Politik in Mykenischer Zeit

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Gast, 19. August 2004.

  1. Gast

    Gast Gast

    Gab es in Mykene einen Senat oder eine Volksversamlung. Sind Versamlungsorte für eine Senat ausgegraben worden. Gibt es überlieferte historische Aufzeichnungen über politische erreignise aus dieser Zeit. Wo finde ich diese oder andere mykeneische überlieferungen. Welche Götter wurden damals angebetet.
     
  2. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Zuletzt bearbeitet: 27. August 2004
  3. Na ja, ob man da zwischen den ganzen Illyrer und Etruskern noch fündig wird...

    Daher noch mal kurz zusammengefasst:

    Nein, es gab keinen Senat und auch keine Volksversammlung. Die Mykener waren Monarchisch organisiert, dazu gab es eine Art Feudalismus:

    "Die gesellschaftliche Organisation erfolgte um einzelne Machtzentren, befestigte Paläste. Der Herr (wa-na-ka | ἄναξ übt die absolute Macht aus. Er ist auch Priester und Repräsentant der Gottheit. In seinem Gefolge nahm ein "Herzog" (ra-wa-qe-ta | λαγέτας den nächsten Rang ein. Ihm unterstand der "Gefolgsmann (e-qe-ta | ἑπέτας. Der ἄναξ verfügt über eine streng organisierte Bürokratie, die alle öffentlichen Vorgänge nach Distrikten (δᾶμοι gegliedert registriert und steuert. Jeder Distrikt (da-mo | δᾶμος hat einen eigenen Vorsteher. Pylos bestand z.B. aus 16 Distrikten. Daneben bilden sich aufgrund der agrarischen Wirtschaftsstruktur in dem Herrschaftsgebiet eines ἄναξ mehrere gentilizische Führungsgruppen (Adel) heraus, an deren Spitze jeweils ein König (βασιλεύς steht. Den βασιλεύς

    berät ein Rat der Alten (γερουσία. !!

    (das könnte man am ehesten noch als eine Art Senat sehen, es ist aber keiner und dazu beschränkte sich die Funktion primär auf religiöse Belange und es gab einen solchen Altenrat nicht überall)

    Die Basis bilden die freien Bauern und Handwerker und viele Sklaven. Der Boden wurde als Volkseigentum an die Bauern aufgeteilt. Der ἄναξ besaß ein eigenes τέμενος . Auch die βασιλεῖς verfügten wohl über größere Güter."

    Quelle: http://www.gottwein.de/grep/his_3000.htm

    Nein, da es keinen Senat gab, gab es auch keine Versammlungsorte für einen solchen.

    Warum eigentlich, fragst du nach einem Senat ?? Ich meine, woher hast du das mit einem Senat, das muß doch irgendwo her kommen ?

    Prinzipiell schon Götter, die auch die späteren Griechen verehrten. Die Mykener sprachen ja auch schon eine frühe Form des griechischen und benutzen die Linear B Schrift.

    Nur die Anordnung und Reihenfolge war bei den Mykenern anders, die mykenische Hauptgottheit war Artemis, die spätere Göttin der Jagd. Sie wurde als Muttergöttin verehrt und vereinigte mehrere, später anderen Göttinen zugesprochene Eigenschaften. Mit der Einwanderung der Dorier wurde dann Zeus mit den Vorstellungen des indogermanischen Himmelsgottes verwoben und aufgewertet, Artemis dagegen massiv abgewertet. In mykenischer Zeit war Zeus nur der Wettergott.

    Sehr wichtige Götter in mykenischer Zeit waren auch Ares, Athene und Hera. Und vor allen anderen Poseidon, der Name Poseidon taucht auf sehr vielen Linear B Täfelchen auf und sein Kult war sehr bedeutend. Der Grund war wohl die Seefahrerische Aktivität der Mykener. Auch in der Ilias und in der Odysee ist Poseidon besonders bedeutsam. Besonders Interessant in diesem Kontext: Nestor, der König von Pylos opfert Poseidon in der Ilias 81 Stiere, ein außergewöhnlich großes Opfer und gerade im historischen Pylos haben wir nun die meisten Funde von Poseidons Namens auf solchen Täfelchen .
     

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