Spartanische Erziehung und Kindheit

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Anno, 31. Oktober 2006.

  1. Anno

    Anno Gast

    Hallo allerseits,

    fuer meine Facharbeit braeuchte ich einige Informationen ueber die Erziehung und Kindheit im antiken Sparta.

    Ich wuerde mich sehr freuen wenn mir jemand einige interessante Links, nuetzliche Literatur oder allg. einige Infos zu diesem doch meines erachtens sehr umfangreichen Themengebiet geben koennte.

    Danke!

    Lieben Gruss,
    Anno
     
  2. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Manfred Clauss, Sparta.

    Ist recht gut zu lesen und beinhaltet eine Fülle von Literaturhinweisen.
     
  3. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ich hab einen Googletipp: "Agoge" die genaue Bezeichnung dieses Vorganges.
    z.B: http://www.meinebibliothek.de/Texte/html/sparta4.html
    Damit findest du vielleicht tiefergehende Informationen. Mein allgemeiner Literaturtipp ist 2Die Spartaner" von Carl Weber. Gibt es aber mWn. nur noch antiquarisch oder aus Bibliotheken.
     
  4. Gast

    Gast Gast

    Kindheit in Sparta
    Wenn ein Kind geboren wird, bringt es der Vater zum Rat der Ältesten.
    Dort wird es untersucht, ob es gesund und kräftig ist. Ist es schwächlich oder missgestaltet, wird es in einen Abgrund geworfen oder augesetzt und getötet.
    Die Kinder werden dazu erzogen, jede Speise zu essen, die ihnen vorgesetzt wird. Sie dürfen keine Angst haben im Dunkeln, nicht weinen oder launisch sein. Ihre Eltern oder Erzieherinnen bringen ihnen früh Gehorsam bei.
    Wenn die Kinder sieben Jahre alt geworden sind, geben sie die Eltern weg in staatliche Erziehungseinrichtungen, wo sie getrennt nach Geschlechtern unter Gleichaltrigen aufwachsen. Die Kindergruppen bleiben immer zusammen beim Essen, Spielen, und Schlafen und den Übungen. Der Klügste und Stärkste wird zum Führer der Gruppe. Ihm müssen alle anderen gehorchen. Die Jungen wurden auch gezwungen, ihre Nahrungsmittel zu stehlen. Wer erwischt wurde, erhielt Prügel.

    ich bin rosa (11 jahre alt) und suche gerade infos zu diesem thema für ein freiwilliges referat. das hier habe ich schon gesammelt. hoffentlich bringt es dich weiter
     
  5. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Liebe Rosa,
    sag bei deinem Referat aber, dass dies nur mit Jungen geschah. Mädchen blieben soweit ich weiß auch noch nach dem 7. Lebensjahr bei ihren Eltern.
     
  6. Schwarzer Prinz

    Schwarzer Prinz Neues Mitglied

    Die spartanische Ausbildung nannte man Aggoge (hoffentlich richtig geschrieben).
    Die Jungen wurden wie gesagtmit 7 weggenommen. Sie erhielten einen Mantel und lebten Draußen. Einige von ihnen mussten auffälige nicht Spartiaten (es gab noch 2 andere Gruppen) töten.bzw. streunende umbringen.
    Zum stehele muss man noch sagen das sie nicht für stehlen bestraft wurden sondern dafür das sie sich haben erwischen lassen.
    Mit 12 wurden sie dann geprüft. Sie mussten einen Hügel erstürmen auf dem Käse war doch davor standen Ältere mit Peitschen und diese peitschten genadenlos auf sie drauf. Danach kam es zur militärischen Ausbildung. Sie lernten das nötigste an lesen, schreiben und Mathe. Aber hauptsächlich Kämpfen und Musikunterricht. Die Musik wurde so stark unterichtet damit sie sich später in der Phlanx besser bewegen konnten.
     
  7. Beowulf

    Beowulf Neues Mitglied

    Warum half Musik sich besser in der Phalanx zu bewegen? In einer Phalanx musste man sich doch eh nicht alzu viel bewegen.
     
  8. König Minos

    König Minos Neues Mitglied

    Vielleich um den Rhytmus der Anderen mitzugehen oder um besser Taktiken einzustudieren und umzusetzen zu können, dabei muss man natürlich konzentriert und Taktgefühl beweisen und haben, das wär für mich ein Grund, warum man Musik lehrte.
     
  9. Beowulf

    Beowulf Neues Mitglied

    Tanz eignet sich da gut! Schließlich ist der Kampf auch nicht viel mehr als ein Tanz. Aber wie gesagt in einer Formation nützt das nicht sehr viel.
     
  10. König Minos

    König Minos Neues Mitglied

    Und die Schwertkunst ist wie die Kunst der Kalligrafie, stimmts ?:D
     
  11. Beowulf

    Beowulf Neues Mitglied

    Wenn du meinst.;)
     
  12. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Ich schätze mal das Marschmusik in der Antike die gleiche Bedeutung für eine Formation hatte wie heute. Nähmlich um den Schritt beim Marschieren zu halten.

    Oh, du schöner Westerwald...
     
  13. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Musik sollte den Charakter formen (ähnliches plante Platon in seinem perfekten Staat, der nur bestimmte Musikgenre erlauben sollte) und mittels der Texte die Moral heben. Eine Verbindung von Musik mit körperlicher Leistung ist mir nicht bekannt, Wobei ich Marschimusik nicht ausschließe, mich aber frage, ob schrille Flöten in der Effizienz nicht hinter Trommeln zurückbleiben. Die Liebe zur Musik könnte auch ein Erbe der Zeit sein, bevor Sparta Messenien eroberte und sich in ein ständiges Heerlager verwandelte. Damals war Sparta als Stadt der lieblichen Chöre und kulturelles Zentrum Griechenlands bekannt.

    PS: Phalanxkampf hat imho wenig mit Tanz gemein. Von Pogo einmal abgesehen.
     
  14. Princeps

    Princeps Neues Mitglied

    Nun, kommt wohl auf die Definition von Leistung an. Bestimmte Musik spornt uns (Anwesende wie immer ausgeschlossen) z.B. im Laden zu erhöhter "Leistung" im Einkaufen ein.
    Und dann die Form der Musik. Es ist z.B. belegt, dass rhythmische, aber wenig artikulierte - sprich ruhig plätschernde - Musik die Arbeitsleistung in Fabriken anhebt.
    Und noch eins: Der gute alte Techno sollte wohl die Leute in einen gewissen Tran bringen - psychedelisch. Trance. Hat vermutlich was Hilfreiches, um ein Gemetzel durchzustehen, das man bestimmt nicht lecker findet, auch ein Spartaner vermutlich nicht. Irgendwann hat auch das nicht mehr gereicht, anscheinend hatten sie vor der Schlacht bei Leuktra noch kräftig einen gebechert, um sich "vorzubereiten". Vielleicht lässt sich's auch in den Kontext einordnen.
    Und natürlich - wie bereits von anderen erwähnt- das Takthalten. Vielleicht war unter den gegebenen Bedingungen - Kupferhelm, Tausende Männer stampfen auf dem Boden rum, je nachdem Gesang (huch, schon wieder Takt) oder Geschrei, dazu wohl übles Sausen im Kopf (durch Angst, Aufregung, Wein und Helm) -Flötentröten sogar besser zu hören als Trommeln?
     
  15. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Die Flöte war bestimmt gut hörbar (allerdings waren die Helme mWn aus Bronze statt Kupfer), aber lässt sich Rhythmus über Flöten vermitteln?
     
  16. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Es können auch andere Signale übermittelt werden. Zu der Zeit gab es noch keinen Lärm von Artillerie auf dem Schlachtfeld. (Vielleicht kann man zum Sammeln pfeifen, wie trompeten oder trommeln.)
     
  17. Faultier

    Faultier Neues Mitglied

    Als Kleinkind, besser als Säugling wurdest du dem Rat vorgelegt. Das dortige Auswahlverfahren wurde küren genannt. Augescheinlich verkrüppelte Kinder wurden ausgesetzt und verhungerten im Gebirge. Alle gesunden Kinder erhielten ihr Landlos und das Recht auf Leben. Dieses Recht (was bei allen anderen Völkern selbstverständlich war) war eines der Gründe warum Spartaner so eine extreme Kampfmoral und Opferbereitschaft hatten. Bis zum 7. Lebensjahr blieben die männlichen Kinder bei ihrer Mutter und wurden danach zusammengefaßt und in Gruppen in eine Art vormilitärische und später militärische Ausbildung gesteckt. So gesehen dauerte die Grundausbildung einen Spartiaten 23 Jahre. (Zum Vergleich heute sind es max. 3 Monate beim Bund).
    Zwischenbemerkung: Diese Ausbildung war damit natürlich besser als jede andere militärische Ausbildung. Vor Sparta und auch danach sollte es nie wieder einen Staat geben der sich solch eine Ausbildung für die gesamte Bevölkerung leisten konnte. Rom schaffte es bei seinen Legionen zur Königszeit auf 20 Jahre Ausbildung, musste dies zur frühen Republik auf 10 Jahre senken und später in der mittleren Periode auf 5 Jahre. Diese Überlegenheit verschaffte Sparta einen enormen Ruf als Krieger. Kein Wunder dass sie als Söldner heiß begehrt wurden. Ihnen hat das Militär ein neue Rangordnung zu verdanken. Den des Unteroffiziers. Es wurde ein ungeschriebenes Gesetz daß ein Spartaner der in deinem Heer Dienst leistet stets für die Ausbildung der Krieger verantworlich ist. Da sie aber keine Offiziere werden konnten, aber mehr waren als die normalen Soldaten wurden so die Ranggruppe Unteroffizier geschaffen.
    Zwischenbemerkung Ende.
    Ich könnte noch mehr über sie schreiben, aber im Moment habe ich wenig Zeit
     
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  18. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Es gibt ein berühmtes Vasenbild aus dem 5. Jh. v. Chr., das eine spartanische Phalanx beim Angriff zeigt. Dort ist auch ein Flötenspieler zwischen zwei Kriegerreihen zu sehen, dessen Funktion umstritten ist. Man kann vermuten, dass er die Krieger durch bekannte Melodien anfeuern und ihre Moral stärken sollte. Als "Marschlied" war dieses Flötenspiel gewiss ungeeignet.
     
  19. Princeps

    Princeps Neues Mitglied

    Hallo,
    ich schätze, Du meinst die sog. Chigi-Vase aus der archaischen Zeit.
    Du und Themistokles zweifeln an, dass Flöten eine Phalanx im Gleichtritt unterstützen können / konnten. Warum eigentlich? Habt Ihr dazu auch Argumente oder ist das nur Euere Meinung?
    Inwiefern sollte eine Flöte keinen Gleichschritt vermitteln können? Kommt das nicht eher auf den Takt / Rhythmus an, der mit dem Instrument erzeugt wird?
    Mir fällt zu dem Thema noch das "klingende Spiel" ein, das Armeen noch heute auf (Parade-)Märschen pflegen. Dann das "Pfeifen und Trommeln" bzw. den von diesen getragenen "Zapfenstreich"...kommt hier überall die Pfeife / Flöte zum EInsatz, obwohl sie so ungeeignet ist?
    Ha - noch eins: die Bootsmannspfeife: Wird auch verwendet, weil man sie nicht hört...
    Also bitte Leute: Argumente - nicht Meinungen, dann kommen wir (zumindest ich) bei dem interessanten Thema auch weiter.:cry:
     
  20. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Ich zweifle nichts grundsätzlich an, denn keiner von uns hat in einer Phalanx mitgekämpft. Ich gebe lediglich zu bedenken, dass mir das Instrument Flöte als Taktgeber etwas ungeeignet erscheint, besonders wenn man den Höllenlärm einer Schlacht bedenkt. Insofern neige ich zu der Annahme, dass eher Moral und Mut gestärkt werden sollten.

    Aber: Wer kann das heute schon mit absoluter Gewissheit behaupten?
     

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