Namensgebung bei den Azteken

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von Nergal, 9. Januar 2011.

  1. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Es ist im Thread zur Kälte kurz angesprochen worden (Feuerlandbewohner) und ich habe es gleich mit den Gary-Jennings-Romanen in Verbindung gebracht:

    Bei Jennings heißt es dass die Azteken ihren Kindern bei der Geburt einen "provisorischen" Namen gaben, sie nach dem jeweiligen Datum benannten, und ihnen erst mit sieben (wenn einigermaßen sicher war dass diese nicht frühzeitig sterben würden) einen "richtigen" Namen gaben der von einem Priester mit astrologischen Mitteln ermittelt wurde.

    Was weiß man wirklich zu dieser Methode zur Namensgebung ?
     
  2. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Was ich im anderen Thread zu den Bewohnern der Feuerlandinseln geschrieben habe, war jedoch, daß die Kinder bis zum ca fünften Lebensjahr gar keinen Namen erhielten!


    Generell kann zur Namensvergabe bei indigenen Völkern gesagt werden, daß bei vielen Ethnien Namen nicht unbedingt für ein ganzes Leben gegeben wurden. Häufig erhielten Kinder vorübergehende Namen - so zb nach ihrer Reihenfolge (erste Tochter, zweiter Sohn), oder nach Eigenschaften oder Merkmalen. Kleinkinder konnten auch zu Ehren eines verstorbenen Familienmitgliedes dessen Namen erhalten, was gleichzeitig die Verpflichtung bedeutete, diese Person zum Vorbild zu nehmen. In einigen Ethnien jedoch war dies nicht üblich, da zb die Namen Verstorbener nicht mehr erwähnt werden durften.

    Einen dauerhafteren Namen erhielten Kinder in vielen Fällen später, wenn sie keine Kleinkinder mehr waren. Mit Erreichen der Pubertät wurde vielfach ein Name gegeben, der die nunmehr als erwachsen geltende Person bezeichnete.

    Namen konnten entweder von der Familie selbst ausgesucht werden oder von einem Familienmitglied, das mit der Namenvergabe ebenso geehrt werden sollte wie das zu benennende Kind. Es konnten auch Personen außerhalb der Familie darum gebeten werden; dies ebenfalls zu Ehren beider Beteiligter.

    Auch Erwachsene konnten ihren Namen noch ändern, etwa weil ihnen der erhaltene Name irgendwann nicht mehr gefiel. Oder auch, wenn sie damit ein besonderes Ereignis in ihrem Leben oder eine besondere Tat hervorheben wollten.
     
  3. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    ich erinnere mich dazu etwas gelesen zu haben, diese Völker vermeiden es dden Namen des Toten zu benutzen, und auch Wörter die so ähnlich klingen, damit der Tote nicht wiederkommt, weshalb die Sprache sehr dynamaich ist.
     

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