Ost CDU wiedervereinigt-ein Problem ?

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Gast 77, 31. August 2010.

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  1. Gast 77

    Gast 77 Gast

    Hallo ihr :) ich hoffe ihr könnt mir vielleicht helfen,da ich für LK Geschichte meine Facharbeit schreiben muss,aber nach langer Suche keine gute Literatur für das Thema finde :
    Die Ost CDU wiedervereinigt-ein Problem ?

    Bei dem Thema soll die Geschichte der Ost Cdu bis 1990 beschrieben werden,zudem die Probleme bei der wiederbereinigten CDU,da sie ja die Politiker der Ost-CDU trotz ihrer Vergangenheit einfach übernommen haben.

    Hoffe ihr könnt mir eine Literatur nennen,oder mir bei dem Thema ein bisschen helfen..
    Schönen Gruß Georg
     
  2. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

    Also mal ganz spontan:

    Christlich-Demokratische Union Deutschlands (DDR) ? Wikipedia

    Ralf Thomas Baus: Die Christlich-Demokratische Union Deutschlands in der sowjetisch besetzten Zone 1945 bis 1948. Gründung – Programm – Politik, Droste, Düsseldorf 2001 (Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte, Band 36)

    Peter Joachim Lapp: Ausverkauf. Das Ende der Blockparteien

    Christian v. Ditfurth: Blockflöten – Wie die CDU ihre realsozialistische Vergangenheit verdrängt, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1991

    Klingen doch recht vielversprechend.

    Cheers,

    Nex
     
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  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Den dritten Titel könnte man fast als Quelle, denn als Fachliteratur verwenden.
     
  4. Melchior

    Melchior Neues Mitglied


    Als Anhaltspunkt zu Deinem Thema, Gerald Götting, der Vorsitzende der CDU in der späten DDR-Zeit.

    M.
     
  5. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Vielleicht auch mal bei der CDU (Bundesgeschäftsstelle) und Konrad-Adenauer-Stiftung nachfragen. Übrigens gab es in der Bundesrepublik (vor der Wiedervereinigung) innerhalb der CDU-Organisation auch noch eine Exil-Ost-CDU.


    @Gast77:

    Wie viele Seiten soll denn die Facharbeit umfassen?
     
  6. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Gast77

    Ein mich auch interessierendes Thema, stell doch einfach mal Deine Grobgliederung ein.

    M.
     
  7. Matrjoschka

    Matrjoschka Gesperrt

    Sämtliche CDU-Bezirkschef der DDR waren Kommunisten. Sie wurden in die DDR-CDU eingeschleust undzu den Bezirkschefs ernannt, nach diversen CDU-Säuberungen durch den Staat DDR Anfang der 1950er Jahre.
    Die meisten CDU-Mitglieder, die einen SED-Parteiauftrag in der CDU hatten, gingen freiwillig 1990 aus der CDU.
    Es gibt eine große Diskrepanz zwischen freiheitlich-demokratischer Grundhaltung und kommunistisch geprägter Ideologie. Es kann sein, dass einige unterchargierte CDU-Mitglieder Wendehälse wurden. Aber man kann auch an vielen Biographien der einfachen CDU-Mitglieder nachvollziehen, dass sie eine grundlegende persönliche jahrelange Inventur durchmachten und keineswegs als Wendehälse gelten.
     
  8. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Das halte ich für nicht zutreffend.
    Das Ausmass der Kollaboration der CDU - Führungsriegen und wie sie
    von der SED gehandhabt wurde , ist eine andere Frage.
    Jedenfalls keine des Einsetzens von überzeugten , eigentlich SED - Mitgliedern
    in die Führungsebenen der CDU.
    Dabei muss man die Durchsetzung der Blockparteien mit MfS-Angehörigen
    ( ZB. OIBE ) und mit Informanten ( sowohl angeworbenen , als auch freiwilligen ! ) im Blick haben.

    Jedenfalls durchlief ein erheblicher Anteil an CDU- Mitgliedern , sowohl
    niederen Funktionären als auch Mitgliedern die Schulungskurse der
    CDU an den jeweiligen CDU-eigenen Akademien;) in den Bezirken.
    So richtig unbeleckt und unbehelligt von von den Einweisungen in die
    SED-festgelegte Paladinrolle der CDU blieb kaum ein Mitglied.

    Wer sich die Ost -CDU als potentielle Opposition in der DDR vorstellt.....
    ich hoffe. derjenige kann sich von diesem Eindruck noch freimachen....

    Ich habe persönlich noch in der Zeit der Montagsdemonstrationen
    CDU -Volkskammer -Abgeordnete und örtliche Funktionäre erleben
    dürfen , welche die Aufmüpfigen ( Neues Forum ) nahezu beschworen , auf den << rechten Weg ... >> ...sprich zur Unterordnung unter SED und Staatsmacht zurückzukehren ....=)

    Was für Revolutionäre und Reformer ....:cry:
     
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  9. Gast 77

    Gast 77 Gast

    Danke für eure Beiträge,
    die Facharbeit soll eine Länge zwischen 15 und 20 Seiten haben.

    Zudem hab ich jetzt mit meiner Lehrerin eine Gliederung durchgesprochen :
    1.Entwicklung der Ost-Cdu seit 1945,bzw.Gründung
    2.Zeitlicher Ablauf (also der WV)
    3.Wiedervereinigung der Cdu
    3.1 JA - ein Problem
    3.2 Nein - kein Problem
    4.Eigene Meinung

    Zu 3 soll die Haltung der West Cdu zur Wiedervereinigung und der Ost-Cdu
    geklärt werden. Das ist zur Zeit mein größtes Problem bei der Facharbeit,ein Buch oder eine Zeitschrift zu finden welche mehrere Stimmen darüber beinhaltet.

    @Carolus,Danke dein Beitrag hat mir sehr geholfen.

    Hoffentlich könnt ihr mir bei meinen Problem nochmal weiterhelfen..
    Vielen Dank schon mal Georg :)

    Die Bücher welche ich schon mal bestellt habe,sind :
    -Von der Blockpartei zur Volkspartei (Ute Schmidt)
    -Die Ost-Cdu (Michael Richter)
    -Macht und Machtverlust (Frank Bösch)

    Was haltet ihr davon ?
     
  10. Matrjoschka

    Matrjoschka Gesperrt

    Also waren auch alle im Schulalter befindlichen FDJ-Mitglieder, die an den FDJ-Seminaren teilnehmen mussten, ausnahmslos linientreue DDR-Bürger.
    Ich bin empfindlich mit der Meinung, wenn wer eine Veranstaltung frequentiert, dass diese Person sich mit dieser Veranstaltung danach voll identifizierbar mache.
    Das ist real-sozialistisches Menschenbild á la DDR. Und ist schauderhaft.
     
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  11. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Das ist vereinfachend.

    Hier geht es um spezielle Parteischulungsmassnahmen - nicht um
    allgemeine Beeinflussungsmassnahmen.
    Systeme der Beeinflussung wie Pioniernachmittage , FDJ- Versammlungen ,
    Gewerkschaftsversammlungen oder auch die tägliche Aktuelle Kamera
    sind da nicht vergleichbar.
    Mehrwöchige " Lehrgänge " an Parteischulen - gleich welcher Partei -
    auch DBD , LDPD u.a. hatten diese - sind eine andere Qualität.

    Das real-sozialistische Menschenbild - diese Fiktion der SED - Ideologie
    entwarf den durchschnittlichen , der Führung der SED folgenden
    Staatsbürger.
    Nicht den überzeugten Kommunisten oder den sich einordnenden
    Block-Partei - Politiker.
    Leztere könnte man schon als " entwickelte sozialistische Persönlichkeiten"
    im Sinne des angestrebten staatsbürgerlichen Aktivisten ansehen.

    Ja - diese Vision ist schauderhaft.
    .
     
  12. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Gast77

    Deine Gliederung finde ich o.k. Nur machst Du Dir die Arbeit selbst schwer, wie Du bereits bemerktest, daß Du Deinen 3. Gliederungspunkt aufteilst in ein "Pro" und ein "Contra". Nenn ihn doch einfach "Diskussionen in der West- und Ost-CDU über die Vereinigung". Da bleibst Du ergebnisoffen und solltest Du viel Literatur hierzu finden, dann kannst Du allemal weiteruntergliedern.

    Bei Gliederungspunkt 1, sollte nicht nur die Geschichte der Ost-CDU als chronologische Abfolge stehen, sondern auch die Ost-CDU im Parteiensystem der DDR.

    Schau hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_(DDR)

    Denk bitte daran, daß nicht nur die Ost-CDU sich mit der CDU (West) vereinigte sondern vorher über die "Allianz für Deutschland" auch:

    Demokratischer Aufbruch ? Wikipedia


    Dein Gliederungspunkt 4 "Eigene Meinung" wird in der Wissenschaft eher schlicht als "Zusammenfassung" oder "Ergebnis" bezeichnet. Aber wenn Dein Lehrer das so will oder es an Eurer Schule so üblich ist, dann ist das selbstverständlich o.k.

    Noch ein Tipp zur Recherche und Literaturbeschaffung:

    Die helfen gerne wenn Du sie anschreibst:

    Forschungsverbund SED-Staat: Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität


    M.
     
  13. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Zum Thema der Vereinigung Ost-West-CDU in der Wende/Nachwende-Zeit empfehle ich auch, den Spiegel aus Ende 89 und Anfang 90 durchzusehen. Bei den letzten Volkskammerwahlen gab es ein Wahlbündnis zwischen der gewendeten Ost-CDU und den neuen Parteien bzw. Bewegungen Demokratischer Aufbruch und DSU.

    Falls ich das richtig in Erinnerung habe, war damals auch der Gedanke da, die Ost-CDU "abzuwickeln" und im Gebiet der Ex-DDR eine oder beide von den beiden neuen Parteien zu protegieren und zum Regionalpartner zu machen.
     
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  14. Matrjoschka

    Matrjoschka Gesperrt

    @Treibsand
    Das real-existierende System der sozialistischen Diktatur sah/sieht keine freien individuellen Entscheidungen von Bürgern vor. Nachteil solcher Gesellschaftsordnung sind Bürger, die man auch mit Parteilehrgängen oder Parteischulungsmassnahmen nicht wirklich einschätzen kann. So gesehen war die Mitläufererziehung keine Lösung für das sozialistische Menschenbild in der sozialistischen Diktatur.

    Als ob man auf Parteilehrgängen und Schulungen nicht auch mit offenen Augen und auf Durchzug stehende Ohren triefen und für kommenden Tag einen Terminzettel mit Besorgungen schreiben könne...:)
     
  15. Guest 77

    Guest 77 Neues Mitglied

    Dankeschön für die vielen Hilfen,
    hat mir sehr geholfen :)

    Gliederung sieht jetzt folglich aus :
    1.Geschichtlicher Überblick zur CDU in Ost und West
    1.1 Entwicklung der West CDU ab 1945
    1.2 Entwicklung der Ost CDU (wo ich auch sie auch im Parteiensystem anspreche)
    2. Chronologischer Ablauf der CDU Vereinigung
    3.Verschiedene Gesichtspunkte der WV
    4.Zusammenfassung (danke Melchior (;)

    Habe mir noch Daten zur Wiedervereinigung von Ost und West CDU von der Konrad Adenauer Stiftung senden lassen.

    Schreibe bei Gelegenheit wieder über die Fortschritte,also vielen Dank nochmal!
    Schönen Gruß
     

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