Sonnenschutz und Sonnenbrände

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von megatrend, 7. November 2009.

  1. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

  2. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

    Griechen und Römer hatten schon Sonnenschirme. Bei den Römern war er aber nur den Damen vorbehalten.
    Der lateinische Name dafür war umbella (ja, ohne "r").
     
  3. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich glaube, das wissen sogar Tiere, das Schatten Kühlung bringt.

    Megatrend, schon mal was über das Colloseum in Rom gelesen? Da haben die extra einen Sonnenschutz für die Zuschaer eingebaut.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2009
  4. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    @ flo: das ist schon klar.

    Aber: für vornehme Leute dürfte Sonnenschutz wohl kein Problem gewesen sein... Die konnten sich vielleicht sogar einen Sonnenschirm-Sklaven leisten oder sonst im Schatten schlafen. Aber das war wohl einer dünnen Oberschicht vorbehalten. Ich denke da an den einfachen Landarbeiter, Sklaven, Bauern: so lange die Sonne schien, keine Ernte, kein säen, sondern im Wald Holz hacken? Gibt es auch dokumentierte Fälle von Sonnenbrand oder sogar von Hautkrebs?

    Die meisten Leute dürften damals ums Ueberleben gekämpft haben, Hungersnöte waren häufig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2009
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ach, ist das wissenschaftlich bestätigt, dass sich ein Sklave nicht mal einen Schattenplatz suchen durfte?
    Besitzer dieser mussten ja ein Interesse haben, jene gesund zu halten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2009
  6. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Sorry, aber das Sklavendasein war damals kein Zuckerlecken. Pauseneis gab's damals für Sklaven keines, ebenso keine Punica Oase und kein Capuccino zum auslöffeln...
    Sklaverei im antiken Rom ? Wikipedia
    Römischer Bergbau ? Rompedia
    Sklaven wurden als Ware betrachtet und nicht als Mensch (und dementsprechend geschunden).

    Damit ein Besitzer seine Sklaven schont, dazu braucht es auch entsprechendes Wissen um Sachen wie Folgekrankheiten oder Folgeschäden.

    Erkundige Dich mal über Bergwerktote in China. [Ironie]Früher war alles besser[/Ironie off]
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2009
  7. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Na gut.
    Wenn ich einen Sklaven kaufen würde, würde ich den gut behandeln, denn er soll ja für mich arbeiten.
    Ich glaube, das haben die früher auch so gemacht.
    Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
     
  8. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Naja, fragt sich, was man unter gut behandeln versteht. Im Zeitalter das Manchester-Kapitalismus mussten die Arbeiter Wochenarbeitszeiten von über 80 Stunden in Kauf nehmen. Kinder in Bergwerken. Unfälle: es gab keine Krankenversicherung. Aber sorry, das ist OT. Früher wird's wohl kaum besser gewesen sein.
     
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  9. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

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  10. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Da wäre schon mal die Frage, was ist der Unterschied zwischen einem Arbeiter und einem Sklaven?
    Einen Sklaven kauft man, lässt ihn für sich arbeiten und ernährt ihn.
    Einen Arbeiter bezahlt man für seine Arbeit und er muss sehen, wie er ausserarbeitlich mit dem Leben klar kommt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2009
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  11. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Einfache Mittel gegen Sonnenbrand sind z. B. auch Hüte, Kappen, Tücher usw.
     
  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Wie Sch... man Sklaven in der römischen Landwirtschaft behandelte, kann man bei Cato dem Älteren nachlesen.
    De agri cultura ? Wikipedia
    http://www.dueda.de/cms/content/view/18/1/
    Besser waren die Hirtensklaven dran, die ja meist ziemliche Freiräume gehabt haben müssen und sogar bewaffnet waren. Gerade sie rekrutierten das Personal für Spartakus und die Aufstände auf Sizilien.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. November 2009
  13. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Das Los eines Sklaven in der römischen Antike konnte sehr unterschiedlich sein. Die Arbeitsbedingungen von Sklaven in den Bergwerken gehörten sicher zu dem Härtesten. Rein rechtlich war ein Sklave eine mobile Sache, und es beschäftigten sich Juristen wie Cicero mit Fragen, ob bei einem Schiffbruch ein kostbares Rennpferd vor einem Sklaven geretztet werden sollte, doch er war eben auch ein Mensch. Ein Mensch, der durch absichtliche Sabotage und vorgetäuschte Dummheit einen erheblichen Sachschaden anrichten konnte. Manche Sklaven führten durchaus ein annehmliches Leben, annehmlicher, als das manches Freien, weshalb es auch Scheinsklaven gab, die freiwillig die Existenz eines Sklaven annahmen, um dem Militärdienst zu entgehen. Marcus Tullius Tiro, der Erfinder einer Stenographie war nicht nur Ciceros Freigelassener, sondern auch sein Freund. Pallas und Narcissus, die Freigelassenen des Claudius wurden allmächtige Minister ebenso wie Parthenius und Sigerius unter Domitian.

    Der reiche Freigelassene Trimalchio in Petronius Satyricon gebärdet sich tyrannischer als jeder andere, und Typen wie er mochten noch so reich sein, Parvenues blieben sie doch. Der Sklave Epiktet blieb Sklave, doch als Philosoph wurde er mehr geehrt, als ein Trimalchio.

    Der ältere Cato war ein harter Sklavenhalter, der stets Unfriede unter seinen Leuten stiftete und plädierte, alle alten Sklaven und Zugtiere beizeiten zu verramschen, ohne ihre Altersversorgung zu übernehmen, doch Plutarch berichtet auch darüber, dass seine Frau die jungen Sklaven gemeinsam mit ihrem Sohn säugte.
     
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  14. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Hält man nicht in den Mittelmeerländern und weiter im Süden eine ausgiebige Siesta, um sich vor der heißen Mittagssonne zu schützen?
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ja heutzutage. Aber ich habe meine Zweifel, dass man dies den Sklaven zugestand.
     
  16. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Warum denn nicht, in allen heißen Ländern wird körperliche Anstrengung in die frühen Morgenstunden und die Abendkühle verlegt.
    Das ist keine Frage von guter Sklavenbehandlung sondern "gesunder Menschenverstand".
    Marschierten die römischen Soldaten in heißen Ländern nicht sogar manchmal nachts?
     
  17. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Damit dürfte klar sein, dass Sklaven dem Sonneschutz - seines Besitzers - dienten. Den Sklaven selbst vor der Sonne zu schützen war ebenso prioritär wie ihn vor anderen Unbilden der Natur bzw. der Kultur zu schützen - oder aber nicht.

    Unter europäischen Adeligen war es schick, blass zu sein, mit der Botschaft "ich habe Leute, die für mich arbeiten, ich habe es nicht nötig, mich selbst der Sonne auszusetzen". :cool:

    Kann es Zufall sein, dass die "gefühlte Wertigkeit" einander diskriminieren wollender Bevölkerungsgruppen sich von hell nach dunkel staffelt ? Das indische Kastenwesen ist zumindest so beschaffen, andere fielen mir auch ein.
     
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das kann man so pauschal nicht sagen. Auf der einen Seite haben wir Aristoteles, der die Sklaverei protorassistisch an der Realität auch attischer Vollbürger vorbei begründet (Körperbau vs. Geist). Dann Cato, der sich in seiner de agri cultura äußerst inhuman rationalisierend gibt und später dafür von Plutarch in den βίοι παράλληλοι (Doppelbiographien) entsprechend Tadel einstecken muss. Der jüngere Seneca dagegen sieht in jedem Sklaven einen Menschen und erinnert an die Unglücklichen römischen Soldaten, die nach der Varusschlacht in die germanische Gefangenschaft gingen.

    Es kam eher auf das Verhältnis von Besitzer und Sklave an. Wir wissen z.B. von römischen Handwerksbetrieben, wo ein Sklave zunächst zum Freigelassenen wurde, schließlich zum Schwiegersohn und Erben seines vormaligen Besitzers. In den Bergwerken dagegen wurden die Sklave nicht sehr alt.

    Also: In Theorie und Praxis ist das Sklavenleben der Antike äußerst differenziert zu betrachten. Der griechische Hauslehrer einer patrizisch-römischen gens würde sich jedenfalls sehr darüber wundern, wenn er nicht zur familia gezählt würde. Je weniger anonym das Verhältnis war, desto besser dürfte es dem Sklaven gegangen sein.

    Die siesta war einmal. In Zeiten der Vollklimatisierung ist sie weitgehend abgeschafft.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2009
  19. aquilifer

    aquilifer Aktives Mitglied

    Einen aparten Sonnenschirm samt Träger hat auch dieser lykische Fürst vom Nereidenmonument in Xanthos (um 400 v. Chr.).

    http://viamus.uni-goettingen.de/mmdb/Institut/Images?Object.Id:record:int=4184
     
  20. Hotte143114

    Hotte143114 Aktives Mitglied


    Etwas OT dazu, in der Französischen Armee und speziell in der Fremdenlegion ist die Siesta bis heute "heilig"

    Hier mal der normale Tagesablauf:

    Wecken 05h30
    Sport freiwillig , Körperpflege
    1. Früstück
    Antreten : 07h30
    Arbeitseinteilung
    2. Früstück 09h30 (15min)
    Dienst bis 11h30
    11H30 - 12H00 Foyerbesuch ( Aperitif )
    12H00 - 13H00 Mittagessen
    13h00 - 13h30 Foyerbesuch ( Degistif)
    13h30 - 15h30 Siesta ( schlafen , ruhen im Bett, Vorschrift )
    ( weder Sport noch Kartenspiel ect erlaubt )
    16H00 Antreten
    Arbeitseinteilung
    18H00 Ende ( Feierabend )
    18H30 Abendessen
    Danach Ausgang oder Foyer , Sport , Hobby
    22h00 Zapfenstreich . (Schlafen )
     

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