Schnitzer

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Remus Decimus, 2. April 2011.

  1. Remus Decimus

    Remus Decimus Neues Mitglied

    Hallo an alle.

    Nachdem ich schon einiges hier gelesen und gelernt habe, will ich nun auch mal eine Frage stellen.

    Gab es im Mittelalter den Beruf des Schnitzers?
    Man sieht ja überall auf Märkten Löffelschnitzer, etc.
    Wenn ja, unter welchem "Oberberuf" fiel er? Zimmermann? Tischler?
    Ich könnte mir vorstellen, dass er vielleicht ein spezialisierter Tischler ist.

    Diese Frage deshalb, da ich in unserer MA-Gruppe diesen Handwerkberuf darstellen will. Erstmal Löffel, Schalen, Teller, etc. Und dann später auch Kunstschnitzerei mit einbeziehen.

    Sollte es bereits einen Thread hierfür geben, dann bitte ich hiermit um den Link, da ich in der SuFu leider nichts entsprechendes gefunden habe.

    Vielen Dank für eure Hilfe.
     
  2. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Ob es in MA einen spezialisierten Beruf dazu gab , weiss ich nicht.

    Ich kenne allerdings die Herstellung solcher Haushaltgegenstände aus
    der Tätigkeit der Korbmacher .
    Auch erinnere ich mich an einen Bericht , das solche Gegenstände über
    den Winter durch arme ländliche Familien gefertigt wurden.
    Diese gaben sie dann an berufsmässige Hausierer weiter.

    Im Prinzip sollte beinahe jeder holzbearbeitende Beruf die Fertigkeit
    dazu haben - ob es die Tischler , Stellmacher ( Wagner ) oder Drechsler
    des MA getan haben - es wäre anzunehmen , dass sie es als zusätzliche
    Einkommensquelle nutzten.
     
  3. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Meines Wissens hat es einen eigenständigen Beruf des Löffelmachers erst ab ca. 1500 gegeben, wobei hier die Löffel aus Metall gefertigt wurden.

    Die davor verwendeten Holzlöffel konnten ohne allzu große handwerkliche Kenntnisse von den Leuten (zumeist Bauern und Handwerkern) selbst geschnitzt werden. So ein häufig gebrauchter Holzlöffel hielt zwar nie sehr lang, konnte aber einfach und rasch ersetzt werden (Treibsand hat ja schon den Hinweis auf die langen Winterabende gegeben).

    Ähnliches galt auch für sonstiges Ess-Zubehör, also Teller, Platten usw.

    Was Kunstschnitzereien im MA anging, so war dies in erster Linie religiös motiviert, also Heiligenfiguren, Kirchenschmuck, Altarverzierungen und dergleichen. Die Berufsbezeichnung (sofern es kein Zimmermann bei größeren Arbeiten war) lautete Bildschnitzer, später auch Holzbildhauer.

    Sieh mal hier:

    History of wood carving - Wikipedia, the free encyclopedia

    Gruß

    Jacobum
     
  4. Remus Decimus

    Remus Decimus Neues Mitglied

    Erstmal vielen Dank für die Antworten.
    Ja, dass auch die damaligen Bauern Löffel schnitzten war mir bereits bekannt.
    Speziell gings mir bei dieser Frage um eine Zunftzugehörigkeit.
    Da diese ja jetzt quasi wegfällt, kann ich mich nun "austoben".
    Sollte sich mein Können dann auf Kunstschnitzereien erweitern, muss ich mich natürlich nochmal darüber informieren. Aber bisher gehts nur um Gegenstände des täglichen Bedarfs.
    Vielen Dank nochmal.
     

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