Sprichwörter und ihr Ursprung

Dieses Thema im Forum "Kultur- und Philosophiegeschichte" wurde erstellt von Ugh Valencia, 13. September 2020.

  1. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Bitte sehr:
    https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a154944.pdf
     
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  2. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Es gibt einen Rechtsbrauch "testes per aures tracti" also Zeugen an den "Ohrläppchen zu ziehen", damit sie sich das Erlebte auch einprägen. Es gibt auch schriftliche Quellen, wer als Zeuge am Ohrläppchen gezogen wurde. Ein Beispiel aus dem Hochstift Freising:
    "De beneficio ad Senatesauua quod domnus Atto episcopus praestabit Heriberto clerico et ipse Heribertus clericus reddidit ipsum beneficium in manus domni Attoni episcopi. Et haec sunt testes per aures tracti: Angilperht. Adalperht. Einhart. Alius Einhart. Uuichart. Reginperht. Cozmar."
    Mein Latein ist ziemlich schlecht aber es geht wohl um die Übertragung eines "Benefiziums". "und als Zeuge an den Ohren gezogen wurden Angilperht, Adalperht, Einhart, der andere Einhart, Wichart, Reginperht, Cozmar." Für die ripuarische Franken müsste man suchen, ob man ähnliches findet.
     
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  3. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Wie ich oben aus Sepiolas Dokument entnehmen konnte stand es in der Lex Ribuaria 63 [60, 1]
    ....et uniquique de parvulis alapas donet et torqueat auriculas, ut ei in postmodum testimonium praebeant.
    ... und jedem der Kleinen mit den Händen zu geben und die Ohren zu verdrehen, wie es sein soll, nachdem das Zeugnis abgelegt wurde.
     
  4. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    "Ich glaub, mich laust der Affe" soll laut wiki eine Redewendung sein, die im 19.Jahrhundert in Berlin entstanden ist. Es gibt allerdings im Wormser Dom eine sehr viel ältere Säulenfigur, an der sich ein Affe am Kopf eines Menschen zu schaffen macht.
    Der Ursprung der Redewendung ist mir nicht klar. Eine arte-Doku über Romanische Kirchen hat die Säulenfigur erwähnt. Dadurch bin ich darauf aufmerksam geworden.
     
  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Da hat jemand nicht richtig vom Röhrich abgeschrieben.
    "Die Übertragung der Redensarten ins Hochdeutsche und ihre Verbreitung wird wohl im 19. Jahrhundert von Berlin ausgegangen sein", heißt es da.
    Mundartlich ist der lausende Affe in verschiedenen Varianten vom Rheinland bis Ostpreußen verbreitet. Röhrich hat noch zwei Illustrationen aus dem 16. Jahrhundert zu bieten, eine davon:
    https://upload.wikimedia.org/wikipe...mo_con_scimmia,_1588-90,_01.jpg?1609016631836
     
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