Projektarbeit Schlacht im La-Drang-Tal

Dieses Thema im Forum "Schulprojekte" wurde erstellt von Janine, 15. Dezember 2019.

  1. Janine

    Janine Neues Mitglied

    Hallo erstmal ich bin Janine,
    Und zwar habe ich in der Schule eine Projektaufgabe die sich um die Schlacht im la-Drang-Tal handelt..Da wir nicht Wikipedia nutzen dürfen habe ich mir schon die ein oder andere Information aus dem Netz beschafft..Meine Aufgabe ist es den ersten Tag der Schlacht zu beschreiben..Mir fällt es schwer einen Anfang zu finden..Vielleicht finde ich ja hier Hilfe? Vielen Dank schon mal im voraus LG
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hast Du da etwas falsch verstanden?

    Eine Beschreibung eines ersten Tages eines "Gefechts" von im militärischen Massstab "kleinen" Verbänden mit ein paar Einheitsblöckchen auf kleinen Karten in der Pampa von Irgendwo ist uninteressant.

    Die interessanten Fragen sind doch eher, wie es dazu kam, warum da welche Beteiligte sich gegenüber standen, im welchen weiteren politischen Kontext das Gefecht steht, was und welche Eskalation es für die Folgezeit bedeutete.

    Frag vielleicht noch einmal nach, ob Du die Problemstellung richtig verstanden hast.
     
  3. Janine

    Janine Neues Mitglied

    Hi,ne ich habe die Problemstellung schon richtig verstanden..Das warum es dazu kam oder wer sich gegenüber stand,das weiß ich ja alles..Es geht darum das wir vier Leute in der Klasse sind,und jeder soll einen Tag des Gefechts umschreiben.Es geht also exakt um den Tag der der Landung bis zum nächsten Tag..Die Vorgeschichte warum es dazu kam ist mir bekannt..Die Aufgabenstellung soll exakt nur diesen einen Tag der Schlacht beschreiben..Keine Ahnung was sich der Lehrer dabei gedacht hat..;-)
     
  4. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Auf der Wikipediaseite zur Schlacht werden zwei Literaturangaben geliefert:
    • Joseph L. Galloway, Harold G. Moore: We Were Soldiers Once...and Young. Thorndike Press 2002.
    • Neil Sheehan: Die große Lüge. John Paul Vann und Amerika in Vietnam. Europaverlag 1992, S. 573–582.
    Hier würde ich ansetzen. We Were Soldiers Once . . . and Young, auf dem der Film We Were Soldiers von 2002 beruht, ist zu Teilen online verfügbar, allerdings nur als Scan. [Edit: Leider scheinen aber gerade für Dein Thema relevante Teile zu fehlen, also ist der Gang in eine Bibliothek auch hier wohl unumgänglich, oder der Erwerb einer gebrauchten Ausgabe, die schon ab 3 € feilgeboten wird.]
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Dezember 2019
  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Das ist kein Thema für einen Geschichtsunterricht. Das ist in dieser rigiden inhaltlichen Zuspitzung eine Thematik für die Ausbildung von Offizieren, wenn ich das mal bemerken darf.

    Ansonsten: Solltest Du schnellstens die entsprechende Literatur, auf die die englische Seite zu dem Thema verweist ansehen. Und mindestens das Buch lesen, auf das sich die deutsche Seite bezieht.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Ia_Drang#cite_note-:0-76
     
  6. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Das war auch mein erster Gedanke. Vielleicht geht es dem Lehrer aber auch darum, an diesem einen Beispiel die Grausamkeit des Krieges exemplarisch herauszuarbeiten. Da kann es dann schon nützlich sein, jeden einzelnen Tag genau zu betrachten, schon um sich in die Lage der Beteiligten hineinversetzen zu können.
     
  7. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die Grausamkeit kannst Du didaktisch an dem Grabenkrieg 1914-1918 verdeutlichen, am Beispiel von Stalingrad (mit Ausschnitten aus einen sehr guten Film) oder am Beispiel des Bombenkriegs 1939-1945.

    Das ist für einen Schüler nachvollziehbar, aber nicht die Bedingungen eines "experimentellen lokalen Kriegsschauplatzes" in the Middle of Nowhere.

    Zumal es sekundär um die militärischen Aspekte in diesem Konflikt geht, sondern um den Kalten Krieg insgesamt und die spezifischen Bedingungen des antikolonialen Befreiungskampfes der Vietnamesen.

    Und da wäre m.E. als erste Wahl das Buch von Greiner interessant, weil es bereits über den Titel das besondere an diesem Krieg benennt. Und an diesem Beispiel ließe sich ein relevantes Kapitel für Schüler erschließen und Verständnis zu haben für die Bedingungen des Vietnamkrieg.

    Greiner, Bernd (2013): Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam. . Hamburg: Hamburger Ed.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Dezember 2019
  8. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Den Punkt hatte Silesia präzise benannt.

    Ein Geschichtsunterricht vermittelt 1. historische Fakten und 2. hilft er relevante Einsichten zu generieren in soziale, ökonomische und nicht zuletzt politische Prozesse. So oder so ähnlich wird es in allen Richtlinien der Kultusminister für Schulen enthalten sein.

    Eine generelle deskriptive Aussage macht McNamara zu dem Thema:

    "The first major battle between US. and North Vietnamese forces occured November 14-19 1965, in the la Drang Valley in west-central South Vietnam, near the Cambodien border." (s. 221)

    Und sein Resümee ist: "American soldiers ....fought bravely and well. But the North Vietnamese had chosen where, when, and how long to fight. This proved to be the case all too often as the war went on." (ebd. S. 221)

    Damit ist diese "lokale" Thema beendet, weil er es in den Kontext stellt, das Amerika einen Krieg führte, für den es eigentlich keine Kompetenz und auch nur vage defensive Vorstellungen besaß.

    Und benennt mit der mangelhaften Aufklärung schon eines der zentralen Probleme der Kriegsführung von General Westmorland. "Westy" hatte zu dieser Zeit grobe Bedarfsschätzungen abgegeben, die allerdings schnell überholt waren, da statt der vermuteten 3 nordvietnamesischen Regimenter bereits 9 aufgeklärt werden konnten.

    Und damit erhöhte sich die Anforderung von "Westy" und sollte die Truppenstärke Ende 1966 auf 410.000 bringen. Eine rein "militärischer" Automatismus einer militärischen Eskalation im Rahmen eines Krieges. Und damit didaktisch höchst interessant und ein primäres Erkenntnisobjekt, sofern man Kriege verstehen will oder soll.

    McNamara wollte dem nicht folgen und warf die Frage auf, ob mit der militärischen Eskalation eine politische Zielsetzung verknüpft werden sollte. Mit dem Hintergedanken einem "Fass ohne Boden" einen Boden einzuziehen.

    Diese Darstellung macht knapp deutlich, dass der Konflikt im la Drang Tal einen relevanten politischen Bezugspunkt hatte und damit deutlich macht, dass auch begrenzte militärische Aktionen weitgehende politische Konsequenzen haben können.

    Aber das heißt auch weiterhin, dass es eigentlich für den Geschichtsunterricht egal ist, was an welchem Tag passiert ist. Und das keine weitere Antwort durch unseren "Schüler" erfolgte nähert die Zweifel an dem Realitätsgehalt dieser angeblichen Projektaufgabe.

    McNamara, Robert S. (1995): In Retrospect. New York, Ny: Random House.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Dezember 2019
    muheijo gefällt das.
  9. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Das ist eine sehr amerikanische Sicht der Dinge!
    Man könnte auch sagen: Die ausländischen Truppen wurden von der nordvietnamesischen Armee bekämpft und besiegt.
     
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Das ist eine wichtige Ergänzung, die "pelzer" anmerkt. Die Notwendigkeit, die historische Gebundenheit von Aussagen zu hinterfragen und den ideologischen Gehalt eines Textes offen zu legen. Ein weiteres wichtiges didaktisches Anliegen, das kritisch im Unterricht hätte hinterfragt werden können.

    In diesem Sinne schreibt Novick in einem Standardwerk zur "Objektivität" in der Geschichtsschreibung "That noble dream": "That denigration [Verunglimpfung] of ideology, one of the most characteristic features of American culture in the cold war era, was directly related to the celebration of objectivity as the hallmark of thought in the Free World. Indeed, the two terms fefined each other. "The essential criteria of an ideology", wrote Talcott Parsons, "are deviations from scientific objectivity. (S. 299)

    Wie man natürlich generell die Rolle der USA im Rahmen des Kalten Krieges kritisch würdigen sollte im Kontext der "Volksbefreiungskriege" als antikoloniale Kriege.

    https://www.geschichtsforum.de/thema/usa-als-freiheitskaempfer-gegen-kommunismus.38721/

    Greift man den konstruktiven kritischen Impuls von "pelzer" auf, dann stellt sich immanent sehr schnell die Frage, aus welchen Gründen überhaut Imperialismus zustande kam und sich lange bis nach dem WW2 in Teilen der Welt als ein "Nebenkriegsschauplatz" des Kalten Krieges halten konnte. Aber soweit sollte dann der anregende Impuls von "pelzer" wohl nicht gehen.
     

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