Reichswehr

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Gast, 8. Mai 2007.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo,
    ich habe folgende Aufgabe: Erstellen Sie eine Übersicht über die militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrags und deren Folgen für die Struktur der Reichswehr.
    Nun frage ich mich, ob es ausreichend ist zu sagen, dass die Reichswehr auf 100000 Mann reduziert wurde... Im Internet finde ich absolut nichts, vielleicht könnt ihr mir helfen?
    Außerdem sollen wir uns eine eigene Meinung zur Reichswehr bilden. Bisher fallen mir nur negative Argumente ein ( pflegte Kontakt zu Rechsstehenden und rebublikfeindlichen Wehrverbänden...) Kennt ihr auch positive Seiten??
    Für Hilfe wäre ich sehr dankbar
     
  2. Cisco

    Cisco Neues Mitglied

    In welchem Internet hast Du denn gesucht?????

    Bei der Eingabe von "Reichswehr" stolpert man gleich über zwei Artikel, die Deine Frage im Wesentlichen beantworten.
    Und die Bestimmungen des Versailler Vertrages sind ebenfalls leicht zu finden.

    Manchmal...:motz:

    Gruß

    Cisco
     
  3. Gast

    Gast Gast

    Entschuldige bitte, dass ich eine Frage gestellt habe... Ich habe sehr gründlich im Internet recherchiert und habe nun auch etwas zu der ersten aufgabe gefunden, dennoch fallen mir bislang nur negative beurteilungen zur Reichswehr ein...
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  5. amicus

    amicus Gast

    Auch das Thema Generalstab ist interessant. Dieser war nämlich von den Alliierten verboten worden und die Reichswehr hat dieses Verbot mit der Gründung des Truppenamtes umgangen.
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Völlig richtig, amicus.

    Auch ansonsten war man erfinderisch, der Panzer I hieß "Landwirtschaftlicher Schlepper"

    Erstaunlicherweise konnte man ab 1925 der Türkei bei der U-Boot-Entwicklung helfen und sandte - neben zwei Neubauten(!) - auch ehemalige Kommandanten dorthin.

    Zu den geheimen Rüstungsprojekten der Marine:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsmarine

    Eine Anzahl der Geheimnisverrat-Prozesse vor dem Reichsgericht in den 20er Jahren (wir hatten hier mal ein Thema "auf dem rechten Auge blind") betraf genau solche Projekte unter Verletzung des Versailler Vertrages, die der Öffentlichkeit aufgedeckt worden sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Mai 2007
  7. Kunifer

    Kunifer Neues Mitglied

    Ich wundere mich, dass Du über "positive" und "negative" Aspekte der Reichswehr schreibst. Ich hoffe, dass Dein Lehrer Deine Aufgabe nicht wirlich so formuliert hat. In der Geschichte gibt es nämlich kein "gut" und "böse" - so wenig, wie es in der Mathematik gute Zahlen oder in der Chemie böse Elemente gibt.

    Vermutlich wollte Dein Lehrer eher wissen, welche Rolle die Reichswehr in Bezug auf den Fortbestand der Weimarer Republik oder in Bezug auf die Entwicklung hin zur NS-Diktatur oder hin zum Zweiten Weltkrieg spielte. Diese Fragen kann man natürlich schon beantworten.

    Dann solltest Du neben den hier genannten Fakten (100.000-Mann-Limit, keine Panzer, kein Giftgas, Größenbeschränkung für Kriegsschiffe (die durch falsche Tonnageangaben unterlaufen wurde), keine Luftwaffe (ebenfalls massiv unterlaufen), keine Wehrpflicht, Entmilitarisierung des Rheinlandes, etc.) auch auf die antimedokratischen Kräfte im Offizierskorps eingehen, namentlich auf Hans von Seeckt und Walther von Lüttwitz und erklären, wie diese Personen mit zum Untergang der Weimarer Republik beitrugen.
     
  8. CrisP

    CrisP Neues Mitglied

    Zu von Seeckt: Ohne ihn und seine "berühmte Aussage" (@Gast: siehe Wikipedia-Artikel) hätte Friedrich Ebert sich wohl nicht getraut, die Regierungsgewalt zu übernehmen.
    Diese Anekdote sollte man aber, wie von Kunifer bereits anderweitig konstatiert, nicht in ein Positiv-/Negativ-Schema pressen. Bei der eigenen Meinungsbildung kommt es halt darauf an, sich einen breiten Überblick zum Thema zu verschaffen, dann kommt die kontextuelle Einordnung der Geschehnisse und ihrer positiven und negativen Folgen für die Weimarer Republik, die Menschen und/oder die Reichswehr (war vielleicht das gemeint?) meist ganz von allein.
    @silesia: Zu den Tarnungen zählen auch noch die intensiven Erprobungen und gegenseitigen Erfahrungsaustausche zwischen der Sowjetunion und dem Dt.Reich auf militärischem Gebiet, angefangen bei Flugerprobungen von Prototypen in der Sowjetunion (der Stukaprototyp blieb als Geschenk in der SU), über Panzer bis hin zu großflächigen Manövern - berichtet z.B. bei Nehring und Guderian. Als der Hitler-Stalin-Pakt 1939 geschlossen wurde, "köderte" Ribbentrop Stalin unter anderem mit dem Angebot einer Neuauflage dieses "Erfahrungsaustausches"...
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2007
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  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hast Du vielleicht zu diesen beiden Vorgängen eine Quelle?
    Bei letzterem würde ich die "Gebietsangebote" in Osteuropa als Köder sehen. Und die Überlassung der Ju87 war mir bislang nicht bekannt.
     
  10. kwschaefer

    kwschaefer Aktives Mitglied

    Die Ju 87 kann es nicht gewesen sein, da Lipezk am 15. September 1933 aufgelöst wurde und die Ju 87 V1 am 17. September 1935 zum ersten Mal flog. Dieser erste Prototyp stürzte am 24. Januar 1936 in Deutschland ab.

    Selbst die Vorläufer Henschel Hs 123 und Fieseler Fi 98 wurden erst auf Grund einer Forderung vom 11. Februar 1934 entwickelt, meines Wissens die erste militärische Forderung für ein Sturzkampfflugzeug der Luftwaffe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2007
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Moment,
    wenn ich mich richtig erinnere gab es sowohl von Heinkel als auch von Junkers vor 1932/33 einen Stukaprototyp beide noch als Doppeldecker. Die sich wohl beide nicht so recht bewährten.
    Kann ich bei Bedarf heute Abend heraussuchen.

    Heinkels überhaupt erster Auftrag (als Selbständiger) kam übrigends von den Amis, ein U-Boot-Flugzeug. Eklatanter Bruch des Versailler-Vertrags, weitere Aufträge dann von den Japanern. Die die anstehenden Kontrollen der Abrüstungskommission dann immer vorher ankündigten. Die Staaten deren Rüstungstechnologie nicht auf dem allerneuesten Stand waren, waren gerne bereit den Deutschen beim Unterlaufen der Abrüstungsbestimmungen zu helfen. Wenn sie dadurch diese Technologie bekamen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2007
  12. kwschaefer

    kwschaefer Aktives Mitglied

    Auch die Hs 123 und die Fi 89 waren Doppeldecker.

    Du meinst wahrscheinlich die Heinkel He 50, die Heinkel als Schwimmerflugzeug für Japan entwickelte. Heinkel hat das Flugzeug dann noch einmal überarbeitet und 1932 der Reichswehr vorgestellt. Nach der Machtübernahmne wurde dann eine kleine Serie, ich glaube 50 oder 60, davon gebaut und für die ersten Sturzkampfverbände der Luftwaffe verwendet. Sie wurde aber ganz schnell durch die Henschel Hs 123 ersetzt, die auf militärischen Forderungen der Luftwaffe basierte. Aber auch die He 50 wurde meines Wissens nicht in Lipezk erprobt, sondern ausschliesslich in Rechlin.

    Ein Sturzkampfflugzeug von Junkers vor der JU 87 kenne ich nicht.

    Es wurden übrigens während der Weimarer Republik von der deutschen Luftfahrtindustrie ständig im Auftrag des Reiches militärische Flugzeuge entwickelt und im Ausland, zB bei Dornier in Altenrhein in der Schweiz, gebaut und erprobt. Nach 1933 war überhaupt ein so schneller Aufbau der Luftwaffe nur möglich, weil man auf Entwicklungen aus der Zeit der Weimarer Republik zurückgreifen konnte.
    Die ersten Bomberverbände der Luftwaffe waren zB mit der Do13 und der weiterentwickelten Do 23 ausgerüstet, die zunächst 1932 als Frachtflugzeug für die Reichsbahn vorgestellt worden war.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2007
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2007
  14. kwschaefer

    kwschaefer Aktives Mitglied

    Was bei Wiki steht, stimmt nicht so ganz.

    Bei Junkers war es so, dass in der Weimarer Zeit auch militärische Flugzeuge in Deutschland entwickelt und in einer Zivilversion ohne Bewaffnung erprobt wurden. Diese Typen wurden bei AB Flygindustri in Limnhamn in Schweden militarisiert und in der Regel mit einem anderen Typkennzeichen versehen.

    So wurde 1927 nach einer Forderung der Türkei für ein zweisitziges Jagdflugzeug in Dessau die Junkers A 48 entworfen. Nach der Erprobung kam dieses Flugzeug von Schweden aus bewaffnet als K 47 auf den Markt.

    Von der zivilen Version A 48, die als Trainingsflugzeug bezeichnet wurde, gingen einige an die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, die sie in Breslau 1931/32 für Sturzflugversuche mit einer automatischen Sturzflugsteuerung von Bofors und Askania einsetzte, wohl die ersten derartigen Versuche überhaupt.

    Die A 48 war bei Junkers von Karl Plauth entworfen worden, der jedoch bei Kunstflugübungen tödlich verunglückte. Die Entwicklung wurde dann von Hermann Pohlmann, dem Entwickler der Ju 87, weitergeführt, der durch die Versuche der DVL viel für die spätere Entwicklung der Ju 87 lernte.
    Die A 48 hatte ein doppeltes Seitenleitwerk und diese Auslegung verwendete Pohlmann auch bei der Ju 87 V1. Nachdem die Ju 87 V1 Anfang 1936 bei Sturzflugversuchen durch Abriss des Leitwerks verunglückte, stellte Pohlmann den Entwurf auf ein einfaches Seitenleitwerk um.

    Die A48/K47 hat so Beiträge zur Entwicklung von Sturzkampfflugzeugen geleistet, ohne selbst eines gewesen zu sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2007
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Wiki stimmt so gut wie nie zu 100%.
    Aber an meine Bücher komme ich vom Büro aus nicht ran. an Wiki schon:cool:

    Insofern freue ich mich über mein doch noch recht zuverlässiges Gedächtnis.
    Da war was mit ner Junkers und Sturzbomber vor der Ju 87.
     
  16. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Noch was, natürlich OT, aber vielleicht interessiert es doch den einen oder anderen.

    Heinkel gründete Anfangs der 20er zusammen mit Bücker und dem schwedischen Staat die Fa. Saab als Flugzeugfabrik, um die Bestimmungen des VV umgehen zu können. (Später übernahmen die Schweden die Fa. komplett)

    Nach dem 2. WK kaufte Saab die 2-Takt-Lizenzen einschl. dem 3-Zylinder-Motor von DKW und mit diesen Schwedenkronen konnte DKW im Westen die PKW-Produktion überhaupt erst aufnehmen. (Honda benahm sich "cooler" und zahlte für die Kopie des Motorrades RT 125 keinen Jota, schon eigenartig die Wiedergeburtler)

    Also: Ohne Heinkel kein Saab, ohne Saab kein Audi! Und ohne Audi wäre VW 1970/74 wohl abgenippelt. Und alles ohne den VV nicht.
     
  17. CrisP

    CrisP Neues Mitglied

    Wenn ich gewußt hätte, was ich mit dem Stuka-Hinweis auslöse, hätte ich erst die Quelle gesucht, und dann geschrieben. :pfeif:
    Habe es vor längerer Zeit mal gelesen (bei Nehring, Guderian, Hahn & Konsorten? Keine Ahnung), da erwischst Du mich wirklich auf dem falschen Fuß...
    Nur soviel: Es muss nicht der "direkte" Prototyp der Stuka sein, allerdings erinnere ich mich noch an eine bildliche Gegenüberstellung der deutschen Stuka und des russischen Pendants! Da fällt mir auch noch zu ein, dass dieser russische taktische Bomber kein Sturzkampfbomber war. Und Ju87 hatte ich - hoffentlich - auch nicht geschrieben. Hierzu vielen Dank an kwschaefer und repo für die Klarstellungen. Mir ist allerdings zum Thema Kama der einhellige Tenor aufgefallen, dass nämlich ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen Russen und Deutschen bestand - aber das kann auch Euphemismus sein und "Prototypen-Geschenke" (sagt mir zumindest mein im Vergleich zu repo weitaus löchrigeres Gedächtnis) ein nettes "sprachliches Bild"...
    Zum anderen Thema:
    Gerd R. Ueberschär, Lev A. Bezymenskij (Hrsg.), Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941 - Die Kontroverse um die Präventivkriegsthese, Darmstadt 1998.
    Sammlung von Aufsätzen mit Quellenanhang. Interessant...
    Die Gebietsangebote werden im Buch ähnlich gesehen: Deutschland "erklärt sein Desinteresse" an bestimmten osteuropäischen Gebieten, was der SU die Möglichkeit zur "eigenen Korrektur" der Grenzen gab.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Mai 2007
  18. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die Gebietsangebote sind das Thema, mit dem Ribbentrop überhaupt die hektische Phase der Verhandlungen ab Mitte August eingeleitet hat, das Auftaktsignal, welches sich Stalin wohl letztlich auch erhofft hatte. Die engere Phase des Kontaktes ging von der russischen Seite aus, am 26.7.39 erörterten Schnurre, Astachov und Barbarin die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen. Ribbentrop ließ sich für die Fanfare kaum eine Woche Zeit: Am 2.8.1939 verkündete er eindteutig-zweideutig die "-Meeres-Formel, wonach "zwischen Ostsee und Schwarzem Meer keine Probleme gäbe, die nicht zu lösen seien." Dieses war die Repblik auf die Bemerkung Astachovs zu den russischen Interessengebieten in Finnland, Baltikum, Rumänien.
    z.B. Gornig, Der Hitler-Stalin-Pakt, Eine völkerrechtliche Studie, oder die Darstellungen von Weber, Fleischhauer etc.



    Zurück zu den Prototypen-Geschenken: So ein direkter Zusammenhang zu einem russischen Kampfflugzeug (etwa DB-3/Il-4, Su-2, SB-2, Pe-2, Il-2) und einem deutschen Geschenk ist mir nicht geläufig.
    Vielleicht findet sich ja noch etwas.
     
  19. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ein etwas exotisches Gebiet ist die deutsche Unterstützung für Guomindang-China, 1927-1941.

    www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/ 1971/pdf/Martin_Das_Deutsche_Reich_und_Guomindang-China.pdf

    Die guten Beziehungen forderten später eine Selektion zwischen den beiden unvereinbaren Partner China und Japan, wobei bekanntlich die Wahl auf letzteren fiel, aus strategischen Gründen.
     
  20. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied


    ..., die hergeleitet (legitimiert?) waren aus Bestimmungen des Versaillrer Vertrages.
     

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