Russland nach dem ersten Weltkrieg

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von isi_, 26. April 2014.

  1. isi_

    isi_ Neues Mitglied

    Wie sah die Lage in Russland nach dem ersten Weltkrieg aus?
    Ich soll einen Vortrag in der Schule halten, allerdings fällt es mir schwer eine passende Einleitung und einen roten Faden zu finden.
    Besonders wichtig sind mir auch die beiden Personen Lenin und Stalin, allerdings weiß ich einfach nicht, wie ich beide so darstelle, dass ihre Ziele und Gedanken wirklich nachvollziehbar sind.
    Was hatten die beiden für Ziele und wie baue ich es in meinen Vortrag mit ein. Ich würde mich sehr über Hilfe beim Aufbau meines Vortrages freuen. :rotwerd:
     
  2. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Keineswegs rosig und ziemlich verworren. Russland gehörte zu den Verlierern des 1. Weltkrieges und hatte die höchsten Verluste an Gefallenen und Verwundeten. Während des Krieges mussten die zaristischen Armeen Niederlagen gegen die Deutschen einstecken, die 1917/18 zum Waffenstillstand und Frieden von Brest-Litowsk führten. Der Zar wurde 1917 durch die Märzrevolution zum Abdanken gezwungen, die provisorische Regierung unter Lwow und Kerenski führte den Krieg aber weiter. 1917 übernahmen die Bolschewiken nach der Oktoberrevolution die Macht, und bis 1921 herrschte Bürgerkrieg. Weite gebiete, die zum Zarenreich gehörten wie Polen, Finnland und die baltischen staaten estland, Lettland und Litauen waren unabhängig geworden, Bessaarabien, das heutige Moldavien kam zu Rumänien.
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Um welche Zeit geht es Dir eigentlich genau? Nur die unmittelbaren Nachkriegsjahre (bis etwa 1921) oder auch die weitere Entwicklung bis hin zum 2. WK? In ersterem Fall würde ich Stalin eher weniger ausführlich behandeln. Er spielte zwar bereits in den unmittelbaren Nachkriegsjahren eine Rolle vor allem bei der Niederwerfung des Kaukasusraums, aber so wirklich wichtig wurde er erst, als es um Lenins Nachfolge ging.
    Wenn es um die "Lage in Russland" gehen soll, würde ich eher den Bürgerkrieg zwischen Weißen und Roten behandeln, die Konsolidierung der kommunistischen Herrschaft, die Unterwerfung einiger abtrünniger Gebiete, vor allem aber auch die schwierige wirtschaftliche Lage (Stichwort "Kriegskommunismus").
    Ein möglicher "roter Faden" wäre somit, wie es den Bolschewiken gelang, an die Macht zu gelangen, sie trotz massiver Widerstände zu halten und zu festigen und schließlich das gesamte Gebiet der späteren UdSSR unter ihre Kontrolle zu bringen.
     
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  4. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Kurz zusammengefasst:
    Russland schied 1917 vorzeitig aus dem 1. Weltkrieg aus. Die Ostront hatte das eigentliche Russland (bzw. die nach den Gebietsabtretungen verbliebenen Reststaat) noch gar nicht erreicht. Die Ostfront ging durch das Baltikum und die Karparten. Das eigentliche Russland blieb von den Kampfhandlungen verschont.

    Der Russische Bürgerkrieg verschonte jedoch keinen Landstrich des Riesenreiches. Er war überall im Kaukasus, im Ural, in Polen, in Zentrasien, bis zum Pazifik. Es handelt es sich hierbei um zahlreiche, kaum zu überblickende Einzelkonflikte und Nebenschauplätze. Im Grunde gibt es in jedem Gebiet eine andere Geschichte mit eigenen Kriegsparteien und auch ein wenigstens ein dutzend mehr oder minder erfolgreiche Unabhängigkeitserklärungen und gelegentlichen Vorstößen der Entente. Wladiwostok wurde erst 1922 von der Roten Armee erobert. So gesehen dauert der Bürgerkrieg fast 5 Jahre.
    Der Bürgerkrieg forderte Millionen Opfer und die Verluste an Menschenleben war für Russland um ein vielfaches größer als 1. Weltkrieg.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2014
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