Quellenanalyse "World War I" von Graf Szögyeny

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von helchen15, 2. November 2012.

  1. helchen15

    helchen15 Neues Mitglied

    Kann mir bitte jemand bei der Quellenanalyse der oben genannten Quelle helfen?!

    Nachlesen kann man diese z.B. hier:
    I, 15. Graf Szögyény an Grafen Berchtold, 12. Juli 1914 - World War I Document Archive


    Wichtig wären vorallem:
    KERNAUSSAGE,AUSWIRKUNGEN,HISTORISCHER KONTEX,GLAUBWÜRDIKEIT,KRITIK


    vielen dank im vorraus(ich würd mich besonders über schnelle antworten freuen,da es dringend ist ;) )
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Als erstes habe ich dein Thema verschoben, da es im Römischen Reich wohl nichts zu suchen hatte.

    Zweitens. Wir helfen zwar gerne, aber erst wenn du selber was dazu beigetragen hast.

    Was hast du denn bereist selber erarbeitet? Kannst dich ja mal nach diesem Schema deine Analyse hier reinstellen.

    http://www.geschichtsforum.de/f82/schema-zur-quellenkritik-34009/

    Wenn du das getan hast, werden wir dir sicher gerne weiterhelfen. Aber so wie du hier die Frage gestellt hast, sieht es eher danach aus, dass du deine Hausarbeit von uns machen lassen möchtest.
     
  3. helchen15

    helchen15 Neues Mitglied

    meine unvollendete quellenanalyse in stichpunkten

    also meine noch unvollendete quellenanalyse in stichpunkten lautet so:

    autor: graf Szögyeny -königlicher und kaiserlicher Botschafter in Berlin (kommt aber aus Österreich)
    datum: verfasst am 12 juli 1914 in berlin als rede (zeit imperialismus?)
    adressat: graf berchtold
    kernaussage(?):möchte menschen aufklären was kaiser wilhelm vor hat-kriegerische aktionen gegen serbien-österreich wird aufgefordert daran teilzunehmen-der graf(Verfasser)ist jedoch dagegen
    teilaussagen:russland besitz waffen,ist aber in diesem moment nocht nicht genügend vorbereitet
    england würde sich nicht an dem krieg beteitigen,weil sie gerade mit dem balkankrieg beschäftig sind.england ist kriegslüstern?-würde aber sich nicht für serbien oder russland in gefahr begeben-
    glaubwürdigkeit:ich halte die quelle für glaubwürdig,da der verfasser in berlin "arbeitet"und somit auch die zustände in deutschland mitbekommt und auch insgesamt viel über die situation im allgemeinen erfährt,außerdem lebt dieser in der zeit und erlebt alles mit
    auswirkungen:???-beigetragen zum krieg???
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. November 2012
  4. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Ich wuerde mich noch enger an das von ursi vorgeschlagenen Schema halten. (ausdrucken, und Punkt fuer Punkt abarbeiten - da kommt viel mehr zusammen!)

    Insbesondere auf das Datum achten! (Stichwort: "Juli-Krise")

    Nachtrag:
    Wie kommst du darauf, dass es eine Rede sei? Oben links steht: "Bericht Nr. 60/P"
    Bitte schaue dir nochmal an, wer Absender und wer Adressat ist.

    Gruss, muheijo
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. November 2012
  5. helchen15

    helchen15 Neues Mitglied

    gedichtsanalyse

    Die Quelle "World war I" wurde von dem Grafen Szögyeny am 12 Juli 1914 in Berlin verfasst.Dieser war kaiserlicher und königlicher Botschaftler in Berlin.Gerichtet war der Bericht an den Herrn Minister des k.und k. Hauses und des Äußeren Grafen Berchtold.Gegenstand war Deutschlands Stellungnahme in der jetzigen serbischen Krise.
    Die Kernaussage dieser Quelle ist,dass der Verfasser die Menschen aufkären will,dass Deutschland kriegerisch gegen Serbien vorgehen will und Österreich auch dazu drängt.Gründe die die kriegerische Aktion begünstigen sind diese:
    Russland rüstet gegen die Nachbarn und besitzt "gute" Waffen,die zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht genügend ausgerüstet ist.
    England ist mit dem Balkankrieg beschäftigt und ist zwar kriegslüstern,jedoch würde es sich nicht für Serbien oder Russland in Gefahr begeben.
    Ich halte diese Quelle glaubwürdig,da der Graaf Szögyeny zu dieser Zeit gelebt hat und durch seinen Beruf auch viel über die politische Lage in Deutschland weiß.
    Auswirkungen sind in der Quellen nicht genannt,jedoch könnte der Bericht Deutschland zornig gemacht haben,da der Verfasser gegen eine kriegerische Aktion war und wahrscheinlich auch Anhänger gewonnen hat.Vielleicht war das auch ein Mitauslöser der Julikrise oder des ersten Weltkrieges.

    ich hoffe ihr könnt mir tipps zum verändern geben oder auch falsch gedeutetes anmerken,besonders bei Kernaussage und Auswirkungen danke im vorraus
    (es fehlen kritik und ergebnis am Ende)
     
  6. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Ganz genau. In einfachem Deutsch kann man also (flapsig) sagen, es ist ein Bericht vom østerreichischen Botschafter an seinen Chef, den østerr. Aussenminister, und zwar darueber, was man bei der dt. Regierung ueber das weitere Verhalten Østerreichs gegenueber Serbien so denkt, und wie man die internationale Situation einschætzt.

    Solche Berichte werden immer vertraulich behandelt, er ist also nur fuer den østerr. Aussenminister bestimmt.
    Zu einer Kernaussage wuerde ich vielleicht erst am Schluss kommen, wenn du deutlicher auf die verschiedenen Absætze eingegangen bits (ich meine auch, da gibt es mehrere Aussagen, die ordentlich "Pfeffer" haben)


    Hier bist du dann mitten in den Aussagen, die aus dt. Sicht fuer "ein Vorgehen" (= Krieg!) gegen Serbien sprechen:
    Bezuegl. Russland kønnte man besser formulieren: Es ruestet zwar auf, hat diese Aufruestung noch nicht abgeschlossen.
    Bezuegl. England hast du eine Kleinigkeit falsch verstanden: Es ist eben nicht kriegsluestern.
    (Und die Schlussfolgerung, England wuerde nicht in einen Krieg eingreifen, ist fatal falsch, aber das geht aus dem Text nicht hervor, sie unten)


    Davon sollte man ausgehen, als Botschafter. ;)
    Andererseits kønnte man untersuchen, ob Graf Szøgyeny eher zu den Kriegstreibern gehørt, oder zu denjenigen, die einen Krieg vermeiden wollen.
    Insofern weiss man natuerlich nicht genau, ob er die eine oder andere Aussage "gefiltert" oder weggelassen hat.
    (Das weiss ich nicht, aber ich sehe den Bericht eigentlich eher neutral, so wie der Bericht eines Botschafters sein sollte)

    Hier stocherst du noch vøllig im Nebel:

    Ueberlege, zu welchen Schlussfolgerungen man in der østerr. Regierung kommen wird, wenn man diesen Bericht liest, (Was machen wir mit Serbien?) und ueberlege weiterhin, ob die Einschætzungen der deutschen Regierung, die in dem Bericht genannt werden, richtig waren.

    Ein Punkt ist, wie oben schon angesprochen, die (falsche) Einschætzung, England wuerde neutral bleiben. Dazu kannst du dir die Buendniskonstellationen anschauen, und die (einzige) militærische "Løsung" Deutschlands, den Schlieffenplan.

    Viel Spass noch beim Tuefteln, du bist nicht vøllig auf dem falschen Weg.:winke:

    Gruss, muheijo
     
  7. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Stellenweise bist du schon auf dem richtigen Weg, ich habe aber z.T .den Eindruck, dass du Schwierigkeiten hast, den Text einzuordnen, weil dir Informationen zum historischen Hintergrund fehlen. Bei Google oder einer anderen Suchmaschine "Donaumonarchie, Vorabend des 1. Weltkriegs Nationalitätenprobleme, "Attentat von Sarajevo", "Julikrise", "Blankoscheck" einzugeben, wird hilfreich sein, und es werden dir die Augen aufgeben.

    1914 wurde in Sarajevo der Thronfolger von Österreich- Ungarn, Franz Ferdinand mit seiner Gattin ermordet. Es gab Indizien dafür, dass der serbische Geheimdienst die Finger im Spiel hatte. Manche österreichische Militärs warteten nur auf einen Vorwand, Serbien zu annektieren, dass dummerweise von Russland unterstützt wurde. Die Intervention Russlands könnte die Annektion Serbiens vereiteln und noch dazu weitere Großmächte involvieren. Österreich hofft mit Unterstützung des Deútschen Reiches seine Interessen durchzusetzen, ohne die Einmischung anderer Großmächte zu provozieren, was einen großen europäischen Krieg, einen Weltkrieg entfesseln konnte.
     
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  8. helchen15

    helchen15 Neues Mitglied

    Österreich hofft mit Unterstützung des Deútschen Reiches seine Interessen durchzusetzen, ohne die Einmischung anderer Großmächte zu provozieren, was einen großen europäischen Krieg, einen Weltkrieg entfesseln konnte

    war der verfasser für oder gegen eine kriegerische aktion gegen serbien?

    aus dem text habe ich herausgelesen,dass er gegen eine kriegerische aktion war,jedoch mit dem wissen,dass der österreich-ungarische thronfolger ermordet wurde,würde es auch logisch sein,dass er dafür ist.
     
  9. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Noch ein grundsätzlicher Hinweis: Vom Verfasser oder der Verfasserin einer Quellenanalyse wird grundsätzlich erwartet, dass er/sie die eigene Distanz zum Text deutlich macht (also klarstellt, dass es sich beim Inhalt der Q. nicht um die eigene Meinung handelt).

    Das geht durch die Verwendung des Konjunktivs/der indirekten Rede.

    Z. B. wäre statt

    "Gründe die die kriegerische Aktion begünstigen seien diese:
    Russland rüste gegen die Nachbarn ..."

    deutlich eleganter.
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Es gab 2 Balkankriege 1912, und damit hatte England überhaupt nichts zu tun, sondern es kämpften Serbien, Bulgarien, Griechenland gegen das Osmanische Reich, dass seine europäischen Besitzungen bis auf einen Küstenstreifen verlor. Gewinner Serbien und Bulgarien gerieten sich über die Aufteilung Mazedoniens in die Haare, und Bulgarien unterlag aber einer Koalition aus Serbien, Griechenland, Rumänien und der Türkei und musste eroberte Gebiete wieder abtreten.
    Damit war Serbien zu stark für Ö_U geworden.
     
  11. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Zu Graf Szögyény sollte man auch sagen, dass er seit 1892 Botschafter in Berlin war. Er sollte bereits im Frühsommer 1914 in den Ruhestand gehen. Allerdings wehrte er sich dagegen, da er dies als Statusverlust empfand. Am 5. Juli überreichte er dann Kaiser Wilhelm ein Handschreiben von Kaiser Franz Joseph, mit dem Graf Alexander Hoyos, Kabinettchef des österreichisch-ungarischen Außenministers, nach Berlin gekommen war. In diesem Handschreiben wurde die Stellung Deutschlands beim Eingreifen Russlands in den Konflikt zwischen der Doppelmonarchie und Serbien erfragt. Also, Graf Szögyény war sehr dicht am Geschehen.
     
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  12. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Bei der Auswertung der Quelle ist zu beachten, dass die österreichisch-ungarische Botschaft in Berlin fleißig die Werbetrommel, Im Auftrag des österreichisch-ungarischen Außenministeriums, rührte. Die Depesche vom 14.Juli dürfte eine "Bestellung" von Berchthold, gewesen sein, denn just nach dem Telegramm Szögyeny in Wien wurde im gemeinsamen Ministerrat der entschiedene Widerstand des Grafen Tiza gegen den Krieg „gebrochen“. Er war sich jetzt gewiss, das die Deutschen unbedingt zur Monarchie standen. Erst jetzt ging man in Wien entschieden auf Kriegskurs.
     

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