Qingdao - Segelwettbewerbe 2008

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von Gast, 21. April 2005.

  1. Gast

    Gast Gast

    Guten Tag,
    ein Seglerfreund sagt, daß die chinesische Stadt mit den olympischen Segelwettbewerben 2008 deutsche Kolonie war. Stimmt das?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Tsing Tao war eine deutsche Kolonie; die Architektur besteht bis heute fort, und wenn man in einem chinesischem Restaurant chinesisches Bier bestellt, erhält man in Europa meistens Tsing Tao Beer, welches nach deutschem Rezept in der dort ansässigen kolonialen Brauerei gebraut wird.
    Weitere Infos hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Tsingtao
     
  3. Arne

    Arne Premiummitglied

    Dein Freund hat etwas recht, aber so ganz auch nicht...

    Quindao (deutsch: Tsingtau/englisch, bzw. international Tsingtao) war Teil des Pachtgebietes Kiautschou, es war kein Schutzgebiet, da ist auch die Auskunft von Wikipedia nicht exakt. Die deutschen Kolonien hießen amtlich Schutzgebiete (das kam aus der Entstehungsgeschichte: Bismarck wollte eigentlich keine Kolonien, sondern stellte anfangs nur die privaten Erwerbungen unter Reichsschutz). Aber auch damals hat man fast nur von Kolonien gesprochen.

    Kiautschou und damit die Stadt Tsingtau nahm einen Sonderstatus als - zeitlich befristetes - Pachtgebiet ein und unterstand der Reichsmarine, nicht dem Reichskolonialamt. Im Jahr 1997 (nach 99 Jahren Pacht) hätte Deutschland sich zurückziehen müssen. So wie die Briten aus HongKong vor einigen Jahren.

    Streng genommen hat dein Seglerfreund damit unrecht, weil Tsingtau - exakt ausgedrückt - nie deutsche Kolonie war. ;)

    Das Tsingtao-Bier ist wie erwähnt sehr bekannt und die Brauerei ist die größte Chinas. Hervorgegangen aus der Germania-Brauerei, Tsingtau.
     

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