"Mittelhochdeutsch"?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von -MM-, 16. November 2012.

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  1. -MM-

    -MM- Gast

    Hallo.
    Sprach (und schrieb) man Anfang/Mitte des 14. Jahrhunderts in Deutschland im weitesten Sinne „Mittelhochdeutsch“?

    Seit meiner ersten Schulstunde „Geschichte“ war dies mein Lieblingsfach, auch mit Mitte 50 bin ich noch immer geschichtsbegeistert (ich interessiere mich besonders für den Alltag/das Leben der Landbevölkerung/Bauern/Handwerker/Bürger/Gerichtsbarkeit). Für mich persönlich war es wie ein gefundener Schatz zu erfahren das einer meiner Vorfahren bereits 1340 Erwähnung findet. Ohne zu privat zu werden kann ich erzählen das es sich bei diese/n Vorfahren u.a. um Zunftmeister/Ratsherren gehandelt hat. Mein Familienname ist selten, auf der einen Seite macht das Recherche einfacher, auf der anderen Seite habe ich ein Problem mit der Schriftsprache/Schreibweise alter Dokumente. Nun habe ich z.B. vor einiger Zeit entdeckt, das es für einen meiner Vorfahren drei Schreibweisen seines Vornamens gibt. Anfangs etwas verwirrt, ob es sich um die selbe Person handelt, wurde mir aber irgendwann klar das ich nicht so „engstirnig“ denken darf. Schließlich gab es keine „deutsche Rechtschreibung“ im heutigen Sinne. Inzwischen verstehe ich zwar einigermaßen was in alten Dokumenten geschrieben steht, würde mich trotzdem gerne grundsätzlich weiterbilden.

    Ein Buch habe ich nun im Internet entdeckt: „Hilkert Weddige / Mittelhochdeutsch – Eine Einführung“. Hat jemand noch einen Tipp für ein Buch/Erzählungen die mir diesbezüglich weiterhelfen könnten?
    Würde mich auch sehr über eine Buchempfehlung zum Thema Entwicklung/Geschichte der Sprache (ganz allgemein) bzw. der deutschen Sprache freuen.

    Vielen Dank für Antworten.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hallo MM,

    ganz grundsätzlich musst du zwischen Schrift und Sprache unterscheiden. Mittelhochdeutsch ist ein Lautstand (bzw. eine Gruppe von mittel- und oberdeutschen Lautenständen, deren Charakteristika nicht allzuweit auseinander liegen), die entsprechende Schrift dazu ist die gotische Schrift, aus der sich später u.a. die Deutsche Kurrent entwickelt.
    Wenn du also die Schrift lesen kannst, verstehst du den Lautstand noch nicht, wenn du den lautstand verstehst, kannst du die Schrift noch nicht lesen. Aber es hilft.

    EQ
     
  3. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Außerdem ist natürlich dialektal zu unterscheiden, wenn nicht, was das Mittelniederdeutsche betrifft, fast eigensprachlich ;-)

    Da auch nach Lit. gefragt wurde: Von Peter Ernst gibt es übrigens eine "Deutsche Sprachgeschichte" im UTB-basics (2005)
     
  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die mittelhochdeutsche Sprachstufe reicht ungefähr von der Mitte des 12. Jh. bis zur Mitte des 14. Jh. Allerdings gab es unterschiedlich Schreibformen und Schreibtraditionen in den einzelnen Regionen Deutschlands.

    Vielleicht folgst du mal diesem Link: Mittelhochdeutsch ? Wikipedia
     

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