Postfordismus ab 1970

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Menelor, 4. Dezember 2014.

  1. Menelor

    Menelor Neues Mitglied

    Für ein Referat soll ich mich unter anderem mit dem Postfordismus beschäftigen. Was damit gemeint ist, ist mir bekannt.
    In meiner Quelle steht, dass das klassische fordische System seit Mitte der 1970 Jahre in einer Krise war, zur Begründung werden die üblichen Argumente gegen den Fordismus gennant.
    Mich würde interessieren, ob es dafür ein konkretes historisches Beispiel gab an dem ich die Probelmatik erklären kann.
     
  2. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Fordimus steht einmal für die industrielle Massenproduktion andererseits für die sozialstaatliche Absicherung der Arbeiter/Werktätigen, was immer.

    Was interessiert dich in deinem Referat?

    Die standardisierte Massenproduktion nach Ford (meine Autos gibt es in jeder Farbe, sie muss nur schwarz sein) kam mit zunehmender Individualisierung in die Krise.
    Den Aspekt würde ich vielleicht am Beispiel Volkswagen aufziehen: der Umstieg vom Käfer zu Polo, Golf, Passat in allen Varianten.

    oder besser an Toyota. Toyota hat als erster Massenhersteller Variantenvielfalt in die Massenproduktion eingebracht und damit Geld verdient. Da gibt es jede Menge Literatur zu, Startpunkt Toyota Produktion System. Das geht aber tief in die betriebswirtschaftliche Produktionswirtschaft.


    Der fordisch-keynisianische Sozialstaat schwächelt mit der Globalisierung der Wirtschaft. Zum zweiten Punkt könntest du Mitte der 70er den Aufstieg Japans anführen, der in den Wirtschaftswissenschaften den Blick wieder auf die Angebotsseite richtete (Milton Friedmann).
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2014
  3. Menelor

    Menelor Neues Mitglied

    Vielen dank, das hat mir schon sehr geholfen:)
    Hast du eine Quelle für dein Zitat? Ich kenne das zwar auch, aber nur aus einem Computerspiel und habe dazu im Internet nichts gefunden.
     
  4. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Zitate von Henry Ford

    oder besser im Original

    Any customer can have a car painted any colour that he wants so long as it is black. (Remark about the Model T in 1909, published in his autobiography My Life and Work (1922) Chapter IV, p. 71; this has often been paraphrased, e.g.: "You can have any colour as long as it's black.")


    aus:

    http://en.wikiquote.org/wiki/Henry_Ford
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2014
  5. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Dann hast Du Dir nicht viel Mühe gegeben. Dieser Satz: "meine Autos gibt es in jeder Farbe, sie muss nur schwarz sein" steht im Wiki-Artikel, mit einer, allerdings unvollständigen, Literaturangabe.

    M.
     
  6. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Grundsätzlich die Frage, aber welchen Wert hat der Wiki-Artikel zur Problematik.
    Der liest sich, wie von einem verbohrten Linken Wirtschaftswissenschaftler verfasst, der in Marxismus-Leninismus vergeblich promoviert hat … oder im Umkehrschluss, ich bin der unwissende Aspekt, was natürlich näher liegt …

    Die Produktionsmethoden des Herrn Ford mögen nach heutigen Maßstäben sicherlich nicht Arbeitnehmerfreundlich erscheinen, aber die Produktion des Ford-T Modells ergab abgesehen von der für den Arbeitnehmer nachteiligen Produktionsmethoden bzw. der eintönigen Arbeit am Fließband auch den enormen Fortschritt der Massentauglichkeit eines Automobils und der damit sich zusammenrückenden Regionalität bzw. der weitere Schritt zu einer „Globalisierung“ …

    Und die Typenvielfalt eines Ford T Modells, auf einer Plattform, ist sicher keine Neuerfindung Japanischer Automobilkonzerne in den 70iger Jahren … angepasst an die Nachfrage der Kunden:
    Also hier eine Typenvielfalt nur anhand der Produktion über das Fließband und dem Einsatz einer Basis des Fahrzeuges als veraltet bzw. begrenzt zu sehen und/oder neue Produktionsmethoden oder Verkaufsargumente innerhalb eines Zeitraumes von 60 Jahren zu vergleichen, erscheint mit mir unlogisch und unpassend ..

    Lasse mich aber mit besseren Argumenten, wie die des Wiki Artikels gern überzeugen ...
     
  7. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Köbis17

    Den Wert des Wiki-Artikels vermag ich nicht zu beurteilen. Ich habe deswegen auch nicht auf ihn verlinkt. Gesucht war die Literaturangabe zu einem Zitat und dieses Zitat wird in dem Artikel angeführt, mit einer zwar unvollständigen, aber für einen Rechercheansatz brauchbaren Literaturangabe. Nicht mehr.

    M. :winke:
     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Den deutschen Wiki-Artikel sollte man beiseite lassen.

    Den besseren methodischen Überblick gibt der englische:
    Post-Fordism - Wikipedia, the free encyclopedia

    Darunter werden zahlreiche unterschiedliche Strömungen und "Schulen" sortiert (im Artikel beispiehaft 3, man findet weitere), die sich mit den Entwicklungen der Arbeitsprozesse und Beschäftigungssysteme (Skaleneffekte, Flexibilität etc.) und ihre Auswirkungen auf Produktion und Nachfrage beschäftigten:
    "Definitions of the nature and scope of Post-Fordism vary considerably and are a matter of debate among scholars."

    Ein sozioökonomischer Überblick:
    https://www.kcl.ac.uk/sspp/departments/management/people/academic/VidalReworking.pdf
    Neomarxistische Ansätze haben natürlich wieder ihre eigenen Blickwinkel auf die Kritik des Fordismus. Ebenso taucht das Schlagwort Postfordismus oder sogar Neofordismus in rhetorischen Schlachten zu Sozialstaatsfragen bis hin zur Kapitalismus- und Globalisierungskritik oder Regulierungsdebatten und Krisendiagnostik auf. Das hat also eine riesige Spannbreite. Zu den Wurzeln, deskriptiv mit dem Wandel der "Massenproduktionsgesellschaft" hin zu Information-, Flexibilitäts - und technologiegetriebenen Arbeits- und Produktionsprozessen ist das recht übersichtlich:
    http://wwwdocs.fce.unsw.edu.au/orgmanagement/WorkingPapers/WP75.pdf
     

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