"Personenkult um Stalin" - Materialien Suche

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von never_again, 4. Mai 2009.

  1. never_again

    never_again Neues Mitglied

    Guten Abend,

    ich habe die Aufgabe bekommen, mich mit dem Personenkult um Stalin zu befassen und ich finde das ist ein interessanter Bereich.

    Ich muss jedoch leider sagen, dass mir die Materialien fehlen. Ich soll auf Entstehung, Merkmale und Beispiele eingehen.

    Die Beispiele sind nicht so schwer und auch die Merkmale würde ich noch schaffen, doch bei der Entstehung bin ich ratlos.

    Könntet ihr mir evtl. helfen ?

    Ich muss eine Art Präsentation zur kommenden Woche ausarbeiten und würde mich über zügige Antwort echt freuen.

    P.S Der Vortrag soll 45 - 90 Minuten gehen

    Liebe Grüße
    never_again
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    ein aspekt

    das Buch von "Montefiori": Stalin: Am Hof des Roten Zaren beschreibt anahand zahlreicher Beispiele den Personenkult.

    Drei kurz angeführt:
    1. Im Rahmen der Säuberung haben sich Familienangehörige von Opern mit Briefen direkt an Stalin gewendet. An diesen "Bitten" kann man die überragende Rolle von Stalin erkennen, mit einem Federstrich schickesale zu entscheiden. Er war Herrr über Leben und Tod, ein fast gottgleicher Status.

    2. Wer den ideologischen Überbau beherrscht, der beherrscht die politische Diskussion. So sah das auch Stalin und deswegen war er der einzige, der die "Bibel", die Werke von Lenin, interpretieren durfte.

    3. Dass er auf Personenkult stand, im Sinne der Selbstinzenierung, beweist auch, dass er sich wohl gefreut haben soll, zum Marschall ernannt worden zu sein. Seine späteren Auftritte, auch im Kreis von Roosevelt und Churchill hat er dann m.E. in einer Marschalls-Uniform "aufgeführt". Die beiden anderen "Looser" waren keine Marschälle:devil:

    Ich würde aber auch kurz auf die historischen Voraussetzungen des Zarismus eingehen, die ursprünglich aristokratische geprägte russische Gesellschaftsstruktur und der Masse der Bauern.

    Wie das Buch oben schon sagt, "am Hofe des roten Zaren" erkennt man sicherlich eine Vielzahl von Blaupausen, die Stalin übernommen hat, bewusst oder unbewusst.
     
  3. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Schon während der 1930erjahre trug der Personenkult um Stalin seltsame Blüten. Man kann sich eines Schmunzelns nicht erwehren, wenn man liest, dass eine Rede Stalins auf acht Schallplatten gepresst worden war, deren letzte nichts als den nicht enden wollenden (bzw. dürfenden) tosenden Applaus willfähriger Zuhörer wiedergibt. Wo immer der Name Stalin fiel, waren stehende Ovationen die Pflicht. Huldigungen seiner Person konnten nicht hochtrabend genug sein und erschöpften sich keineswegs in peinlichen Euphemismen wie bspw.: "das Licht", "der Leuchtturm", "der menschlichste aller Menschen", "das Banner des großen Kampfes", "das Lied der kommenden Jahrhunderte", "die Weisheit unsterblicher Ideen", und "die Sonne für die Bestimmung der Völker". Der mit soviel Lob gepriesene Despot tat derweilen auf bescheiden. In das zu Lebzeiten Stalins erschienene Lehrbuch J. Stalin - Kurze Lebensbeschreibung redigierte er mit eigener Hand den folgenden Satz hinein: "Obgleich er seine Aufgabe als Führer der Partei und des Volkes mit vollendeter Kunst meisterte und die uneingeschränkte Unterstützung des ganzen Sowjetvolks genoss, ließ es Stalin niemals zu, dass seine Arbeit auch nur durch den leisesten Schatten von Eitelkeit, Hochmut und Eigenlob beeinträchtigt wurde."

    von Sandammeer - Die virtuelle Literaturzeitschrift
     
  4. never_again

    never_again Neues Mitglied

    Ich bedanke mich schon mal für die Antworten, doch hatte ich mehr auf Links gehofft.

    Das Zitat von Themistokles und der verweis auf die Seite waren schon ganz gut.Evtl.bietet unsere Schulbibliothek dieses Buch, doch ich bezweifle es :(

    Könntet Ihr mir noch weitere Seiten vorschlagen ?

    Liebe Grüße
     

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