Schiffahrt der Kelten

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Wulfnoth, 18. Juli 2005.

  1. Wulfnoth

    Wulfnoth Gast

    Hallo,

    Ist bekannt mit was für Schiffstypen die Kelten z.B. auf dem Atlantik gefahren sind?

    Gruß
     
  2. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Was genau meinst du mit Kelten auf dem Atlantik? Folgst du etwa Pauls Ansicht?
     
  3. eden

    eden Neues Mitglied

    Von Kelten auf dem Atlantik weiß ich zwar nichts, jedoch etwas über die Phönizier und Kartharger von denen man weiß das sie Handel mit den Britische Inseln betrieben.
    Dunkel erinnere ich mich auch daran mal gelesen zu haben das die bis zu den Kanrischen Inseln gelangt sein sollen, genaues weiß ich aber nicht mehr darüber.
    Edit: Den Rechtschreibfehlerteufel bekämpft... ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juli 2005
  4. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Man weiß überhaupt nix von Handelsbeziehungen zwischen Karthagern/Phöniziern und den britisch Inseln. Es wird häufig gemutmaßt, daß der Periplus des Hanno eine Information über eine Insel preisgibt, die als eine Kanalinsel gesehen werden kann. Angesichts des Streits darüber, ob dieser Periplus überhaupt echt ist, kann man kaum davon sprechen, daß man heute von solchen Handelsbeziehungen weiß und sie schon gar nicht einfach auf die britischen Inseln ausweiten! :winke:
     
  5. Wulfnoth

    Wulfnoth Gast

    In Ordnung ich korrigiere mich.
    Ist bekannt mir was für Schiffstypen die Kelten in Küstennähe in der Biskaya und im Ärmelkanal gefahren sind?
     
  6. eden

    eden Neues Mitglied

    @Marbod:
    Währe fast etwas für einen eigenen Thread. :winke:
    In der Wikipedia fand ich dies hier:
    Sie handelten mit Britannien und kauften Zinn von den Gruben der Halbinsel Cornwall.
    Quelle

    Außerdem fand ich noch etwas über den Seefahrer Himilco
    Quelle
    Den Phöniziern dürfte Britannien also wohl bekannt gewesen sein.

    @Topic:
    Dazu fand ich auf die schnelle nur das hier:
    *klick*
    Auszug:
    Ein aus Weidenruten, Wurzeln u.ä. geflochtenes, rundes oder längliches Bootsgerüst. Da das Flechtwerk nicht wasserdicht wird, erfolgt entweder ein Überzug durch Häute oder Felle oder ein Abdichten mit harzigen Stoffen. Infolge seiner einfachen Bauweise und der verfügbaren Sträucher und Häute entwickelte sich sehr frühzeitig das Korbboot gleichzeitig in verschiedenen Gebieten der Erde. Die Kelten nannten ihre fellüberzogenen Korbboote »curiogle«. Der römische Feldherr JULIUS CÄSAR (100 bis 44 v. u. Z.) benutzte bei seinen Feldzügen ähnliche leichte Korbboote zur Flußüberquerung.

    Aus der Wikipedia:
    900 Jh v. Chr: England: Bei North Ferriby an der Humbermündung werden Reste von frühen Plankenbooten gefunden. Die Konstruktionen aus zwei halben Einbäumen mit flachen Mittelstück und aufgesetzten Planken sind eine Zwischenform vom Einbaum zum Plankenschiff mit Kiel und Spanten. Boote dieser Art sind zum Zinntransport von Cornwall zum Festland verwendet worden.Quelle
    Bin mir aber nicht sicher ob das unter den Begriff "Kelten" fällt. :grübel:

    MfG
    eden
     
  7. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Das hatten wir ja schon ein oder zweimal in anderen Themen. Wenn du mal genau auf der Seite mit Himilco guckst, dann siehst du, daß die Angaben über Himilco von Plinius dem Älteren stammen. Der Gute ist beim Vesuvausbruch 79 n. Chr. ums Leben gekommen, er ist daher keine Primärquelle, sondern ein gutes halbes Jahrtausend hintendran!
    Er macht auch keine konkreten Angaben über die Reise des Himilcar, ebensowenig über die des Hanno. Über den Periplus des Hanno haben sich schon klügere Köpfe Gedanken gemacht und die sind sich einig darin, daß keine Einigkeit besteht darüber wie "echt" dieser Periplus ist.
    Avienus schrieb noch viel später. Er behauptet zwar, daß er seine Informationen aus den Erzählungen Himilcos entnommen hat, aber ähnliches haben schon andere behauptet und haben dabei offensichtlich "geflunkert" um beispielsweise ihre Werke aufzuwerten. Es ist jedenfalls nicht richtig solche Informationen unkritisch zu übernehmen. Das wurde in früherer Zeit noch öfter getan und dies zieht sich eben noch durch die dürftige Fach- und Populärwissenschaftlichen Publikationen zu dem Thema. Nach heutigem Standpunkt ist es jedenfalls nicht mehr "bewiesen", das Phönizier bzw. Karthager bis zu den britischen Inseln gesegelt sind. Wobei es nicht auszuschließen ist, man kann es nur nicht mit Bestimmtheit sagen.
     
  8. askan

    askan Neues Mitglied

    Und die Grabungsfunde auf den Scilly´s und in Cornwall? Soweit ich weiß wurden dort kleine Tanit-Statuetten gefunden.
     
  9. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Ja, die Story kenn ich. Da streiten sich die Geister ob das nun wirklich Tanit darstellen soll, oder ob es eine keltische Göttin (Danu glaube ich) ist, da sich die Darstellungen beider in irgendeiner Form ähneln sollen. Ich hab schon etliche Tanitstatuetten gesehen, aber leider noch keine von denen aus Cornwall, ebensowenig die der keltischen Gottheit. Deswegen kann ich dir auch nix über die Unterschiede oder Ähnlichkeiten sagen. Aber ich bin bei solchen Zuordnungen immer vorsichtig.
     
  10. Jürgen

    Jürgen Neues Mitglied

    Dies erinnert sehr an die Bauweise der "Oberländer" Boote. Dieser uralte Bootstyp soll bereits den Kelten bekannt gewesen sein und wurde nachweislich in der Antike und auch über das gesamte Mittelalter, bis weit in die Neuzeit, in der Binnenschifffahrt auf Rhein und Rhone eingesetzt.
    http://www.dsm.de/MA/oberl.htm

    Die "Oberländer" schienen mir schon immer ein Anachronismus im Schiffsbau. Erst als ich die obige Notiz von eden gelesen habe, habe ich auch begriffen, dass dieser Schiffstyp tatsächlich aus der Jungsteinzeit/o. Bronzezeit stammen könnte. danke JS
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2005
  11. eden

    eden Neues Mitglied

    @Marbod:
    Müsste sich nicht anhand der Isotopenverteilung nachweißen lassen ob Zinn aus Cornwall kam bzw wurde sowas schon mal versucht? Weiß das rein zufällig wer?

    @Topic:
    Die "Oberländer" schienen mir schon immer ein Anachronismus im Schiffsbau. Erst als ich die obige Notiz von eden gelesen habe, habe ich auch begriffen, dass dieser Schiffstyp tatsächlich aus der Jungsteinzeit/o. Bronzezeit stammen könnte.

    Mir war nicht bekannt das dieser Bootstyp so lange in gebrauch war. Danke für die Info.
    Wenn man bedenkt das auch diese Korbboote ein sehr alter Bootstyp sind, dann beschleicht mich das Gefühl das die "Kelten" bewährtem wohl treu blieben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2005
  12. Enkidu

    Enkidu Neues Mitglied

    Was ist denn mit den Booten, die Caesar in seinem BG beschreibt, die wirken ja aus Sicht der Römer recht beeindruckend.

    Ich schau mal ob die die Stelle finden:

    Liber III.
    13.
    (1) Ihre eigenen Schiffe waren folgendermaßen konstruiert und ausgerüstet: Ihre Kiele waren bedeutend flacher als die unserer Schiffe, so
    daß sie leichter über Untiefen und das Niedrigwasser bei Ebbe hinwegsteuern konnten. (2) Dagegen ragten der Bug und ebenso das Heck
    ziemlich hoch empor, für hohen Wellengang bei Flut und Stürmen sehr angemessen. (3) Die Schiffe waren ganz aus starkem Holz, um jede
    gewaltsame Erschütterung aushalten zu können. (4) Die Ruderbänke, die aus fußhohen Balken bestanden, waren mit daumenstarken
    Nägeln befestigt. (5) Die Anker hingen statt an Tauen an eisernen Ketten, (6) als Segel wurden Felle und ganz dünn gegerbtes Leder
    verwendet, sei es, daß es zu wenig Leinen gab, sei es, daß sie seine Verwendung als Segel nicht kannten. Sehr viel wahrscheinlicher ist
    jedoch, daß sie der Meinung waren, daß gewöhnliche Segel die gewaltigen Stürme auf dem Ozean und die mächtige Kraft der Böen nicht
    aushielten und daß die außergewöhnlich schweren Schiffe mit Leinensegeln nicht zufriedenstellend zu lenken seien. (7) Ein Zusammenstoß
    dieser Schiffe mit unserer Flotte zeigte, daß die unseren an Schnelligkeit und Kraft der Ruderschläge überlegen waren, während sich die
    der Veneter in ihrer Bauart sehr viel besser für die geographischen Bedingungen und die Stärke der Stürme eigneten als unsere. (8) Diese
    konnten ihnen nämlich nicht einmal mit dem Rammsporn Schäden zufügen, weil sie zu stabil gebaut waren, und nur unter Anstrengung
    konnte man sie mit dein Wurfgeschoß erreichen, weil sie so hoch aufragten. Aus demselben Grund war es auch nicht einfach, sie mit
    Enterhaken heranzuziehen. (9) Es kam hinzu, daß sie, wenn sie vor dem Wind liefen, seinen Ansturm sehr viel besser aushielten, außerdem
    aber sich in seichtem Gewässer sicherer bewegten und bei Ebbe nicht die Felsen und Riffe zu fürchten brauchten. All dies trug dazu bei,
    daß unsere Flotte begründete Furcht vor kommenden Gefechten hatte.

    Weiß jemand, ob so ein Boot mal irgendwo gefunden wurde?
     

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