Eydoux, dem Leiter der französischen Militärmission in Griechenland, der bereits eine so große Verbesserung der Moral der Armee bewirken konnte. Vor der Annahme wurden die Bestimmungen der Abgeordnetenkammer vom Premierminister ausführlich erläutert und fast ohne Gegenstimmen angenommen.
Martin, Greece, S. 89:
Die Energie der Regierung und das Verwaltungsgeschick von General Eydoux haben jedoch alle diese Schwierigkeiten überwunden, mit dem Ergebnis, dass die Mobilisierung gemäß dem neuen Organisationsschema einsatzbereit war.
Martin, Greece, S. 90:
Die wichtigsten Mitglieder der französischen Mission sind: Kommandant Bousquier, Stabschef; Hauptmann Charpry, Feldartillerieoffizier; Unterleutnant Bonnier und Generalarzt Arnaud. Oberstleutnant Lepidi und Hauptmann Holtzapfel sind bei der Artillerie; Kommandant de Tournade und Hauptmann Herbillon stehen an der Spitze der Kavallerie; und Kommandant Crosson Duplessis und Hauptmann Pilla bei den Pionieren.
Kölnische Zeitung, 20.6.1913, Mittagsausgabe:
Griechenland ist in dem Kriege gegen die Türkei bescheiden und darum verhältnismäßig stark aufgetreten. Dank den Ratschlägen der französischen Militärmission unter General Eydoux
 
Die franz. Militärmission in Griechenland unter Gen. Eydoux startete im Januar 1911, als Vorbild diente (selbstverständlich) die damalige dt. Militärmission von von der Goltz in der Türkei. Insgesamt umfasste die franz. Mission 1912/1913 11 franz. Militärangehörige, so Martin, Greece (1913), S. 90.

Wieso selbstverständlich?

Die Antwort hinsichtlich der GP bis du schuldig geblieben.

Ebenso die Quellen nach den ursprünglichen und den veränderten Vertrag von General Eydoux hast du noch nicht benannt.

Auch bezüglich Rainer Schmidts, Kaiserdämmerung, hast du noch keine Auskunft erteilt.

Noch ein paar auch Worte zu der Militärmission von der Goltz:
Die türkischen Militärs hingegen zogen auch positive Erkenntnisse aus den Balkankriegen. So hatten sich systematische Ausbildung der Offiziere, in Planung, Befehlsgebung und Führung bewährt.Die Befehle gingen schneller als je zuvor und in einfachen verständlichen Worten an die Truppenteile und die osmanischen Verbände vermochten sich auch nach relativ großen Verlusten rasch umzugruppieren und den Kampf wiederaufzunehmen. (1) Der jahrzehntelange Einfluss der deutschen Ausbildung machte sich somit positiv bemerkbar. Es war daher folgerichtig, das die türkische Führung zum Wiederaufbau der Armee deutsche Unterstützung suchte. (2)

(1) Erickson, Defeat, S.328
(2) Hensley, Policy, S.35ff
 
Zu Colmar von der Goltz & die dt. Militärmission ab Oktober 1909 in der Türkei:

[....] Feldmarschall von der Goltz kehrte im Juli 1909 kurzfristig erneut nach Istanbul zurück, um den Boden für eine neue, weit umfangreichere Miltärmission zu sondieren. Von der Goltz, der von Hallgarten als „ein fesselnder Typ, halb Gelehrter, halb Militär, halb Deutscher, halb Türke, halb Aristokrat, halb Demokrat, halb Generalstäbler, halb Pfadfinder, zu gebildet, um Chauvinist, aber zu sehr Militär, um kein Chauvinist zu sein“[2], beschrieben wurde, blieb bis August und fertigte in dieser Zeit eine Schrift mit Ratschlägen für in türkische Dienste entsandte Instrukteure aus Deutschland an. In dieser Schrift benannte er einerseits die wesentlichen Mängel der türkischen Armee aber auch die orientalische Mentalität, auf die unbedingt Rücksicht zu nehmen wäre[3]. Insgesamt sollten 13 deutsche Offiziere unter der Führung von Freiherrn von der Goltz in türkische Dienste übertreten. Alle nahmen den Dienst am 15. Oktober 1909 in Istanbul bzw. anderen Standorten von ausgesuchten Lehrverbänden auf. Zum gleichen Zeitpunkt erschien auch Generaloberst von der Goltz wieder in Istanbul, der allerdings bislang nur zeitweilig vom Kaiser für diese Mission beurlaubt worden war. [...]
Q: Generalfeldmarschall Freiherr von der Goltz

Das überrascht natürlich nur, wer die auch in meinen Beiträgen zentral referierten und genannten Grundlagen-Publikationen Wallach, Anatomie einer Militärhilfe (1979) und Römer, Die deutsche und englische Militärhilfe für das Osmanische Reich (2007) (noch immer) nicht referiert bzw. zur Kenntnis genommen hat.

Die Eydoux-Mission war entsprechend nach dem dt. Vorbild ebenfalls zunächst auf 13 Missionsangehörige geplant, real kamen 11 nach Griechenland im Januar 1911. Das Vorbild der dt. Mission für die franz. Mission gut ein Jahr später kann als evident gelten.

Die Eydoux-Mission traf 1911 in Griechenland auf die Vinizelos-Regierung und Georg I. .....und dt. 1909 auf Sultan Abdul Hamid II. in Istanbul.....
 
Ich konstatiere:

Die Quellen hinsichtlich der Verträge von Eydoux hast du auch diesmal nicht geliefert.
Die Frage hinsichtlich Schmidt nicht beantwortet.
Die Frage hinsichtlich der Großen Politik nicht beantwortet.

Stattdessen kommen Einlassungen dieser Art:

Das überrascht natürlich nur, wer die auch in meinen Beiträgen zentral referierten und genannten Grundlagen-Publikationen Wallach, Anatomie einer Militärhilfe (1979) und Römer, Die deutsche und englische Militärhilfe für das Osmanische Reich (2007) (noch immer) nicht referiert bzw. zur Kenntnis genommen hat

Geht es auch eine Nummer kleiner? Vielleicht solltest du erst einmal selber liefern, bevor du dich zu solchen Ausführungen hinreissen läßt.
 
Zu Colmar von Goltz' Militärmissionen im Osmanischen Reich:

[...] Die Kombination aus militärwissenschaftlicher Berühmtheit durch die Abhandlung und Aversionen gegenüber dem jungen Offizier gerade in Kreisen der Militärbürokratie im Reich führte zur Berufung von der Goltz‘ zum Berater und faktischen Reorganisator der Armee des Osmanischen Reiches zwischen 1883 und 1895. Nachdem erste Schwierigkeiten durch enge Kontakte zum Großwesir und zum Sultan, die ihn mit umfangreichen Vollmachten ausstatteten, überwunden werden konnten, gelang es dem preußischen Offizier binnen kürzester Zeit, die osmanische Armee in Organisation und Ausrüstung grundlegend zu modernisieren. [...]​


Die Auswirkungen dieser dt. Militärmission im Osmanischen Reich führte zur ausgeprägten militärische Niederlage der griechischen Armee im Krieg gegen das Osmanische Reich 1897.
Die nächste größere dt. Militärmission im Fahrwasser, unter 'Protektion' und Anleitung von Colmar von der Goltz ab Oktober 1909 in Istanbul kann als Auslöser und Vorbild für die spätere franz. Militärmission unter General Eydoux ab Januar 1911 in Griechenland notiert werden, wissenschaftlich valide.

Das überrascht natürlich nur, wer die auch in meinen früheren Beiträgen zentral referierten und genannten Grundlagen-Publikationen Wallach, Anatomie einer Militärhilfe (1979) und Römer, Die deutsche und englische Militärhilfe für das Osmanische Reich (2007) (noch immer) nicht referiert bzw. zur Kenntnis genommen hat.​
Siehe Liman-Faden, schon 2015 referiert. Die geforderten, ständigen Wiederholungen von Grundlagenkenntnissen und -literatur, die in der damaligen Dis. referiert wurden und damals wie heute von Bedeutung sind, führen zu oft wiederholt zu einem Nullpunkt als Ausgangsbasis entscheidender wissenschaftlicher Kenntnisse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erneut keine Antworten auf die gestellten Fragen bzw. Nachfragen zu den Quellen der vorgebrachten These bezüglich Eydoux seine Verträge.

Nachfolgendes ist ganz sicher keine befriedigende, geschweige denn erschöpfende Auskunft, eher eine Unfreundlichkeit, und deshalb keine Antwort auf die gestellten Fragen hinsichtlich Rainer Schmidt, des Reihenwerkes der Goßen Politik und der angefragten Quellen nach General Eydoux seine Verträge.

andreassolar schrieb:
Siehe Liman-Faden, schon 2015 referiert. Die geforderten, ständigen Wiederholungen von Grundlagenkenntnissen und -literatur, die in der damaligen Dis. referiert wurden und damals wie heute von Bedeutung sind, führen zu oft wiederholt zu einem Nullpunkt als Ausgangsbasis entscheidender wissenschaftlicher Kenntnisse.

Da du nun, aus welchen Gründen auch immer, leider schon wieder, Fragen nicht beantwortest, dürfen wir dann wohl davon ausgehen, das die von dir gemachten Angaben von dir eben nicht belegt werden können. Dann gilt, das an den Quellen der GP und an den Ausführungen von Schmidt so dann auch nichts auszusetzen ist.

Ich fasse einmal zusammen, wo du noch alles Antworten, ich meine es sind noch mehr, dazu müsste ich nachsehen, schuldig bist:

Die Quellen hinsichtlich der Verträge von Eydoux.
Die Frage hinsichtlich Schmidt nicht beantwortet.
Die Frage hinsichtlich der Großen Politik nicht beantwortet.

Dann sind da noch die ganzen offenen Fragen in #324 und #342 im Faden zu Poincarés Besuch in Petersburg zu nennen.

Es wäre sehr zu begrüßen, wenn du dich endlich zu diesen ganzen von dir ausgebliebenen Stellungnahmen und Fragen einmal zu äußern würdest, anstatt von einer Baustelle zur nächsten zu hoppeln. So diskutieren wir hier im Geschichtsforum nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Siehe Liman-Faden, schon 2015 referiert. Die geforderten, ständigen Wiederholungen von Grundlagenkenntnissen und -literatur, die in der damaligen Dis. referiert wurden und damals wie heute von Bedeutung sind, führen zu oft wiederholt zu einem Nullpunkt als Ausgangsbasis entscheidender wissenschaftlicher Kenntnisse.
Potztausend!
Werden hier, in einem Freizeit-Forum, entscheidende wissenschaftliche Kenntnisse in Freizeitforen-Beiträgen entwickelt???

...allmählich gerät die Pose tiefschürfender Wissenschaftlichkeit, kostümiert in verklausuliert pseudosachlicher Sprachgestik, ins lächerliche...

@Turgot eine weitere, von mir interessehalber schon zweimal gestellte Frage, ist ebenfalls noch offen: ob die franz. Militärmission zu Anlage moderner Festungsbauten nach franz. Mustern geführt hatte.
 
Gemäß den Ausführungen der Großen Politik der Europäischen Kabinette Band 38 ja.

Ich zitiere hier einmal:
"General Eydoux stand seit Anfang Februar 1911 an der Spitze der französischen Militärmission in Athen. Wie Freiherr von Wangenheim (Deutscher Botschafter in Konstantinopel; Anmerkung von mir) am 05.Januar dem obigen Telegramm ergänzend hinzufügte, wünschte die Pforte Auskunft über die Kompetenzen des General Eydoux, weil sie erwägt, deutschen General als Oberkommandierenden im Frieden zu erbitten hauptsächlich um die Armee außerhalb der Politik zu stellen. Über die Beweggründe , aus denen der türkische Wunsch entsprang einen Deutschen mit der Reorganisation des türkischen Heerwesens zu betrauen, heißt es in dem Bericht von Freiherrn von Wangenheim vom 21.Januar 1913: Glücklicherweise bricht sich neuerdings überall unter den Türken selbst die Überzeugung Bahn, das die Türkei sich nicht aus eigenen Mitteln zu erheben und reorganisieren vermag. In allen Verwaltungsbranchen, ebenso wie in der Marine und Armee, erschallt der Ruf nach fremden Reorganisationen und zwar nicht mehr nach solchen, die den türkischen Stellen als Ratgeber zur Seite stehen, sondern solchen, die mit den weitergehenden Befugnissen ausgestattet an die Spitze der einzelnen Ressorts gestellt werden sollen."

Die Große Politik der Europäischen Kabinette, Band 38, S.193

Das obige habe ich aus der Großen Politik zitiert.

Und die GP hat - entlang der Unterstützung und Intension Kriegsschuldreferats - die Unterschiede systematisch verwischt, durch Auslassungen/Auswahl/Verkürzungen, wie die weiteren Forschungen/Vertiefungen/Recherchen und Quellenkritik zeigen konnten. Arglose Nutzer, Einsteiger nehmen halt alles für bare Münze, Grundlagen einer Quellenkritik fehlen.

Hier diskreditiert du meine genannte Quelle und schreibst zur der Quellenedition Der Großen Politik der Europäischen Kabinette:




Und die ganzen nachfolgenden Ausführungen stammen von dir aus diesem Beitrag:

Liman-von-Sanders-Krise und die Dardanellen. (..Ein Versuch)

Fällt dir etwas auf? Hervorhebungen durch mich.


Dt. Botschafter in Istanbul, Hans von Wangenheim, am 5.1.1913 u.a.:
"sie [die Pforte] erwägt, deutschen General als Oberkommandierenden im Frieden zu erbitten, hauptsächlich um die Armee außerhalb der Politik zu stellen"
(Quelle: "Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871 -1914. 38. Band. Neue Gefahrenzonen im Orient 1913 – 1914. S. 193f).



Wangenheim am 21.1.1913 (Große Politik, Bd. 38., S. 193f.)

"Glücklicherweise bricht sich neuerdings überall unter den Türken selbst die Überzeugung Bahn, daß die Türkei sich nicht aus eigenen Mitteln zu erheben und zu reorganisieren vermag. In allen Verwaltungsbranchen, ebenso wie in der Armee und der Marine erschallt jetzt der Ruf nach fremden Reorganisatoren und zwar nicht mehr nach solchen, die den türkischen Stellen als Ratgeber zur Seite stehen, sondern solchen, die mit den weitgehendsten Befugnissen ausgestattet an die Spitze der einzelnen Ressorts gestellt werden sollen. Einer der einsichtsvollsten Leute der heutigen Türkei, der jetzige Scheich-ul-Islam Dschemaleddin Bey, ein Alttürke besten Gepräges, der früher ein ausgesprochener Fremdenhasser war, hat sich seinen Freunden gegenüber kürzlich bereit erklärt, das Großwesirat unter der Bedingung zu übernehmen, daß Verwaltung und Heer unter die Leitung von Ausländern gestellt werden. […] Dem Bedürfnis nach fremder Hilfe bei dem Werke der Aufrichtung könnte nun vielleicht der Dreibund entgegenkommen. […]

An erster Stelle in den türkischen Sympathien steht heute ohne Zweifel Deutschland, das einzige Land, welches bei der Abwicklung mit den Balkanstaaten eine Initiative zugunsten des türkischen Standpunktes ergriffen hat. […]

Man hofft, daß Seine Majestät der Kaiser sich bereit finden lassen werde, der Türkei einen besonders befähigten General zur Verfügung zu stellen, damit dieser, von jeder Verantwortlichkeit gegenüber dem Ministerium entbunden, als Oberkommandierender an die Spitze der Armee trete und dieselbe mit Hilfe von deutschen Offizieren von Grund aus reorganisiere und namentlich auch das Offizierkorps den politischen Einflüssen entziehe. Die Flotte möchte man am liebsten auch einem deutschen Admiral unterstellen. Hier könnte es aber zu einem Konflikte mit England kommen, der absolut zu vermeiden wäre."



Wangenheim am 22.5.1913 ans AA in Berlin (Große Politik, Bd. 38, S. 201f.):

"Aus der Überzeugung, daß Deutschlands Politik aufrichtig und ernst auf die Konsolidierung der asiatischen Türkei gerichtet ist, daß aber nur durch eine gründliche Reorganisation der türkischen Armee dieses Ziel sichergestellt werden kann, ersucht mich der Großwesir, Seiner Majestät dem Kaiser die Bitte um einen leitenden deutschen General für die türkische Armee zu unterbreiten.
[…] Meines Erachtens würde die Berufung eines deutschen Generals alle Stimmen, welche die deutschen Reformer für die türkischen Niederlagen verantwortlich machen, zum Schweigen bringen. — Außerdem würde sie das beste Gegengewicht gegen den durch Berufung englischer Verwaltungsreformer vordringenden englischen Einfluß bilden. Im Falle einer Ablehnung ist zu befürchten, daß die Pforte, welche mit dem bisherigen ungenügenden Militärreformsystem zu brechen entschlossen ist, sich an andere Mächte wenden würde."



Wilhelm II. notierte am Ende eines Berichtes des Berliner AA-Staatssekretär Jagow v. 23.11.1913 (Gr. Politik, Bd. 38, S. 217 – 219) an ihn über die Einwände des russ. Außenministers:

"Russland fürchtet Stärkung der Türkei durch uns und Erhöhung ihrer Milit[arischen] Widerstandskraft bez. Verwendbarkeit für uns gegen es, wenn Russland uns seinerzeit angreifen wird! Es will die Türkei sterbend erhalten und Stambul als jederzeit leichte Beute behalten! Das will England bestimmt nicht! Rußland in seiner Landgier steckt Mandschurei, Mongolei Nordpersien ein ohne, daß wir mit der Wimper zucken. Wenn wir aber Offiziere nach der Türkei senden dann ist die Russische] „öffentliche Meinung" erregt!! Gingen wir auf Russische] Wünsche ein, wäre es mit unserem Prestige in der Mohammed [anischen] Welt einfach aus! Wilhelm I. R."


Der dt. Botschafter von Pourtales in Petersburg kabelt am 6.12.1913 (Große Politik, Bd. 38, S. 239) nach einer Unterredung mit Sasonow u.a. Folgendes über den Inhalt nach Berlin:

"Minister ist nicht davon abzubringen, daß Ausübung der Kommandogewalt durch deutschen General in der türkischen Hauptstadt einen für Rußland unerträglichen Zustand schaffe, und daß er, falls es bei der Ernennung bleibe, genötigt sein werde, eventuell mit Frankreich und England, in Konstantinopel sehr ernsten Ton anzuschlagen. Herr Sasonow behauptet, die „deutsche Garnison" werde den Hochmut und Größenwahn der Jungtürken derart steigern, daß sie ganz „intraitables" werden würden. Schon jetzt sei eine deutliche Änderung in ihrer Haltung wahrzunehmen. Offenbar infolge des bei uns erhofften Rückhalts fange ihre Sprache an, geradezu herausfordernd gegen Rußland zu werden."
 
Zuletzt bearbeitet:
andreassolar schrieb:
Kölnische Zeitung, 20.6.1913, Mittagsausgabe:
Griechenland ist in dem Kriege gegen die Türkei bescheiden und darum verhältnismäßig stark aufgetreten. Dank den Ratschlägen der französischen Militärmission unter General Eydoux

Moment, diese Ausführung hast du Schmidt unterstellt. Es um den Nachweis, das Schmidt behauptet hätte, die Griechen hätten sich so aufgrund der Ratschläge von Eydoux so erfolgreich geschlagen. Das ist nun schon ein bißchen was anderes. Von der Könischen war überhaupt nicht die Rede gewesen.
 
@andreassolar

Folgende Ausführung von dir habe ich im Liman Faden gefunden:

andreassolar schrieb:
Der Ex-Botschafter in Paris, Münir Pascha, hatte wohl Umfang, Einfädelung und Erfolg der französischen Eydoux-Mission im Nachbarstaat Griechenland beobachtet und in einer zirkulierenden Denkschrift einen entsprechenden Reorganisations-Entwurf für die türkische Armee formuliert. In der Militärmission von General Eydoux in Griechenland finden wir daher die eigentliche Vorlage oder Blaupause für die spätere deutsche Liman-Mission.

Hervorhebung durch mich.


Ergänzend hierzu das Folgende:
Sein Vorbild (des Großwesir; Anmerkung von mir) sah er in den griechischen Ministerpräsidenten Venizelos, der den französischen Militär- und den britischen Marineberatern jede Schwierigkeit rücksichtslos aus dem Weg geräumt hat und mit ihnen engste Verbindung gehalten habe.(1)



(1)Dejmal Pascha, Ahmed, Erinnerungen eines türkischen Staatsmannes, S.68
 
Die franz. Militärmission in Griechenland unter Gen. Eydoux startete im Januar 1911, als Vorbild diente (selbstverständlich) die damalige dt. Militärmission von von der Goltz in der Türkei. Insgesamt umfasste die franz. Mission 1912/1913 11 franz. Militärangehörige, so Martin, Greece (1913), S. 90.

Die American Monthly Review of the Reviews, Band 47, (Juli) 1913, notiert S. 343 u.a. (übersetzt):
General Eydoux sollte für die griechische Armee das tun, was der Deutsche von der Goltz für die Türken erreicht hatte; und wie die Fortsetzung zeigt, war der Franzose besser als der Deutsche.

Percy F. Martin, Greece of the twentieth Century
, London 1913, notiert S. 88 u.a. (übersetzt):
Die erhöhte Stärke und Reorganisation der Armee sind das Ergebnis bestimmter Empfehlungen an die Regierung von General Eydoux, dem Leiter der französischen Militärmission in Griechenland, der bereits eine so große Verbesserung der Moral der Armee bewirken konnte. Vor der Annahme wurden die Bestimmungen der Abgeordnetenkammer vom Premierminister ausführlich erläutert und fast ohne Gegenstimmen angenommen.
Martin, Greece, S. 89:
Die Energie der Regierung und das Verwaltungsgeschick von General Eydoux haben jedoch alle diese Schwierigkeiten überwunden, mit dem Ergebnis, dass die Mobilisierung gemäß dem neuen Organisationsschema einsatzbereit war.
Martin, Greece, S. 90:
Die wichtigsten Mitglieder der französischen Mission sind: Kommandant Bousquier, Stabschef; Hauptmann Charpry, Feldartillerieoffizier; Unterleutnant Bonnier und Generalarzt Arnaud. Oberstleutnant Lepidi und Hauptmann Holtzapfel sind bei der Artillerie; Kommandant de Tournade und Hauptmann Herbillon stehen an der Spitze der Kavallerie; und Kommandant Crosson Duplessis und Hauptmann Pilla bei den Pionieren.

Die hübschen grünen Hervorhebungen beantworten die Frage nicht.

Ich habe explizit nach den beiden Verträgen von Eydoux gefragt. Keine Antwort, genauso wenig wie zu deiner Behauptung bezüglich Rainer Schmidt, da muss nun die Kölnische herhalten,die gar nicht Thema war und ist, also auch keine Antwort, und abschließend fehlt auch die Antwort hinsichtlich der Großen Politik.
 
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