Postkrieg - Teil III + IV.

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Ralf.M, 15. November 2021.

  1. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Nachdem wir nun auch das mit Ausgabe Paul Hindenburg und Aufdruck „Elsass bzw. Lothringen“ geklärt haben, ich meine mit 1870/72, wie bei Wikipedia geschrieben, nun zum Teil III.

    Postkrieg

    Teil III.

    Deutsche Bundesrepublik incl. Saarland und DDR,

    also Zeit nach 1949

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    Kommen wir zur Deutschen Bundespost.

    Um es vorweg zu sagen, da war es ruhiger.
    Auch die Deutsche Bundespost gab einige Briefmarken heraus die die DDR und die UdSSR sowie Verbündete nicht akzeptierten, protestierten. Und da verfuhr man wie mit Marken aus Westberlin.
    Allerdings geschwärzt wurden meines Wissens von der DDR nur 3 Ausgaben. Dies betraf im Wesentlichen die Marken, die ich mit einen „!“ gekennzeichnet habe:

    · „!“ Den 1. Krach mit Briefmarken aus der BRD gab es zum 09.05.1953.
    Auf der Briefmarke „Deutsche Kriegsgefangene“, 1 Marke, Ausgabetag 09.05.1953, 10 Pfg.
    Der Grund: Man witterte in der DDR das es um die restlichen Kriegsgefangen ging die noch in Lagern der Sowjetunion waren (ca. 10.000 plus Zivilangestellte).
    · „!“ Den nächsten Krach mit der DDR am 02.08.1955.
    Auf der Briefmarke „19 Jahre Vertreibung“, 1 Marke, Ausgabetag 02.08.1955, 20 Pfg.
    · „!“ Den nächsten mit einer Marke „20 Jahre Vertreibung“, Ausgabetag 28.07.1965, 20 Pfg.
    Dann wurde wohl seitens der DDR nicht mehr geschwärzt.

    · Den nächste mit einer Marke der Serie „Hautstädte der Länder Bundesrepublik mit Aufdruck „Berlin- Reichstagsgebäude“, 1 Marke, Ausgabetag 19.09.1964, 20 Pfg.
    Krach wohl nur, man wusste diese Marke war in einer Serie „Hauptstädte der BRD“.
    · Dann 1966 zusätzlich Protest der UdSSR wegen einer Dauermarke auf der die Abbildung eines Gebäudes aus Königsberg/Ostpreußen ist.
    Hatten wir im Teil II. schon. Westberlin gab die gleiche Marke zum gleichen Zeitpunkt und gleichen Wert aus.
    · Weiter gleiche Serie, gleicher Zeitpunkt, gleicher Wert, hier aber Protest der Polen. Es ging um die Marke Löwenberg/Schlesien. Sie wie vor.
    · Weiter geht’s, mit Protest aus der UdSSR (und natürlich auch DDR) wegen der Marke auf der die „Junkers JU 52“ abgebildet ist, 1 Marke, Ausgabetag 06.02.1969, 20 Pfg.
    · Und schließlich noch die Marke „40 Jahre Eingliederung heimatvertriebener Deutscher“, 1 Marke, Ausgabetag 12.11.1985, 80 Pfg.

    Die letzten Briefmarken, die die Bundesrepublik als geteiltes Deutschland heraus gab, erfolgten am 06.11.1990:

    · 2 Briefmarken „1 Jahrestag der Öffnung der innerdeutschen Grenze“.
    · 1 Marke „100 Geburtstag Käthe Dorsch“. Sie war eine deutsche Schauspielerin.
    · 4 Weihnachtsmarken „Weihnachtliches Kunsthandwerk“.

    Nun zum Saarland

    Unter den Namen „Deutsche Bundespost – Saarland“ wurden ja von 1957 bis einschließlich 06.05.1959 folgende Marken ausgegeben:
    1957:
    Der Jahrgang 1957 umfasste 10 Sondermarken, und zwei Dauermarkenserien mit jeweils 20 Marken des Bundespräsidenten Theodor Heuss.
    1958:
    Der Jahrgang 1958 umfasste 16 Sondermarken
    1959:
    Der Jahrgang 1959 umfasste 4 Sondermarken.
    Im Wesentlichen waren die den Ausgaben der „Deutschen Bundespost“ gleich. Es waren alles Marken die zu keinen Proteste der DDR oder des Comecon führten.

    Wieder dies 1000 Zeichen Prblem. Ich füge deshalb diesen Thread einen Teil IV. an, also keinen weiteren extra Thread.
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 15. November 2021
    andreassolar und Ugh Valencia gefällt das.
  2. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Postkrieg

    Teil IV.


    Und nun zur DDR:


    Seitens der DDR lief dies etwas anders.
    Hauptkampffeld waren m.W. nicht Briefmarken.
    Hauptkampffeld seitens der DDR gegen die BRD waren Poststempel.

    Irgendwie waren sich die Verantwortlichen im Klaren das man mit Briefmarken im Postverkehr nichts erreicht. Der pfiffige DDR Bürger würde sofort mitbekommen, wenn es in der BRD einschließlich WB Probleme mit der einen oder anderen Briefmarke auf Postsendungen gibt. Er würde sofort andere Ausgaben nutzen, denn die gabs ja zur genüge.
    Man bediente sich da seitens der DDR Behörden des Poststempels incl. eines Sonderstempels.
    Mal zwei Beispiele:

    · DDR Stempel -> „Berlin Hauptstadt der DDR“.
    Die Beamten der Bundespost stempelten darunter: “Berlin Hauptstadt Deutschlands, nicht der Sowjetzone“.
    · DDR Stempel -> „Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen“.
    Die Beamten der Bundespost stempelten darunter: „Man sieht ja wie weit ihr gekommen seid“.

    Dahinter verbarg sich wohl auch die Philosophie, Briefmarken gehen in die ganze Welt, Poststempel (vor allem Sonderstempel) nur in die BRD und/oder WB und der Absender hatte darauf keinen Einfluss, er bekam nur mit, wenn in den ein oder anderen Fall die Postsendung bei ihn irgendwann wieder zurück kamen oder auch nicht.

    Es gibt keine Statistik darüber wie oft die Behörden der BRD Postsendungen beanstandeten, man schätzt, es waren wohl über die Zeit so um die 3.500 Sonderstempel und es gibt auch keine Statistik darüber wieviel Postsendungen deswegen zurück in die DDR gingen.

    Aber nun was bei der Postverwaltung zu Beanstandungen führte.
    Es waren deutlich weniger. Es lohnt sich deswegen auch nicht die Emissionen der DDR Postverwaltung von 1949 bis zum Untergang durchzusehen.
    Im Wesentlichen ging es um folgende Ausgaben:

    · 8 Briefmarken „Unbesiegbares Vietnam“, Ausgabe jedes Jahr ein Wert ab 1966, 20 + 5 Pfg. Dann weiter 1968 – 1973 und 1979, alle Marken in der Wertstellung 10+5 Pfg, Ausnahme 1970 20+5 Pfg.
    · 1 Briefmarke mit Aufdruck „Hilfe für Vietnam“, Brandenburger Tor aber ohne Mauer, 10+10 Pfg., Ausgabetag 23.08.1965.
    · 1 Briefmarke „10 Jahre 13.08.1961“ stand zwar auf der Marke, aber man wusste das damit der Antifa-Schutzwall gemeint ist, Ausgabetag 12.08.1971, 20 Pfg.
    · 1 Briefmarke „25 Jahre antifaschistischer Schutzwall“ (bekannt als Mauer), Ausgabetag 25.08.1986, 20 Pfg.
    · 1 Briefmarle „Internationale Gedenkstätten-Mahnmal Wiltz/Luxemburg“ , Ausgabetag 05.10.1971, 25 Pfg. Hier kann es sich aber auch um einen Irrtum handeln.

    Und generell wurde ab 1961 meistens beanstandet bei Marken mit dem Brandenburger Tor das Fehlen der Mauer.

    Nun hatten wir in der ehemaligen DDR die Philatelisten.
    Und mit von der Post geschwärzten Marken konnte sie nichts anfangen.
    Abhilfe schaffte da eine Mitgliedschaft im "Philatelisten -Verband", eine Sektion des "Kulturbundes der DDR". Diese Mitgliedschaft war auch generell die Voraussetzung um mit ausländischen Partner incl. Partner der BRD und WB auch postfrische Briefmarken tauschen zu können.

    Ein DDR Bürger wusste dies. Er wusste i.d.R. das Briefmarken in der Postsendung verschicken ein >Devisenhandel< ist und das es dafür Reglungen gab.

    Wer Briefmarken in seine Postsendung nach dem „Westen“ legte und dabei von der Behörden der DDR erwischte wurde, dies war kein Kavaliersdelikt. Dies war ein „Devisenvergehen“/ „Devisenschmuggel“ und war demzufolge strafbar. Hinzu kam auch noch Ärger am Arbeitsplatz, denn dies wurde auch der jeweiligen Arbeitsstelle vom Zoll gemeldet. War m.W. meistens ein Fall dann auch für die „KK“ und wurde in der Regel mit einer Geldstrafe geahndet.
    Konnte aber auch anders/härter ausgehen.

    Damit nun organisierte Philatelisten mit dem Ausland und/oder BRD incl. WB Briefmarken tauschen konnten gab es folgende Reglung:
    Man übernahm dafür ein System von Briefmarkentausch was es mal in der Sowjetunion gab.
    Ein Staat der Sowjetunion der vom 06.04.1920 - 15.11.1925 existierte, die Demokratische Fernöstliche Republik, hatte ein solches System wohl mal entwickelt. Allerdings dort war es gebührenpflichtig.


    Wer also Philatelist im „Briefmarkenverein“ Mitglied war und mit einen ausländischen Partner Briefmarken tauschen wollte, konnte dies mittels seiner Mitgliedschaft.

    In der Regle gab es in den Vereinen einen Beauftragten der den Briefmarkentausch (gleich ob postfrisch oder auch gestempelt) mit Ausländern incl. der BRD und WB überwachte.

    Bei ihn gab man seine Tauschsendung im Brief unverschlossen ab. Er sah sich das Ganze an. Klebte eine spezielle Kontrollmarke auf dem Brief und legte ein Duplikat für die Rücksendung in den Brief die dann der Tauschpartner bei Rücksendung aufkleben musste. Durfte er aber nicht vergessen. Dies Kontrollmarke war sowas wie ein „OK“ für den DDR Zoll.
    Der Sammler hatte da wohl auch ein Jahresbudget von 900,- M der DDR.

    Allerdings die Briefmarken nicht bewertet zum aufdruckten Wert/Nennwert, bewertet zum Katalogwert „Lipsia“.
    In Deutschland hatten wir ja ursprünglich den Katalog „Michel“

    Hugo Michel aus der Glockenstadt Apolda/Thüringen war wohl 1906 der erste in Deutschland der einen Briefmarkenkatalog entwickelte. 1909 wanderte dieser Verlag nach Weimar, von aus 1919 nach Leipzig zum Schwanebergerverlag und von da aus 1929 nach München unter gleichen Namen „Michel-Katalog“.
    Michel-Katalog ist ja unter den Sammlern ein Begriff!
    Aus Devisennot heraus gab es dann in DDR ab 1951 – 1990 einen LIPSIA – Kataloge. Ich kannte viele Sammler durch den Verein, denen dies gar nicht gefiel.

    Nun haben wir schon 2 Regelungen für den DDR Philatelisten.

    Fehlt noch eine, nämlich die mit dem „Sperrwert“, der >Sperrmarke<.
    Dies wurde 1955 in der DDR einführt.
    Die DDR war ja ein freudiges Land was die Emissionen anbelangte.
    In der Regel war ab diesen Zeitpunkt (1955) bei der Neuausgabe ein Speerwert dabei.
    Das war eine Marke die es nicht im freien Verkauf gab.
    Dies war eine Marke im Satz die man im Postamt nur gegen Vorlage eines gültigen Sammlerausweises bekam. Abholfrist war innerhalb 14 Tage.
    Dieser Sammlerausweis wies auch die Anzahl der Marken aus, die als Sperrwert deklariert waren, die man bekam.
    Wikipedia hat unter der Web-Adresse „Sperrwert“ eine Abbildung dieses Ausweises und eine gute Erläuterung dazu, denn da musste man einiges wissen und es war einiges beachten.
    Wikipedia führt da auch ab 1955 Beispiel auf.
    https://dewiki.de/Lexikon/Sperrwert.

    Um also mit ausländischen Partnern Briefmarken tauschen zu können waren für den DDR Philatelisten 3 Dinge wichtig:

    · Mitglied im Briefmarkenverein, zugleich Mitglied in Kulturbund,
    · Zulassung zum Auslandstausch und
    · Sammlerausweis für Sperrwerte.

    Das solls von mir gewesen sein, nicht mehr und nicht weniger als kleiner Beitrag aus meinen Erinnerungen.

    Die letzten Briefmarken die die DDR herausgab waren Marken zum 02.10.1990.
    Das waren 2 Sätze:
    · der 1. Satz: Kongress der Internationalen Astronauten Förderung „IAF“ in Dresden, Ausgabetag 02.10.1990, 4 Werte.
    · 100 Todestag von Heinrich Schliemann, Aushabetag wir vor, 2 Werte.

    Welch ein Glück!

    Den Unruhen der Wiedervereinigung geschulte blieb uns erspart eine Briefmarkenserie zum „Schild und Schwert der Partei“ (gegründet am 08.02.1950). Der Ruf des eisernen sowjetischen Felix.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. November 2021
  3. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Einer der 1979er kam durch!
    http://stephan-juergens.de/propaganda/169.jpg
    Vielleicht weil es ein Einschreiben war.
     
    Ralf.M gefällt das.
  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Man findet natürlich schwerlich etwas zu den Gründen im Internet. M.W. wurde es auch nicht immer bekannt gemacht.
    Bei den Marken DDR Vietnam kann ich mir dies nur so erklären, man hatte was gegen die Aussage „unbesiegbares Vietnam“.
    Weil, ab März 1965 traten erstmals nach dem Koreakrieg amerikanisch Kampftruppen (3.500 Marines) in Da Nang in den Krieg ein.

    Und dann die Losung der DDR „Unbesiegbares Vietnam“. 1965 erst nur als Aufdruck (Ausgabetag 23.08.1965).

    Oder ist Dir ein anderer Grund bekannt?
     
  5. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Nein. Ich frage mich nur, ob nach 1975 und dem Abzug der USA aus Vietnam die Marke nicht mehr als Propaganda, sondern als Zusammenfassung der historischen Ereignisse betrachtet wurde.
     

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