Osmanen gegen Sachsen?

Dieses Thema im Forum "Das Osmanische Reich" wurde erstellt von Kutusow, 6. März 2010.

  1. Kutusow

    Kutusow Neues Mitglied

    Als ich eben Fern sah, wurde in erwähnt, das Sachsen gegen Osmanen kämpften.
    Wie und wann soll das gewesen sein. Meines Wissens kamen die Osmanen aber nur bis Wien.
    Oder waren Sachsen im Entsatzheer vor Wien dabei?:grübel:

    Wäre nicht schlecht, wenn das einer aufklären könnte!!


    Dank im Voraus
     
  2. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

  3. simplicissimus

    simplicissimus Neues Mitglied

    August I. von Sachsen - genannt: August der Starke !

    @Kutusow

    Da mußt Du etwas missverstanden haben - es ging um "August der Starke".
    August der Starke (1670 - 1733) war von 1695/1696 Oberbefehlshaber der
    kaiserlichen Reichsarmee in Ungarn und kämpfte gegen die Türken bzw.
    das Osmanische Reich.

    Mit besten Gruß

    Simplicissimus
     
  4. Kutusow

    Kutusow Neues Mitglied

    Danke für die Hilfe.:winke:
     
  5. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Die Sachsen am Kahlenberg 1683 wurden allerdings von ihrem Kurfürsten, Johann Georg III., höchstpersönlich angeführt.
     
  6. Baykan

    Baykan Neues Mitglied

    Es gab damals viele deutschstämmige im Balkan, die auch als Sachsen bezeichnet wurden also ist es gar nicht so fern, dass sie auch gegen die Osmanen gekämpft haben.
     
  7. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich bin ziemlich sicher, dass damit die Siebenbürger Sachsen gemeint waren, die im Rahmen der Ostkolonisation Deutschlend verließen und sich seit dem 12./13. Jh. in Siebenbürgen - damals Ungarn-Habsburg - ansiedelten und zahlreiche Städte und Dörfer gründeten.

    Diese Siebenbürger Sachsen kämpften seit dem 14. Jh. auch gegen die Türken, was ein Wiki-Artikel sehr ausführlich schildert:

    Siebenbürger Sachsen ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Mai 2010
  8. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Interessanter Gedanke und auf jeden Fall erwähnenswert.
    Aber ich nehme an, das war die Sendung, auf die sich Kutusow bezog:
    Mehr über die Türckische Cammer in Dresden | MDR.DE

    Kleine Korrektur: Das war Radio, nicht FS. Aber ansonsten stimmt wohl meine Vermutung.

    Sogar dass türkische Fernsehen hat davon Kenntnis genommen:
    http://www.trt.net.tr/trtinternatio...aberKodu=afadd471-ece5-4d57-b98d-31d232bc2db1
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Mai 2010
  9. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Richtig, genannt "Der sächsische Mars". Später waren die Sachsen immer wieder gegen die Osmanen im Einsatz unter ihrem Kurfürst als Befehlshaber wie dann unter Friedrich August I. und danach ohne ihn.
     
  10. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Danke Dieter!

    Du hast uns wieder unmissverständlich deutlich gemacht, dasss die bösen Osmanen nur plündern, rauben und morden wollten und die Sachsen, die im Rahmen der Ostkolonisation, die bedürftigen, ehemaligen, Westprovinzen Ostroms nur den Wohlstand der Kolonien im Sinne hatten.

    Im übrigen muss es sich wohl bei den " Siebenbürger Sachsen" um ein Missverständnis handeln. Denn diese sogenannten Sachsen sind nur das Synonym für deutsche Ritter in damaliger Zeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Mai 2010
    1 Person gefällt das.
  11. Kalojan

    Kalojan Neues Mitglied

    Kann da nur @Seldschuk zustimmen:

    Im übrigen waren die Siebenbürger Sachsen vor allem Händler. und mischten sich auch oft in die Politik der rumänischen Fürstentümer, speziell dem Fürstentum Wallachei, ein. Das war auch der Grund, warum sie durch Vlad den Pfähler mit Argwohn beäugt wurden.

    Die Osmanen waren sicherlich Eroberer, mit einem ziemlich heftigen Eroberungsdrang, und gingen genauso wie die meisten anderen Reiche ihrer Zeit, eher wenig zimperlich mit den zu erobernden vor, aber waren in vielen Dingen wesentlich humaner als die meisten Katholischen Reiche (Die Osmanen haben zB den Bulgaren den orthodoxen Glauben gelassen. Die Ungarn haben, als sie im späten 14. Jahrhundert für kurze Zeit Bdin (heute Vidin) einnahmen, eine massive Katholisierung veranlasst, bei der 2000 Bulgaren zwangskatholisiert wurden. Im übrigen war diese Taktik vollkommen üblich, und wurde auch im Westen praktiziert.

    Sollte ich mal wieder nach Dresden kommen, gucke ich mir bestimmt diese Ausstellung an, weil die hat ja selten schöne Exponate osmanischer Herkunft (schon alleine die Bögen sind zum verknallen :D)
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juni 2010
  12. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich habe keineswegs von Raub und Mord gesprochen, sondern lediglich einen Wiki-Artikel eingestellt, der sich mit der Konfrontation von Siebenbürger Sachsen und expandierenden Osmanen befasst.
     
  13. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Entschuldigung, so nicht korrekt. Habsburg kam erst 1526.
     
  14. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ja, natürlich - zunächst die Herscherhäuser der Arpaden, Anjou und Jagiellonen und seit 1526 die Habburger! :winke:
     
  15. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Hier noch einmal ein kleiner Artikel den ich bei Google-books gefunden habe, der sich mit der Konfessionsbildung und deren Kultur in Siebenbürgen auseinander setzt:

    Konfessionsbildung und ... - Google Bücher

    Bitte ab Seite 15 lesen!

    Dort steht unter anderen, dass Siebenbürgen erst unter den Osmanen zum selbstständigen Fürstentum wurde und die Siebenbürgener unter osmanischer Botmäßigkeit, als Vasallen mit Tributpflicht, relative Eigenständigkeit genossen. Das Unbotmäßigkeiten, zu Strafexpeditionen führen ist hinlänglich bekannt.

    Die Tributzahlungen, angegeben sind zwischen 10.000-15.000 Golddukaten, scheinen mir auch nicht überhöht zu sein. Im Gegensatz zu den 30.000 (1547) der Habsburger, die sich immer wieder den Frieden mit den Osmanen erkaufen mussten.

    Vgl: http://www.tuerkenbeute.de/kun/kun_lou/TuerkenkriegeEuropa_de.php

    Im Übrigen wurden ab Anfang des 18 Jh. Woiwoden (griechische Fanarioten) als Statthalter in Siebenbürgen bestellt, die die Provinz ausbeuteten. Also keine Türken!
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2010
  16. Kalojan

    Kalojan Neues Mitglied

    Wie die meisten "Ausbeutungen durch Osmanen" nicht wirklich durch Türken, sondern von anderen Balkanlern wie zB Griechen ausgeübt wurden.
     
  17. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Noch ein kleiner Artikel, der der Annahme des "Türkenjochs" widerspricht:

    Historisches Seminar

    Daraus kleine Auszüge:

    oder:

    Ganz offensichtlich haben die "Balkan-Christen" die Oberherrschaft der Osmanen ganz anders empfunden, als die aktuellen Geschichtsbücher einzelner Balkan-Staaten oder "Wiki" es heute wiedergeben. Ja ganz im Gegenteil müssen wir feststellen, dass die Osmanen dem Gros der Bevölkerung Frieden und Wohlstand gegeben haben.

    Bemerkenswerter Satz!

    Im speziellen zu Siebenbürgen:

    Stönten die Balkan-Völker wirklich unter dem Türkenjoch? Hier liest man anderes!

    Keiner bestreitet, dass nachdem das OR seinen Zenit überschritten hatte es zu Missständen, auch auf dem Balkan kam, dass lag an der schwachen Zentralmacht und den erstarkten Provinzialherrschern.

    Das bei genauerer Betrachtung in Siebenbürgen, der Walachei und Moldau damals nicht die Türken als Feindbild galten sondern die Griechen macht folgender Satz deutlich:

    Als Fazit:
    Erst mit dem vollständigen Abzug der Türken vom Balkan häuften sich die Kriege auf selbigem und die Balkan-Völker stürzten sich gegenseitig ins Verderben.

    Schöne Grüße an Dieter!
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2010
  18. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

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  19. Kalojan

    Kalojan Neues Mitglied

    Ich sag es so:

    Im Vergleich zu anderen Staaten dieser Zeit waren die Osmanen wesentlich toleranter. Was man aber auch Bedenken sollte, ist der Fakt, dass es nun mal auch zahlreiche Aufstände in diesen 500 Jahren gab (alleine in Bulgarien gab es etliche). Die Richteten sich aber weniger gegen die Osmanen an sich, sondern mehr gegen die Willkür mancher Beys.

    Es wird nicht ohne Grund in dem Werk von Paissij Hilendarski "Slawianobulgarskata Istoria" (Slawobulgarische Geschichte) und auch im Gedicht von Vazov über Diesen, geschrieben "der, der zu den Griechen rennt", Türken werden nur selten erwähnt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2010
  20. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Mod an: Der tagespolitische Satz wurde entfernt Mod aus

    Tatsache ist, dass die Siebenbürger Sachsen im 15. Jh. zahlreiche stark befestigte Kirchenburgen zur Abwehr der Türken errichteten und einen blutigen Abwehrkampf gegen türkische Überfälle führten. Sie werden also die Türken auf dem Balkan kaum freudig begrüßt haben:

    Siebenbürger Sachsen
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13. Juni 2010

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