Pfeile gegen Musketenschützen

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Lenin, 19. August 2008.

  1. GENAU MEINE MEINUNG.

    Ich würde auch das Pferd schiessen, dann kann wer andere den am Boden erledigen.

    Außerdem ist der Vergleich Steinschleuder - Bogen gelinde gesagt, schwachsinnig. Eine Schleuder hat nicht im Ansatz diese Durchschlagskraft und Letalität wie ein Bogen.

    Nehmen wir mal nicht den Langbogen, sondern zB den Osmanischen Reflexbogen, der nachweislich gegen schwer gepanzerte Gegner tödlich war und schockierend wirkte. Ein osmanischer Reflexbogen hatte ein Zuggewicht von 150lbs ergo Die Pfeilgeschwindigkeit beträgt min. 130 bis 140 km/h (vermutlich sogar mehr, wenn man bedenkt, wie der osmanische Bogen konzipiert war).

    Außerdem wurden ja von den Baschkiren in napoleonischen Zeiten den Bogen verwendet. Ich kann mich sogar an einen Text erinnern, von einem deutschen Offizier in französischen Diensten, der "von einem Pfeil getroffen wurde, der auf der anderen Seite des Armes raussah". Wenn das nicht zeigt, welche Letalität eigentlich in einem Bogen steckt....

    Grundsätzlich gebe ich dir auch bei 10 recht. Neben Musketenschützen und Artillerie wäre der Bogen eine super sache gewesen. Das haben zB die Kasachen gemacht.

    Das mit der Armbrust wird nicht funktionieren, da du ja vorne den "Steigbügel" hast, in dem du mit dem Fuß reinfährst, und die Armbrust zu spannen. Außerdem geht bei der Armburst in Vergleich zur Muskete der Vorteil der schnelleren Feuerrate flöten. ERGO: Wenn nicht Muskete, dann Bogen.
     
  2. duxalamannorum

    duxalamannorum Mitglied

    R.A.
    Das Langbogenschiessen hat in Frankreich bereits eine jahrhunderte alte Tradition.
    Im Magazin "Traditionell Bogenschiessen" Nr.43, I.Quart.07 wird über die Bogentradition in Frankreich berichtet:"Das Bogenschiessen ist in Frankreich traditionell im Norden zu Hause, in der Il-de-France und in der Picardie und das Armbrustschiessen an der Grenze zu Flandern.
    "In der Picardie wurden nach Aussage des Musée de l'Archerie einst die Bogenschützen des französischen Königs ausgebildet." ( die Picardie kam aber erst 1493 zusammen mit Burgund zu Frankreich, also lange lange nach dem Hundertjährigen Krieg)
    Noch heute gibt es Bogenschiessanlagen, die sogenannten Beursault-Gärten, die auf das 16. Jhdt. zurückgehen.
    Die Bogenvereine heissen in der Picardie immer noch "Kompanien" und künden noch heute von der militärischen Tradition, auch die Struktur ist nach Dienstgraden gestaffelt ( der Vorstand wird dort Capitain genannt). Übrigens die gleiche militärische Struktur wie bei bei den Engländern. Bei der Fraternity of St.George 1509 gibt es auch einen "Captain", dazu mehrere Lieutenants.

    SergejKorolev
    Das Gewicht der Pfeile, die von den englischen Langbögen abgeschossen wurden, war erheblich höher als das der türkischen Pfeile. Das Schaftholz der englischen Pfeile war aus Birke oder Eiche, während die türkischen Pfeile zumeist aus Nadelholz gemacht wurden. Das Pfeilgewicht der englischen Lanbogenpfeile lag zwischen 65 und 100 Gramm (1000 - 1500 grain). Dadurch ergab sich eine ernorme Auftreffwucht.
    Der englische Langbogen war prädestiniert einen schweren Pfeil abzuschiessen, dabei war er gegenüber dem Reiterrecurvebogen bauartlich aber in der Anfangsgeschwindigkeit unterlegen.
     
  3. Stimmt teilweise:

    Die Pfeile der Langbögen waren zwar schwerer, aber es ist ja bekannt, das bei einem Geschoss Geschwindigkeit wichtiger ist. Deswegen hat ja eine Armbrust eine höhere Durchschlagskraft als ein Bogen und eine Muskete höhere Durchschlagskraft als eine Armbrust, weil die Geschwindigkeit höher ist, nicht das Gewicht.
     
  4. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Ich mag da erneut spitzfindig erscheinen, aber ich möchte darum bitten, auch bei solchen Aussagen den Sachverhalt nicht zu stark zu vereinfachen.
    1. Zugkraft:
    Englischer Langbogen -> 90...180 lbs
    Mongolischer und Türkischer Reflexbogen -> 100...160 lbs
    2. Wirkung gegen stark gepanzerte Gegner
    Auch Mongolen bzw. Türken/Osmanen verwendeten dabei zum einen spezielle Pfeile, deren Spitzen "panzerbrechend" (genauer müßte man schreiben: geeignet waren, in Metall einzudringen) waren (der Bogentyp allein machte es also nicht), zum anderen waren gerade die Spahis geübt, auf die Schwachpunkte der Rüstungen (nämlich z.B. die faktisch ungerüsteten Stellen) zu zielen.

    Anm.: Ob Erik Hildinger mit seiner Aussage, daß man mit keinem Bogen - so stark er auch sei und so weit man mit ihm schießen kann - auf mehr als ca. 75m präzise und treffgenau sein kann, Recht hat oder nicht, lasse ich einmal dahingestellt, da ich dies nicht wirklich so spezifisch beurteilen kann.

    Ich denke, über das Faktum, daß Pfeil und Bogen gegen ungeschützte i.S.v. ungerüstete o. dgl. Ziele letal sind, dürften wir uns wohl alle einig sein. Das hat schließlich schon die (experimentalarchäologische) Rekonstruktion von Bogen und Pfeilen deutlich gemacht, welche Ötzi bei sich trug.
     
  5. duxalamannorum

    duxalamannorum Mitglied

    Ein Armbrustbolzen ist kürzer als ein Bogenpfeil, ist aber wesentlich schwerer und hat einen größeren Durchmesser,daraus resultiert auch die Durchschlagskraft.
     
  6. Hmm, wegen dem Gewicht, will ich mal nix sagen. Aber Fakt ist, das Geschwindigkeit der Faktor ist. Sonst hätte ja ein Speer mehr Durchschlagskraft als ein Pfeil.
     
  7. Lenin

    Lenin Neues Mitglied

    Die Kraft hängt von beidem ab, vielleicht auch noch von der Aufprallfläche.
     
  8. Guntbot

    Guntbot Gast



    ausschlaggebend ist der ausgeübte Druck
    Druck ist Kraft pro Fläche heißt je kleiner die auftreffende Fläche(Pfeilspitze)desto größer ist bei gleicher Kraft der Druck (Durchschlagskraft)
    und F= Masse x m/s2
     
  9. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    zum ballistischen SChuß mit der Armbrust: wenn man die Armbrust hoch hält, versperrt der Querbogen die Sicht, man schießt also fast blind in die Luft. Das ist ein Nachteil, wenngleich zu klären ist, wie schwer er sich auswirkt.

    Diese übernamen den Eibenlangbogen von den Wikingern.

    die aber keine großen SChlachten führten.
    Der einfache Langbogen aus einem Stück Holz ist mWn die älteste Bogenform und war in der Jungsteinzeit in Europa üblich. Der wesentliche Unterschied zum Langbogen der Wikinger, Waliser und Engländer ist der Querschnitt. Steinzeitliche Bögen waren flach, während im Mittelalter der runde oder D-förmige Querschnitt aufkam.


    Was die Physik betrifft: offensichtlich hängt die Wirkung sowohl vom Gewicht, als auch von der Geschwindigkeit ab (letztenendes auch von der Höhe des Schützen, den niemand buddelt sich vor dem SChießen in den Boden ein, sodass der Pfeil genau aus Bodenhöhe abgeschossen wird), aber eine Erhöhung der Geschwindigkeit wirkt sich schneller aus, als die des Gewichtes.
     
  10. Nur brauchst du auch die Geschwindigkeit.

    Weil

    Gleiche Pfeilspitze + unterschiedliche geschwindigkeit = Der mit höher geschwindigkeit kommt durch.
     
  11. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Aus der Geschwindigkeit resultiert doch aber auch die Kraft. Je schneller und schwerer ein Geschoß ist, desto mehr Energie hat es. Wenn dann noch die Aufprallfläche möglichst klein ist, dann ist die Sache perfekt.
     
  12. Guntbot

    Guntbot Gast

    V(Geschwindigkeit)ergibt sich aus Weg mal Beschleunigung( m/s2)
     

  13. Genau so ist es.
     
  14. Guntbot

    Guntbot Gast

    letztlich ist die Durchschlagskraft ein Resultat des Drucks
    der Druck wiederum ergibt sich aus Kraft pro Fläche
    die Kraft ist Masse x Geschwindigkeit
    die Geschwindigkeit ergibt sich aus Weg x Beschleunigung
    die Formeln einsetzen und runter zukürzen bin ich zu faul aber das kriegt ihr sicher auch hin
    ist ja nur Physik und bischen Mathe
     
  15. So, jetzt fehlen nur noch einige wichtige Zahlen..

    Wir brauchen

    Abschussgeschwindigkeit + Masse des Pfeils
     
  16. Guntbot

    Guntbot Gast


    na dann los das ist doch dein Spezialgebiet meins ist es nicht aber du als Bogenschütze solltest doch da dran kommen oder besorg dir einfach einen dDruckmesser oder nimm eine Waage und schieß drauf.die mist die Kraft die Fläche der pfeilspitze kannst du ausrechnen und schon hast du den Druck
    :pfeif:
     
  17. Na du bist gut....

    Wo soll ich den nen Druckmesser hinbekommen...außerdem wird mir die waage nicht viel bringen....weil der druck ja nicht beibehalten wird. Das ist ungefähr so, wie wenn du wiegen möchtest, wie schwer den kopf wiegt, und dann deinen kopf hebst, um das ergebnis zu sehen.

    Im Film habe ich ohnehin einen test gemacht, den kann man sich gerne runterladen...da habe ich auch einen test drinnen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. August 2008
  18. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Vielleicht könnte man ja die Anzeige der Waage filmen, in der Hoffnung, daß die Zahlen dann auf dem Film zu sehen sein werden.
     
  19. Guntbot

    Guntbot Gast

    druckmesser kann man leihen und wenn du es wirklich probieren willst kaufst du dir eine billige Personenwaage und befestigst an dem Zeiger einen kleinen Schleppzeiger der bleibt stehen oder such dir einen der mutig genug ist und gut guggen kann
     
  20. Zu klein, das gibt riesen Probleme bei der lesbarkeit. Außerdem geht das zu schnell

    Wo kann man sich den ausleihen?


    Ich suche lieber mal nach Daten, die schon vorhanden sind.
     

Diese Seite empfehlen