rev 1848, Wendepunkt ?

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von pelikan, 21. April 2016.

  1. pelikan

    pelikan Neues Mitglied

    Ich muss in geschichte einen aufsatz über die rev.1848 schreiben. darin muss ich die these behandeln dass die revolution in deutschland trotz ihres scheiterns einwendepunkt für die deutsche geschichte ist. Was spricht dafür was spricht dagegen ?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Was meinst denn du?

    Wir helfen dir natürlich gerne, aber dazu müsstest du uns schon das Gefühl geben, dass du uns nicht ausbeutest. Also dass du im Prinzip deinen Aufsatz hier herein schreibst und damit zur Diskussion stellst. Dann können wir sehen ob Argumente richtig oder falsch sind oder evtl einfach nur treffender formuliert werden. Im Moment läuft das eher noch auf eine Copy and Paste-Sache hinaus. Du wirst verstehen, dass hier niemand den Nachmittag mit deiner Hausaufgaben verbringen will, während du zum Fußball raus in die Sonne gehst.
     
  3. pelikan

    pelikan Neues Mitglied

    Das kann ich natrlich verstehen
    Also ich hab geschrieben bis jetzt dass es trotz des scheiterns einen Wendepunkt gab da das paulskirchenparlament dies einteilung der parteien für die spätere zeit geprägt hat. auserdem hab ich noch geschrieben dass vor allem der Wunsch nach einer demokratie und die im vorraus formulierten Ordnungsprinzipien immernoch in den Köpfen der menschen blieben und allgemein alle ideen von 1848
    das is so ganz kurz zusammen gefasst was meine argumente wären
     
  4. pelikan

    pelikan Neues Mitglied

    könnte man das so stehen lassen bzw was ergänzen ?
     
  5. hacege

    hacege Neues Mitglied

    Ich bin ja nicht dein Geschichtslehrer, aber eher [thumb down]

    „einteilung der parteien für die spätere zeit geprägt hat“
    Vorsicht oder: Wo siehst du die SPD von 1848 ?

    „dass vor allem der Wunsch nach einer demokratie und die im vorraus formulierten Ordnungsprinzipien immer noch in den Köpfen der menschen blieben“
    hat man in den nächsten 70 Jahren in D. woran gemerkt ?

    ich würd da eher so argumentieren (nur ein Vorschlag von vielen möglichen)

    Grund, daß 1848 unwichtig ist:
    Generell das Scheitern der Bewegung:
    - D. wird wird weder eine Republik (erst1918) noch eine Konstitutionelle Monarchie (nie geworden).
    - eine nationalstaatliche Einigung erfolgt erst ein Vierteljahrhundert später in einem völlig anderen politischen Rahmen
    - die politische Geschichte Mitteleuropas bewegt sich nach 48 weiter wie bisher gewohnt.

    Grund, daß 1848 wichtig ist
    Generell das Scheitern der Bewegung:
    die gescheiterte Revolution und der "Sieg der Fürsten" bewirkte langfristig, daß in der Folge in D. reaktionäre und autoritäre Strukturen und Denkformen stark ausgeprägt waren.
    Mangelnde demokratische Kultur und eine Neigung zu autokratischen Lösungen, die sich daraus ergaben, sind eine der Ursachen für die unrühmliche Rolle die D. in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gespielt hat.
     
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  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Das Kaiserreich war schon eine konstitutionelle Monarchie.
     
  7. J-M-K

    J-M-K Neues Mitglied

     
  8. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

     
  9. hacege

    hacege Neues Mitglied

    Ich muss mich korrigieren und Ihnen rechtgeben: Es gab eine Verfassung ab 1971.

    In ihrer konkreten Ausgestaltung hatte diese (71-Verfassung) aber eine Menge autoritärer Züge...
     
  10. hacege

    hacege Neues Mitglied

    D‘accord

    oder doch nicht:
    Ich biete ihnen - natürlich nur bedingt ernst - den an ihre Formulierung angelehnten folgenden Text an:

    Inwiefern soll 1918 einen Wendepunkt darstellen ? Das deutsche Reich scheiterte, die gewünschte Neuordnung Europas trat nicht in Kraft, die Siegermächte unterdrückten und verboten die deutsche Monarchie. Eine (allerdings nur ökonomische) Hegemonialstellung Deutschlands bildete sich erst am Ende des Jahrhunderts heraus, allerdings in einer anderen Form als es sich die Reichsregierung 1914 vorgestellt hatte.

    Und doch glaubt jeder, daß die Niederlage im ersten Weltkrieg ein Wendepunkt in der deutschen Geschichte ist...

    Ernsthafter: Auch wenn ich weiß, daß der obige Vergleich genauso hinkt wie jeder andere, so stellt sich doch die Frage ob das scheitern einer politischen Bewegung per se als folgenlos dargestellt werden kann.
     
  11. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nun ja es kommt darauf an, ob man die 48er Revolution als singuläres,rein politisches Ereignis betrachtet oder als Kumulationspunkt der nationalliberalen Bewegung,die in den Befreiungskriegen begann und sich nicht allein auf politische Faktoren beschränkte.

    dann müßte man nämlich die wirtschaftliche Komponente und insbesondere das Eisenbahnwesen und den Zollverein mit einbeziehen,der ja wesentliche zur Überwindung der Kleinstaaterei und deren Auswirkungen beitrug- und damit mit den 48er Zielen deckungsgleich war und auf dem Gebiet der Zoll- und Handelspolitik einen einheitlichen Bundesstaat mit Elementen der Gewaltenteilung vorweg nahm.
    Bereits die 1847 im "Halben Mond" zu Heppenheim tagende Versammlung führender 48er hatte formuliert den Zollverein zur Vereinheitlichung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse nutzen und durch die Schaffung eines Zollparlaments und einer Zollexecutive unter Umgehung des Deutschen Bundes eine einheitliche Regierung auf konstitutioneller Grundlage für Deutschland zu schaffen.

    Auf politischem Gebiet war es vorrangig die Zementierung der kleindeutschen Lösung,
    wie sie in der Frankfurter Reichsverfassung vom 28. März 1849 ihren Niederschlag fand.

    Gesellschaftlich ist sicherlich die Ablösung der vorher herausragenden Stellung des Erbadels durch das wirtschaftlich erfolgreiche Großbürgertum (das man z.B. in Preußen über Wirtschaftsadelstitel einzubinden versuchte) und die Ausdifferenzierung des vormals als Dritter Stand bezeichneten Bevölkerungsteils in Großbürgertum, Mittelstand, Kleinbürgertum, Arbeiter- und Bauernschaft. Ansätze dazu gab es sicherlich bereits seit der Aufklärung, aber erst mit der Revolution 1848 würde ich diese Entwicklung , die letzlich über den ökonomischen Erfolg und nicht mehr das Geburtsrecht definiert wird, für Deutschland als abgeschlossen bezeichnen.
     
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