Reichsheer während des Dreißigjährigen Krieges

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Glaubensspaltung (1517 - 1648)" wurde erstellt von Zar Alexander, 9. November 2008.

  1. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Ich würde zum Reichsheer gerne etwas über den 30jährigen Krieg wissen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. November 2008
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich glaube im 30-jährigen Krieg funktionierte das System der Reichsarmee sehr schlecht, was dann zu der Reformierung des Heerwesens des Reiches mit Reichsdefensionalordnung von 1681 führte. Eigentlich war gerade das Heerwesen des Reiches eine der Schwachstellen des HRR, was v.a. im ausgehenden Mittelalter, aber auch in der Frühen Neuzeit an den mächtigen Reichsfürsten lag, welche einem dem Kaiser unterstehenden, mächtigen Instrument zur Wahrung von dessen Belangen mehr als nur skeptisch gegenüber standen. Vor allen Dingen Kurbrandenburg unter Kurfürst Friedrich Wilhelm I. leistete noch 1681 entschiedenen Widerstand, welcher dazu führte, dass die Reformierung der Rechsverteidigung nicht mehr bis zum Ende des Reiches zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnte. Das bedeutete, dass trotz auf dem Papier vorhandenen Zahlen an Truppen welche zu stellen waren, die tatsächliche Stellung derselben von Kurbrandenburg immer wieder zur Verhandlungssache gemacht wurde.

    Im Prinzip hielten sich alle Fürsten der protestantischen Union ja ohnehin durch ihr Bündnis gegen den Kaiser und dem etwa vorgenommenen Kriegseintritt auf Seiten der Pfalz und der böhmischen Stände nicht an die Normen innerhalb des Reiches und wurden wie Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg und Christian I. von Anhalt-Bernburg entsprechend als Reichsfeinde angesehen und mit der Reichsacht bedacht. Wer sich in Opposition zum Kaiser befand stellte also nicht mal theoretisch Truppen für das Reich.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. November 2008
  3. Murasaki

    Murasaki Neues Mitglied

    Im Dreißigjährigen Krieg bestanden die Heere aus Söldnern, die man zuvor angeworben hatte.
    Bei Beendigung eines Krieges wurden die Söldner entlassen.
    Die Zahl derer betrug meist 10000 bis 40000 Mann.
    Der Kriegsherr kam für Löhne und Verpflegung auf.
    Für die Ausrüstung waren die Söldner allerdings selbst verantwortlich.
    Da die Anwerbung und Unterhaltung der Söldnerheere kostspielig war und auch organisatorische Probleme auftraten, kamen die selbständigen Kriegsunternehmer hinzu, die eigenständig Regimenter anwarben auf ihre Kosten (z.B. Wallenstein)..
    Probleme stellte der Tross da, der oft das fünffache betrug.
    Er ernährte sich selbst und das auf Kosten der Bevölkerung.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Dazu ein link:
    Der Sldner im Dreiigjhrigen Krieg
     
  5. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Sehr gute Literatur zu dem Thema: In 300 Jahren vielleicht von Tilman Röhrig. Man bekommt zu lesen was die Söldner damals mit der Landbevölkerung angestellt haben, wenn auch manchmal etwas übertrieben.

    Taschenbuch, Deutsch
    ARENA
    ISBN-10: 3401018507
    ISBN-13: 9783401018508
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Hm und was hat das mit dem Reichsheer insbesondere zu tun?:grübel:
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dann doch lieber die authentischen Aufzeichnungen von Peter Hagendorf in:
    Jan Peters (Hrsg.): Ein Söldnerleben im Dreißigjährigen Krieg. Eine Quelle zur Sozialgeschichte (Selbstzeugnisse der Neuzeit. Quellen und Darstellungen zur Sozial- und Erfahrungsgeschichte). Berlin 1993.
     
  8. Murasaki

    Murasaki Neues Mitglied

    Hallo El Quijote,

    da kann ich dir nur zustimmen.
    Wenn jemand weiß, was im Dreißigjährigen Krieg abging, dann wohl Peter Hagendorf.
    Schließlich war er 25 Jahre lang Söldner, hat unter verschiedenen Fahnen gedient und ist durch ganz Deutschland gekommen.
     
  9. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Ich habe das Thema nicht direkt selbst aufgemacht.
     
  10. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ja, aber Du antwortest dennoch wie die meisten anderen hier mit Antworten auf eine Frage, die nicht gestellt wurde. Oder habe ich eine Frage im Eingangsbeitrag übersehen, die da lauten müsste: "Welche Quellen zum 30-jährigen Krieg gibt es?" ?:confused:
    Nein, es geht um die Reichsarmee zu der Zeit und außer mir hat meines Erachtens niemand darauf geantwortet.
    :grübel:
     
  11. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Ich glube du hast mich falsch verstanden: Ich habe den Thread nicht aufgemacht. Aber vielen dank für eure hilfe!

    Wer genau ist dieser Peter Hagendorf?
     
  12. Detlef05

    Detlef05 Neues Mitglied

    Alles zu Peter Hagendorf findest Du hier
    Peter Hagendorf ? Wikipedia

    Die Teile des Tagebuchs von Peter Hagendorf zählen vor allem deshalb als wichtige historische Quelle, weil sie anschaulich das Elend der Bevölkerung im 30-jährigen Krieg schildern.

    Sehr empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang GEOEPOCHE, Heft 29 "DER DREISSIGJÄHRIGE KRIEG" und die dazugehörige ZDF-Dokumentation "Der Dreißigjährige Krieg. Mit Gottes Segen in die Hölle" auf DVD. Hagendorf wird dort auch nachgestaltet.
     
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  13. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das ist doch egal, ob Du den Thread aufgemacht hast oder nicht. Dennoch sollte man nicht OT gehen und OT sind bis jetzt fast alle Beiträge.:fs:

    Peter Hagendorf war ein Söldner im 30-jährigen Krieg, der den Krieg aus seiner Perspektive beschrieb. Da ansonsten fast nur Zeugnisse von Fürsten, Generalen oder Geistlichen vorhanden sind, ist gerade diese Sichtweise sehr interessant. Hagendorf kämpfte zwar unter den Kaiserlichen, aber ob er in einer Reichsarmee kämpfte, welche den Namen auch verdient, weiß ich nicht. Gab es denn im 30-jährigen überhaupt einen Reichskrieg? Normalerweise mussten dann doch die Reichsfürsten auch für einen solchen auf dem Reichstag stimmen.

    Zum Reichskrieg sagte schon die Encyklpädie von Krünitz:

    Unterstreichung von mir. Wohlgemerkt, diese Definition ist aus dem 18.Jh. und noch nicht so ganz auf die erste Hälfte des 17.Jh. übertragbar.

    Da es im Frieden von 1648 auch um das Reich ging, heißt für mich nicht unbedingt, dass man deswegen von einem Reichskrieg sprechen kann. Gibt es dazu klare Aussagen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. November 2008
  14. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Immerhin habe ich bei Harald Weber ("Militärgeschichte des Churfürstemthums Sachsen ... 1613 -1733" Verlag für sächsische Regionalgeschichte, Judenau, 2008) gefunden, dass Sachsen nach dem Friedensschluss mit Schweden von 1645/46 3 Regimenter "verfassungsmäßig" bei der Reichsarmee lassen musste. (siehe S. 88)
     

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