Nachkriegszeit-Stunde Null Pro und Contras

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von Shokora, 24. März 2020.

  1. Shokora

    Shokora Neues Mitglied

    Hallo,
    und zwar bezieht sich meine Frage auf die Nachkriegszeit, im speziellen um den Begriff "Stunde Null",
    gab es hier in Deutschland wirklich eine "Stunde Null" oder war es einfach nur ein Begriff wie jeder andere.
    Hab bisher im Internet recherchiert und einige Punkte gefunden, die ich für hilfreich erachte, aber evtl. hat jemand hier noch paar Argumente die nicht so geläufig sind.

    Mit freundlichen Grüßen
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Könntest Du mal diese Punkte kurz auflisten?
     
  3. Shokora

    Shokora Neues Mitglied

    Hallo,
    Gerne :)
    Pro:
    Die 5D´s ( Demokratisierung, Denazifizierung, Dezentralisierung,Demontage,Demilitasierung) (Wobei Dezentralisierung und Demilitasierung die wichtigsten sind)
    Neue Politische Kräfte (Parteien)
    Währungsreformen
    Besatzungsmächte (Deutschland fremdbeehrscht
    Kontra:
    Mentalität lässt sich nicht nicht so schnell ändern
    NS-Führungskräfte hatten immer noch hohe Posten inne z.B. Außenministerium
    Grundfesten des Sozialsystems bleiben bestehen.
    Die Menschen sahen das Kriegsende und Ende des NS-Regimes als Schande an
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Da könnte man noch die Frage stellen, wie "neu" die politischen Kräfte waren. Manche Parteien wurden ja unter altem Namen wiedergegründet, manche mit neuem Namen, aber altem Personal.

    Globke? Kiesinger?

    Man könnte sich noch die großen Firmen der Vor- und Nachkriegsgeschichte anschauen.

    Auf diesen Text bist Du wahrscheinlich schon gestoßen:
    Die "Stunde Null" als Zeiterfahrung | APuZ
     
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  5. Shokora

    Shokora Neues Mitglied

    Globke hatte ich leider nicht, sondern Heinrich Lübke, aber bei näherer Betrachtung scheint Globke noch tiefer mit dem NS-Regieme verwurzelt zu sein. Bezüglich der Firmen habe ich die I.G. Farbe gewählt.
    Vielen Dank für die hilfreichen Ideen, werden sicherlich Einzug in meinen Text finden !

    Wünsche Dir dann noch einen angenehmen Abend :)
     
  6. hatl

    hatl Premiummitglied

    Recht und Unrecht

    Bemerkenswert ist im Themenzusammenhang auch der ziemlich glatte Übergang des Justizwesens.
    1957, 12 Jahre nach Kriegsende und Ende der Nazidiktatur, waren von den Beschäftigen des Bundesministeriums für Justiz zu 3/4 ehemalige Mitglieder der NSDAP, und zu 1/3 ehemalige Mitglieder der SA.
    https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Akte_Rosenburg.pdf - Seite 33.
    Siehe auch das Schaubild der Entwicklung dazu, und dass es doch recht lange gedauert hat bis sich der Anteil der alten Juristenkaste verdünnte.

    "Die Ergebnisse sind bedrückend: Von den 170 Juristen, die von 1949 bis 1973 in Leitungspositionen des Ministeriums tätig waren, hatten 90 der NSDAP und 34 der SA angehört. Mehr als 15 Prozent waren vor 1945 sogar im Reichsjustizministerium der Nazis tätig. Diese Zahlen machen deutlich, warum die Strafverfolgung der Nazi-Verbrechen so lange hintertrieben, das Leid der Opfer viel zu lange ignoriert und viele Opfergruppen – etwa Homosexuelle oder Sinti und Roma – in der Bundesrepublik erneut diskriminiert wurden."
    (Seite 4)
     
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  7. Shokora

    Shokora Neues Mitglied

    Hallo,
    Vielen Dank für die informativen Infos, habe mich schon vorher etwas Materie eingelesen, aber es ist schon erschreckend wie hier in DE noch in der Nachkriegszeit ehemalige NSDAP Mitglieder ihr Unwesen treiben besonders in solchen Positionen . Da kann man sich auch nur an den Kopf fassen...
    Bzw. der Link funktioniert nicht mehr, aber es ist vermutlich das hier https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publ...chichtsband_1.pdf?__blob=publicationFile&v=21 oder ?

    Wünsche Dir dann ebenfalls noch einen angenehmen Abend. :)
     
  8. hatl

    hatl Premiummitglied

    Danke,
    ja das ist der Link den ich einstellen wollte.

    Grüße
    hatl
     

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