Sprachen der Königshäuser in der FNZ, insbesondere Tudor

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Glaubensspaltung (1517 - 1648)" wurde erstellt von Schlitzi, 23. Januar 2009.

  1. Schlitzi

    Schlitzi Neues Mitglied

    Welche Sprachen konnten die einzelnen Herrscher der verschiedenen Königshäuser im 15., 16., 17., 18. und 19 Jahrhundert?
    Hauptsächlich interessieren mich momentan die Sprachkenntnisse der Tudor-Dynastie.
     
  2. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    Im 14. Jh. setzte sich die englische Sprache (das alte Angelsächsische vermischt mit dem Französisch der Normannen) auch am Hof durch (an Stelle der französischen Hofsprache).

    Haus Tudor ist der Name eines walisischen Geschlechtes auf dem englischen Königsthron von 1485 bis 1603. (Wikipedia)

    Von der ersten Quelle kann ich nicht sicher sagen, ob sie seriös ist. Aber wenn sie das ist, wovon ich mehr oder weniger ausgehe, bedeutet das, dass in der Tudorzeit das Englische - entsprechend der oben beschriebenen Mischung - Hofsprache war.

    Ohne weitere Recherche wage ich zu behaupten, dass die Hofsprache der Engländer von da ab IMMER Englisch war, ich kann es mir schlichtweg nicht anders vorstellen. Auch wenn Französisch im Absolutismus vorherrschte, so würde England als damaliger Erzrivale diese Sprache trotz aller barocker Verlustigung nicht an den Hof holen.

    mfg
     
  3. Saint-Simone

    Saint-Simone Aktives Mitglied

    Elizabeth I. konnte einige Fremdsprachen fließend, leider fällt mir spontan nur Latein ein, von dem ich es mit Sicherheit sagen kann. Erhaltene Briefe an ihren Vater sind meines Wissens nach in Englischer Sprache verfaßt.

    Über George I wird gemunkelt, daß er kein Englisch sondern nur Deutsch konnte, aber anscheinend sprach er zumindest fließend Französisch. Viktoria hat anscheinend im Familienkreis Deutsch gesprochen (wie seriös diese Info ist kann ich nicht sagen, da sie aus einem etwas dubiosen Doku-Drama von Channel 4 kommt, also ohne Gewähr).

    Das ist alles was mir gerade spontan einfällt und ich möchte dafür nicht die Hand ins Feuer legen. :smile:
     
  4. Katrin

    Katrin Neues Mitglied

    Stimmt

    Katrin

    Also ich habe mal gelesen das Elizabeth gut Französisch und Spanisch konnte!
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Französisch war doch eh Hofsprache, oder irre ich mich da.
    Da die meisten europäischen Hofhäuser sowieso Inzucht betrieben haben, dürfte auch englisch nicht so schwer gewesen sein.
    Sogar Wilhelm 2 beherrschte das, weil seine Oma Königin vom England war.
    Auch Katharina, die anhaltinische Prinzessin, hat ohne viel Mühe russisch gelernt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2009
  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Lieber @flo, ich könnte jetzt nachsehen, ob das stimmt. Aber am russischen Hof waren Russischkenntnisse nicht nötig, es lief Französisch oder Deutsch.
    Kaiser Wilhelm sprach Englisch im wahrsten Sinn des Wortes als Muttersprache...
    http://www.youtube.com/watch?v=LiqTKCvQw_U
    Da fällt er aber durch, weil doch deutscher Akzent.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2009
  7. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Katharina hat schnell russisch gelernt. Das musste sie, um dem Volk zu imponieren.
    Blöde war sie ja nicht, wie man später noch gemerkt hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2009
  8. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Flo hat schon recht. Zumindest, dass sie Russisch lernte. Ob´s nun so leicht war, glaub ich nicht, aber sie hat sich drum bemüht.
    Peter III. wollt´nicht so richtig an die Kultur seiner Bevölkerung heran und blieb lieber bei seiner Preußen-Verehrung. Im Grunde muss das nichts Schlechtes sein, aber, wie Flo schon anklingen lies, wusste Katharina ganz genau welche Gunst sie sich mit ein wenig Mühe und Entgegenkommen verdiente.
    Dass die Hofsprache eine andere war, ist einleuchtend.
     
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  9. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ausserdem ist sie ebenso zum russisch othodoxen Glauben übergetreten.
    Sie erinnert mich immer an meine Exfrau. Immer eiskalt berechnend.

    Aber hier gehts ja um die Tudors. Die haben wohl englisch gesprochen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. September 2009
  10. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das ist etwas anderes als Russisch zu lernen. Orthodox werden war Pflicht.
     
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  11. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Zu George I. würde ich einmal nachschlagen.

    Soweit mir bekannt, war es aber eine falsch verbreitete Auffassung, dass George II. nur schlecht Englisch sprach. Sein Sohn Frederick Prince of Wales , der zu seinem Vater wie übrigens schon dieser zu seinem in einem sehr schlechten Verhältnis stand, ließ dann seine Kinder nur noch in englischem Sinne erziehen. So sprach er in der Familie ausschließlich Englisch.

    Am Kaiserhof war Deutsch eigentlich Hofsprache, auch wenn man wegen der Dialekte wie in dem Fall, den Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth erwähnte, auf das Französische auswich.
     
  12. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Henry VIII hat Englisch gesprochen. Von ihm sind auch einige selbst geschriebene Liebesbriefe in englischer Sprache überliefert.

    Zu diesem Thema gab es eine CD des Isaak Ensemble Heidelberg. "If love now reigned".
     
  13. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    1.
    Ich glaube eine Weile spielte auch Italienisch noch eine gewisse Rolle. So wendete sich ein hoher polnischer Würdenträger zur Zeit des Einzugs des frisch gewählten August II. von Polen an diesen auf Italienisch. Die Antwort bekam er dann aber auf Französisch, was vielleicht ein bisschen bezeichnend ist.
    Französisch setzte sich generell zu dieser Zeit als Sprache der feinen Gesellschaft durch, wobei auch ein Mix aus der Landessprache und Französisch wohl in der Konversation vorkam.
    Im späten 18.Jh. kam dann auch Englisch ein wenig in Mode, was nicht bedeutet, dass ich denken würde, dass es irgendwo deswegen Hofsprache wurde. Aber Anglizismen tauchten in den Journalen auf.

    Die üblicherweise gesprochenen Sprachen, mögen auch mit der Grand Tour der Prinzen und deren Erziehungskanon bezüglich der Sprachen etwas zu tun gehabt haben. Außerdem könnte die Vormacht italienischer Oper - außerhalb Frankreichs (!) - und des französischen Schauspiels dabei eine Rolle gespielt haben, welche Sprachen der gebildeten Schicht geläufig waren und was man überhaupt für wert hielt zu erlernen.

    2.
    Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht. Warum machte Inzucht, Englisch zu lernen einfacher?:grübel:
    Ich hätte jetzt gedacht, dass man bis zu der besagten Öffnung zum Englischen hin, wenn Engländer auf das Festland kamen mit denen Französisch sprach. Heißt, ich denke, dass das Englischsprechen der dorthin verheirateten Sprösslinge hochadeliger Familien wohl kaum Einfluss auf die Sprachgewohnheiten der Zurückgebliebenen gehabt haben sollte.
     

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