Nibelungensage/Nibelungenlied

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von geschichtsmango, 13. Februar 2010.

  1. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    Das kann ich so nicht teilen. Jordanes erzählt nicht die Sage, Jordanes gibt den historischen Stoff wieder.

    Naja das sehe ich nicht ganz so. Jordanis gibt ebenso wie Gregor von Tours ja auch zum großen Teil nur die mündliche Überlieferung wieder (u.a. Childerichsage und die Sigmund - Sigerich - Sage), welche schon zum großen Teil Sage war. Natürlich zeitlich noch näher an den historischen Ereignissen als dann die mittelhochdeutschen Epen. Nach Ammianus Marcellinus beging Ermanarich ja Selbstmord.

    Dies erklärt aber nicht, warum dann Siegfried und seine Leute und dann die Burgunder Nibelungen genannt wurden.

    Da die Quedlinburger Annalen leicht von Jordanis abweichen, halte ich die Volksüberlieferung für wahrscheinlich. Ich glaube die Quedlinburger Annalen berichten auch, dass von Dietrich von Bern die Bauern singen. Es hat mithin eine mündliche Volksüberlieferung gegeben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2010
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Entschuldige Jordanes (+ 552) war ein Zeitgenosse des Theoderich (+ 526). Was bei ihm legendenhaft ist, ist allenfalls die Herkunft der Goten. Und natürlich, dass er im Sinne der casa regia schreibt.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die QLBler Annalen weichen nicht nur "leicht" von Jordanes ab. Sie vermischen diesen und das Sagen"wissen". Die Stelle mit den Bauern gilt als Einschub.
     
  4. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    Ja aber in den Sagen um Dietrich von Bern oder besser vielleicht in der Ostgotensage, haben sich Personen und Ereignisse aus vielen Jahrhunderten vermischt. Die Sagengestalt Dietrich von Bern beinhaltet nicht nur Theoderich, sondern viele historische Persönlichkeiten. Deshalb flieht ja Dietrich auch an Etzels Hof, obwohl Attila schon tot war und das Hunnenreich schon nicht mehr existierte.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Vertust du dich hier nicht mit Marcellinus Comes (nicht identisch)?
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Weiß ich doch alles. Was ich nicht weiß ist, worauf sich das "Ja, aber" bezieht.
     
  7. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    Ja entschuldige Ammianus Marcellinus

    Ja Jordanis war noch Zeitgenosse Theoderichs, aber die davorliegende Ostgotengeschichte ist schon zum Großteil von Sage durchzogen, insbesondere bis zu Attila. Diese ist aber auch in die Sage von Dietrich von Bern eingegangen. Deinen anderen Einschub hatte ich noch nicht gelesen))
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dann nenne doch mal die sagenhaften Elemente bei Jordanes (Abgesehen von der skandinavischen Herkunft, die in die Sage nicht eingegangen ist).
     
  9. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Ehrlich gesagt finde ich die Parallelen zur Stauferzeit viel spannender als die mehr oder weniger spekulative Motivgeschichte. Deshalb auch mein Hinweis auf den Schatzmeister Nibelung.:fs:
     
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  10. geschichtsmango

    geschichtsmango Neues Mitglied

    Okay, also ehrlich gesagt steige ich nun noch weniger durch als vorher. Kann jemand für Dumme nochmal zusammenfassen, was genau nun zur Nibelungensage gehört und inwiefern das Nibelungenlied eine Rolle spielt..
    (Als Nibelungenlied interpretiere ich hier die 39 Aventiuren, die sich in zwei Teile gliedern lassen.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2010
  11. Haetius

    Haetius Neues Mitglied

    Zur Nibelungensage wird im Prinzip alles gezählt, was über Siegfried und seine Familie, Gunther, die Burgunder, Hagen von Tronje, Siegfried und Kriemhild berichtet. Es gibt hier zahlreiche Epen und Überlieferungen. Eines davon ist das Nibelungenlied. Weitere sind Waltharius, Lied vom Hürnen Seyfrid, die diesbezüglichen Edda-Lieder usw. Das Nibelungenlied ist also ein Teil der Nibelungensage.
     
  12. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Ich hab mal unter HRR einen Thread "Das Nibelungenlied als Spiegel seiner Zeit" aufgemacht.:yes:
     
  13. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    z.B.:
    - die Erwähnung der Haljurunae, welche mit bösen Geistern in Sümpfen die Hunnen zeugen, ist in mehrfachem Sinne sagenhaft :)
    - auch der Orts- und Völkerkatalog von Ermanarichs Herrschaftsbereich und ohnehin die Affäre um Swanhild
     
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Darum ging es nicht. Es ging um die Behauptung von haetius, dass sich die Elemente des Nibelungensagenkreises schon bei Jordanes fänden.

     
  15. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Fitela wird als Sigmunds Neffe bezeichnet - also abweichend vom Verwandtschaftsverhältnis Sigmund - Sinfjötli in der Lieder-Edda.

    Das liegt wohl vor allem daran, dass der Artus-Sagenkreis den Nibelungen-Dietrich-Sagenkreis in der Gunst des Publikums allmählich verdrängt hat. Die Sagen um Dietrich & Co. waren einfach nicht mehr modern, insofern bestand kein Grund für eine Vermischung.
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das würde ich nicht so sehen, wenn man an die ganzen Werke des 12. bis 14. Jahrhunderts denkt, die zum Dietrich-Sagenkreis gehören. Das entspricht genau der Zeit, in der auch die Artus-Legende blühte.
     
  17. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Da gibt es aber räumliche Unterschiede: Im 12.-14. Jhdt. entstanden neue Werke zum Dietrich-Nibelungen-Sagenkreis vor allem in Randgebieten (Skandinavien, Österreich). Im Großteil des deutschsprachigen Raumes dominierte die Artus-Sage.
     
  18. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Abgesehen natürlich von der Niederschrift des Nibelungenliedes im 13. Jahrhundert.
     
  19. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Die erfolgte vermutlich im Gebiet des heutigen Österreich oder im südöstlichen Bayern.
     
  20. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Passau als wahrscheinlichster Entstehungsort würde ich im 13. Jahrhundert allerdings nicht als "Randgebiet" bezeichnen. Zudem ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass man einen unpopulär werdenden Sagenkreis niederschreibt.
     

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