Radikalisierungsgeschichten der Weimarer Republik

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von sashu, 13. Februar 2022.

Schlagworte:
  1. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Eben, "alle Deutschen"sind vor dem Gesetz gleich."
    Nicht: "alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich".

    Und da beginnt dann schon die erste Absage an die universelle Gleichheit vor dem Gesetz und an die Gleichwertigkeit im sozialen Sinne, zumal das natürlich Spielraum für die Frage eröffnete, was denn ein Deutscher überhaupt sei und wer dazu gehöre und wer nicht.

    Und dann sind Gesetzesnormen natürlich noch lange nicht gleichbedeutend mit Sozialnormen.
     
  2. sashu

    sashu Neues Mitglied

    Ich interessiere mich für Radikalisierungsverläufe in einer Gesellschaft (nicht für deren Gründe), in Folge deren entweder politisch motivierte Verbrechen oder Diskriminierung als sichtbare Radikalisierungskonsequenzen zu Tage treten.
     
  3. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Zielst du dabei speziell auf den Nationalsozialismus ab oder auf politischen Extremismus im Allgemeinen, auch in der Frühphase der Weimarer Republik?
     
  4. sashu

    sashu Neues Mitglied

    In der ersten Phase meines Projekts möchte ich die Anfänge des politischen Extremismus in den Zeiten der Weimarer Republik untersuchen und wie sie zum Nationalsozialismus geführt haben.
     
  5. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Naja, haben die Anfänge des politischen Extremismus letztendlich zum Nationalsozialismus geführt?

    Man wird inhaltlich weder den Versuch einen Rätekommunismus oder eine kommunistische Einparteienherrschaft zu etablieren, noch den Versuch das Kaiserreich wiederherzustellen oder eine Militärdiktatur aufzurichten in direkte Kontinuität hin zum Nationalsozialismus setzen können.

    Deswegen die Frage, interessierst du dich speziell für den NS-Bewegung oder für politischen Extremismus im Allgemeinen?
    So du dich speziell mit dem Nationalsozialismus beschäftigen wolltest, wird man, wenn du nicht sehr eng an Hitler und den NSDAP-Leuten der ersten Stunde arbeiten möchtest, die vor dem Hitlerputsch mehr oder minder ausklammern können.
     
  6. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Das wird doch, wenngleich literarisch (und ergo nicht historisch-wissenschaftlich) sehr schön in Alexander Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" dargestellt, d.h. gerade die stumpfsinnig-brachiale und dabei gewaltbereite Art und Weise als marschmäßige Gruppendynamik - und was der sprachkünstlerische Text da transportiert (u.a. erzählerische Collagetechnik mit Zeitungsnotizen etc), dazu gibt es dann auch mehr als genug Sekundärliteratur, die darüber informiert, warum Döblin das schon so früh (Entstehungszeit des Romans!) thematisiert und woran er seine Darstellung orientiert.
     
    Ugh Valencia gefällt das.

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