Nichtadelige in einem Dominikanerkloster

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Fina, 18. Dezember 2014.

  1. Fina

    Fina Neues Mitglied

    Hallo,
    ich habe vor eine Geschichte über eine Dominikanernonne zu Beginn des Spätmittelalters zu schreiben (Zeitraum ca. 1275 – 1300).
    Die ganze Idee ist noch ziemlich in den Kinderschuhen und im Moment bin ich dabei, mich überhaupt in das Thema einzuarbeiten und Lebenslauf und Umstände des Charakters zu entwickeln.
    Es wäre darum super, wenn ihr mal drüber guckt und sagt, ob ich an meiner Idee weiterarbeiten kann oder ob sich eventuell Fehler eingeschlichen haben.

    Der Charakter soll eine junge Nonne in einem Dominikanerkloster sein. (Die Stadt dazu wird sehr wahrscheinlich fiktiv sein.) Sie soll zur städtischen Oberschicht gehören und somit nicht adelig sein. Die Familie, besonders der Vater, hat sie deswegen dorthin geschickt, um quasi jemanden persönliches zu haben, der für die Familie betet, von wegen Seelenheil und so.
    Bitte korrigiert und kritisiert mich an jedem Punkt, der nicht ganz richtig erscheint.
    Mein größte Sorge, ist die Tatsache, dass sie eine Nichtadelige ist. Zwar habe ich bei meinen Recherche gelesen, dass es wohl nicht zwangsläufig unmöglich war, für eine Nichtadelige, ab einer gewissen Zeit, in ein Kloster einzutreten. Trotzdem hätte ich das gerne für mich konkreter abgesichert.
    Wer also Material/Quellen (ob primär oder sekundär ist mir egal) kennt/hat, dem wäre ich sehr dankbar, wenn ich Tipps bekommen könnte.
    Gab es vielleicht auch eine etwas bekanntere nichtadelige Dominikanernonne? (Muss ja nicht gleich auf dem Niveau von Hildegard von Bingen sein, die fast jeder Laie benennen kann.)

    Wenn ihr mir überhaupt Literatur und Quellen zu der Lebensweise der Dominikanernonnen empfehlen könntet, wäre das wirklich super. (Aktuell lese ich das Schwesternbuch von Katharine von Gebersweiler, aus dem Kloster Unterlinden in Colmar. Wenn ihr ähnliches geht, bitte nennen. ^^)
    Fina
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

  3. Fina

    Fina Neues Mitglied

    Vielen, vielen Dank :) Damit kann ich auf jeden Fall schon etwas anfangen.

    Ansonsten keine Anmerkungen zu meinem Beitrag? (Meine größte Sorge bei dieser Geschichte ist, dass ich etwas falsch darstelle. ^^)
     
  4. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ansonsten eigentlich nicht, nein, soviel hast du aber auch noch nicht preis gegeben.

    Als weitere Lektüre könntest du ggf. noch das Engelthaler Schwesternbuch lesen und dich mit der Mystik der Mechthild von Magdeburg auseinandersetzen; beides könnte dir helfen das Dominikanerinnenleben besser zu erschließen. Ggf. ziehst du auch noch Katharina von Siena in Betracht. Sie lebte zwar etwas nach deinem favorisieren Zeitschnitt, war aber ebenfalls eine Mystikerin der Dominikanerinnen.
     
  5. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Hier ist etwas Literatur. Nur so als Tip, Du schreibst einen Roman, dann sollten Primärquellen und Literatur nur die Grundlage Deiner fiktionalen künstlerischen Bearbeitung sein, denn in der Kunst gilt nicht: ad fontes.

    http://www.geschichtsquellen.de/repOpus_04712.html

    M.
     
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  6. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ich weiß nicht so recht, ob wohlhabende Städter des Mittelalters (z.B. Kaufleute) ihre Töchter "von wegen Seelenheil und so" in Klöstern untergebracht hatten - zumal sich dynastisch Töchter durchaus nützlich machen konnten, z.B. durch eine Heirat in eine andere wohlhabende Kaufmannsfamilie (da wäre dann die Investition der Mitgift bald amortisiert) :)

    auf jeden Fall aber brauchst du als Kontrast für die Teile deiner Erzählung, die unter den Novizinnen und Nonnen spielen, auch adelige Stiftsdamen und deren Motive.
     
  7. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Waren Dominikanerinnen Stiftsdamen? Ich habe immer gedacht, dass Stiftsdamen in eine andere Kategorie fallen als Nonnen aus Bettelorden.
     
  8. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ob man ab dem späten 13. Jh. die Dominikanerinnen noch als Bettelorden bezeichnen kann?
     
  9. Fina

    Fina Neues Mitglied


    Das liegt einfach daran, weil ich noch nicht besonders viel habe, aber mich gerne jetzt schon absichern will und nicht erst, wenn ich mir eine Handlung ausgedacht habe und dann feststelle, dass es so nicht hinhaut.


    Mein einziges Problem daran es später zu legen, liegt einfach daran, dass so um 1350 Pest war und ich damit ungern kollidieren will, weil ich noch nicht weiß, wie lange die Geschichte gehen soll. ^^



    Mir ist vollkommen klar, dass es vor allem auf den Plot und die Charaktere ankommt.
    Dennoch will ich es authentisch haben, sonst fühle ich mich beim Schreiben einfach nicht wohl. (Mir gehen diese Gören so auf den Keks, bei denen man das Gefühl hat, sie wurden aus dem 21.Jahrhundert in eine entsprechende Zeit versetzt und agieren da jetzt halt.)
    Ich weiß auch, dass ich keine 100%ige Genauigkeit hinbekommen werde, dafür ist die Zeit einfach zu weit weg und zu wenig Dokumente überliefert. Trotzdem will ich es so gut wie möglich machen.



    Ähm? Hab ich mich da verlesen oder falsch geguckt?
    Berichtszeit:
    1450-1524“
    Das wäre über 150 Jahre nach meiner favorisierten Zeit. ;) Meines Wissens war das Mittelalter keine Epoche von tausend Jahren Stillstand.




    Darum bin ich ja hier, weil ich eben wissen wollte, ob meine Idee Sinn ergibt. ^^
    Bei meiner bisherigen Recherche stieß ich eben auf diesen Grund und fand den gut, da sie nämlich nicht nach eigenem Willen ins Kloster soll. (Und nein, sie soll nicht klischeehaft abhauen, sondern fügt sich ihrem Schicksal. Aber das ist jetzt ein anderes Thema ^^.)
    Sie muss aber nicht das einzige Kind der Familie sein (schon gar nicht von Mädchen ^^). Bei ihrem Vater dachte ich wirklich an einen Kaufmann, der eben nicht immer ganz ehrlich war in seinen Geschäften. Da eine fremde Nonne vielleicht nicht so ergiebig für ihn gebeten hätte, deswegen eben seine Tochter.

    Aber ich möchte hier wirklich nochmal betonen, dass dies alles nur Ideen sind, die noch komplett in den Kinderschuhen sind und ich erst am Anfang meiner Recherchen bin! Deswegen bitte sofort kritisch anmerken, wenn etwas nicht hinhaut.



    Ja klar, es geht hier gerade nur um meine Protagonistin. Über andere Nonnen habe ich mir noch kaum Gedanken gemacht.
     
  10. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Eine Stiftsdame oder Kanonissin lebt mit einer Nonnengemeinschaft, ist aber keine Nonne. ;) Das heißt auch, dass sie unabhängig von der jeweiligen Ordensregel sehr wohl eigenen Besitz haben konnte. Bequemer war es aber mit Sicherheit in einem Orden, der dem Ordensbesitz nicht auch noch abgeschworen hatte.

    Dankeschön! Und Dito bzgl. der Gören :)

    Ich habe dir ja schon drei Dominikanerinnen genannt, die der städtischen Oberschicht entstammen und von denen zumindest zwei auf Veranlassung ihrer Familien ins Kloster gingen. Dein bisheriger Plot ist also alles andere als unwahrscheinlich.
     
  11. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ich habe noch eine Literaturempfehlung für dich, Fina: "Lesen, Schreiben, Sticken, Erinnern - Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte mittelalterlicher Frauenklöster", herausgegeben von Gabriela Signori

    Darin insbesondere drei Aufsätze:
    Armgart: "Klosterreform und Wirtschaft bei den Speyerer Dominikanerinnen"
    Folini/Palaia: "Die Dominikanerinnenklöster Töß und St. Katharinental - Sozialgeschichtliche Annäherungen"
    Vassilevitsch: "Schrei der Seele oder didaktische Stilisierung? Schwesternbücher aus Dominikanerinnenklöstern"
     
  12. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Nein war sie nicht. Wenn Du auf diesen Link gehst und im Schlagwortverzeichnis "Orden: Dominikaner" anklickst, bekommst Du Fundstellen auch für Deinen Zeitraum:

    http://www.geschichtsquellen.de/schlagwsuche.html?schlagw=Orden: Dominikaner

    Ich habe das dann schon einmal gemacht, danach steht dann suchen in den einzelnen Fundstellen an.

    M.
     

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