Nur Laienpfarrer im Mittelalter?

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Lacunosus, 30. Januar 2006.

  1. Lacunosus

    Lacunosus Gast

    Hi Leute!

    Mir ist nicht ganz klar, wie jemand im Hochmittelalter (ca. 1050-1250) Pfarrer wurde. Gab es damals nur Laienpfarrer oder musste man gezwungenermassen eine Zeit lang ins Kloster, um später ein Kirchenamt zu erhalten? (Also die Simonie mal weggelassen) Eine gewisse theologische Grundausbildung der Seelsorger sollte eigentlich schon gewährleistet gewesen sein. Oder hatten nur die Mönche fundiertes theologisches Fachwissen?

    Aus den Erklärungen in Büchern werde ich bei diesem Thema nicht so schlau, sorry. Wäre sehr dankbar für Erklärungen von eurer Seite!

    Gruss Lacunosus
     
  2. DerNuntius

    DerNuntius Mitglied

    Etwas genaues kann ich dir im Moment leider auch nicht sagen, aber da gibt es bestimmt noch andere nette Forumsmitglieder. Ich jedenfalls bin gerade auf den Begriff Leutprieser gestossen: http://de.wikipedia.org/wiki/Leutpriester
    Recherchiere da auch mal weiter.

    Ich kann mich auch an eine Stelle aus dem Namen der Rose erinnern (gut, der spielt jetzt im 14. Jh, aber ist ja immernoch Mittelalter), in der Bruder William die Zustaende in den noerdlichen Landen beklagt, in denen ungebildete Geistliche und Missionare taetig waren. Wenn ich mich recht erinnere sagte er, dass einige von inen "in nomine patris et filia et spiritus sancti tauften, aber nicht etwa, weil sie Anhaenger einer neuen Haeresie waren, die die Ansicht vertritt, Jesus sei ein Weib gewesen, sondern weil sie einfach nicht mehr richtig Latein konnten".
    Traegt jetzt vielleicht nicht wirklich zum Thema bei, aber gut...
     
  3. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    @ Lacunosus: ich weiß nicht, ob ich deine Frage richtig verstehe. Aber es war wohl so, dass die Gottesdienste häufig von dazu abgeordneten Mönchen gehalten wurden (Pfarreien). Zumindest für das Hochmittelalter kann ich mir auch nur schwer vorstellen, dass Laien in das Pfarreramt kamen. Es gibt aber bestimmt noch ein paar Mitglieder, die das besser wissen.
     
  4. Lacunosus

    Lacunosus Gast

    Danke euch für die Hinweise!

    Genau das mit den Leutpriestern oder Weltgeistlichen meinte ich. Bis etwa 1200 gab es ja noch gar keine Universitäten und somit nur im Kloster eine "richtige" theologische Ausbildung. Also war jeder, der nicht Ordenspriester war, ein Laie?

    Falls ja wäre interessant, dass ja dann auch Bischöfe und vielleicht sogar Päpste hätten Laien sein können (Na gut, in diese Positionen wurden sie wahrscheinlich selten gewählt). Weiss vielleicht jemand mehr darüber?

    Gruss Lacunosus

    (p.s. ich bin eben am schauen, ob Bischöfe und Päpste damals im Allgemeinen so gut gebildet waren wie die Mönche, in Sachen Theologie)
     
  5. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Ich erlaube mir den Verweis auf einen Seminarvortrag, wie er auch im Darstellerportal Tempus Vivit! hinterlegt wurde...
    Der Anfangsteil sei hier wiedergegeben; für den gesamten Text und Zusammenhang siehe http://www.tempus-vivit.net/tempus-vivit/taverne/thread.php?tid=2202
    (Beitrag Nr. 2 ist es)...

    Seht mir bitte das Copy & Paste an dieser Stelle nach, aber das Thema ist bei weitem nicht so einfach in wenigen Sätzen abzuhandeln. Außerdem kenne ich keine bessere Abhandlung in zusammengeraffter Form...

    Dank gebührt meinen Mitstreitern bei der I.G. Orden, insbesondere Herrn Carsten Baumann und Herrn Hans Blaß :hoch: :hoch: :hoch:
     

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