Städte im Mittelalter - Gründungsorte

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Emma12345, 21. März 2007.

  1. Emma12345

    Emma12345 Neues Mitglied

    Hallo liebes Forum,
    die Städte wurden ja vorwiegend dort gebaut, wo es Burgen und Klöster gab, Bischofssitze oder Pfalzen oder es waren ehemalige Römerstädte.
    Ich suche jetzt nach den Gründen. Bei den Burgen nehme ich an, dass es sich um den erhofften Schutz handelt? Ich meine mal gelesen zu haben, dass es mal eine kirchliche Vorschrift gab, die besagte, dass eiin Bischof stets seinen Wohnsitz in einer Stadt haben müsste. Das könnte dann dazu geführt haben, dass viele alte Römerstädte überdauerten, da sdie Bischöfe sich da aufhielten.
    Habt ihr zu den Punkten noch andere Ideen?

    Viele Grüße,
    Emma
     
  2. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ich baute eine Stadt immer dahin, wo es bereits etwas gibt und wohin womöglich Leute hinziehen könnten. Mitten in der Pampa eine stadt errichten erscheint mir von vornherein unnütz. Klöster hatten schon meist eine eigene Wirtschaft. Mir erscheint es sehr wahrscheinlich, dass dies über kurz oder lang Leute anzieht und Siedlungen oder Städte entstehen bzw. dies unterstützt oder provoziert wird.
     
  3. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Ersteinmal der Hinweis, dass eine "Stadt" ganz viele verschiedene Definitionen haben kann. Mit "Städtegründung" legst Du Dich auch schon etwas auf Städte fest, die willentlich entstanden sind. Der allgemeinere Begriff lautet "Stadtentstehung" oder "Stadtentwicklung".

    Es gibt Städte, die aus dem Nichts entstanden, auf dem Schachbrett entworfen und danach aufgebaut und kolonisiert worden sind. Dies geschah meistens aus strategisch-militärischen Gründen. Kann aber auch repräsentative oder administrative Gründe gehabt haben.

    Dann gibt es Städte, die sich aus Dörfern entwickelt haben, die günstig im Raum lagen. "Günstig" bedeutet oft wirtschaftlich vorteilhaft. Also an Handelswegen, Flüssen, oder Rohstoffquellen. Dort gab es Geld, Arbeit und Einkommen. Und für die Herrscher war es attraktiv und lukrativ, diese zu sichern, zu fördern und natürlich zu besteuern.

    Als dritte Möglichkeit ist die religiöse Stadtbildung zu nennen. Da gibt es mehrere Varianten: Einmal, dass ein besonders heiliger Ort ein Anziehungspunkt ist, dann dass ein Kloster oder Bischofssitz eben auch wirtschaftet und Arbeit schafft, und drittens, dass solche Stätten ja von sich aus rechtlich privilegiert waren und den Schutz der weltlichen Mächte in Anspruch nehmen konnten.
     
  4. Entstehung Städte im Mittelalter

    Hallo!
    Also ich muss ein Plakat machen, dessen Überschrift 'In einer mittelalterlichen Stadt'
    Die Themen dazu für das Plakat sind:
    1 - Die Handwerker,
    2 - Der Kampf um die Stadtherrschaft,
    3 - Gründung Schwerins,
    4- wie und wo entstanden Städte

    Ich brauche noch für Nummer 3 und 4 Informationen.
    Bitte informativ reich aber auch kurz und knapp, denn es muss auf ein Plakat passen.

    Liebe Grüße sarah
     
  5. Artorius

    Artorius Aktives Mitglied

  6. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @Sarah

    Deine Anfrage ist zumindest mir nicht ganz klar. Möchtest Du Infos zu Deinen Themen 3. und 4. oder Formulierungsvorschläge für Dein Plakat?

    M.
     
  7. Informationen

    Ich hätte gerne Informationen über die Themen 3 und 4:
    3 - Gründung SN's
    4 - wie und wo entstanden Städte (auch Gründung der Städte)
    - z.b. warum entstanden Städte an Wegkreuzungen, Burgen, Häfen und Flüssen
    und welche Städte entstanden da

    Besonders brauche ich aber jetzt, die wichtigsten Informationen für Thema 4.
    Am besten kurz und wichtig. Also es wäre gut wenn sie für das Plakat schon gut formuliert sind (Formulierungsvorschläge). Am besten so das es 13 -15 Jährige verstehen.

    Vielen Dank im voraus. c:
     
  8. Black Buck

    Black Buck Neues Mitglied

    Hallo,

    wie du schon sagtest, wurden viele Orte an besonderen Stellen errichtet, z.B. an Handelsrouten, um besser Handel zu treben oder um Steuern oder Zoll für die Durchreise zu verlangen.

    Des Weiteren wurden viele Städte an Förden (z.B. Flensburg) oder Buchten (z.B. Lübeck) gegründet, um selbst besser Handel mit z.B. anderen Hansestädten zu treiben. Förden waren beliebt, weil die Stadt, welche am Ende einer Förde liegt, nicht so leicht angegriffen werden konnte, weil sich die angreifende Marine durch die Förde zwengen muss.

    Andere "Voraussetzung" zur Gründung einer Stadt waren reichliche Rohstoffe (z.B. Ruhrgebiet) oder religiöse Einrichtungen (z.B. Klöster oder Pilgerstätten)

    Das ist jetzt das, was ich ungefähr weiß, aber ich denke, da können dir andere aus dem Forum mehr Informationen bieten.

    Grüße
    Black Buck
     
  9. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Wobei mir die Formulierung "Gründung der Städte" nicht ganz so gut gefällt, weil es erst einmal zu einer "Anhäufung" von Häusern (der Handwerker und Bauern) kam, ein Dorf. Durch die günstigen Umstände, durch die geeignete Lage kamen mehr und mehr Leute, unterschiedliche Berufsgruppen ect. ...
    Es kam ja nicht vor, dass mit der Gründung Knall auf Fall eine Stadt geboren war. Also deswegen würde ich wenigstens das "Stadtrecht" einmal nennen. :)

    Stadtrecht ? Wikipedia
     
  10. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    manchmal gab es Siedlungskontinuität: große römische Städte wurden im Mittelalter weiter genutzt (z.B. Köln, Trier, Mainz, Regensburg usw.)

    Flüsse waren schon immer wichtige Vetrkehrswege, an Furten bot sich daher an, Siedlungen/Städte anzulegen (z.B. Frankfurt, wie schon der Name sagt)

    im Zuge der sogenannten ottonischen Ostbesiedlung (freilich auch begünstigt durch eine Bevölkerungszunahme) kam es zu einigen Neugründungen - einige Ortsnamen auf -rode, -reuthe belegen das; aber auch zur Anlage administrativer und representativer Neugründungen (Magdeburg)
     
  11. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Wobei mir das Ruhrgebiet als Beispiel nicht gefällt. Die Städte wurden schon vor der Industrialisierung gegründet. An den Handelswegen. Z.B Dortmund ist am Hellweg, einem wichtigen Fernhandelsweg entstanden. essen als Stadt ist am Reichsstift entstanden. Im Siegerland waren vor der Industrialisierung die Rohstoffe. Die Kohle im Pott wurde später gefunden, im Rahmen der sogenannten Nordwanderung des Bergbaus.

    Apvar
     
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  12. Black Buck

    Black Buck Neues Mitglied

    Hallo Apvar,

    das mag sein, aber mir ist so auf die Schnelle kein anderes Beispiel eingefallen. Tut mir leid.

    Grüße
    Black Buck
     
  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die Städte im Ruhrpott wuchsen zwar durch die Zuwanderung im Rahmen der Industrualisierung stark an, wurden allerdings nicht aufgrund der Bodenschätze im 19. Jh. gegründet.

    Für diese Städte gilt das gleiche wie für andere: Sie entstanden an Handelswegen oder wo wichtige Fernhandelsstraßen sich kreuzten (Leipzig, Dortmund, Berlin), große Pfalzen, Burgen oder Klöster standen (Goslar, Nürnberg, Essen, Quedlinburg), Brücken oder Furten zu überqueren waren (Erfurt, Saarbrücken) oder eine Meeresbucht geschützte Ankerplätze bot (Hamburg, Stralsund). Überall dort waren im Mittelalter günstige Voraussetzungen für die Entstehung von Städten gegeben, bei vielen kamen auch mehrere der genannten Voraussetzungen zusammen. Hinzu kamen einige alte Römerstädte, wo trotz des Zerfalls vielleicht noch ein Bischof wohnte, sodass neue Ansiedlungen entstanden (Köln, Mainz).

    Daneben gab es besonders im 12./13. Jh. eine Zahl von Gründungsstädten, also solche Orte, die ein Landes- oder Grundherr planvoll gründete, wie das z.B. bei Freiburg oder der zweiten Gründung von Lübeck 1143 durch die Schauenburger Grafen der Fall war.
     
  14. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    keine Siedlungskontinuität seit der Römerzeit und Merowinger?
    kommt Sarabriga/Sarabrucca tatsächlich von "Brücke"?
    Saarbrücken ? Wikipedia
     
  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Es mag beides zusammenkommen. Am Flussübergang der Straße entstand im 1. Jh. n. Chr. ein gallo-röm. vicus unweit der von den Römern erbauten, im 13. Jh. unpassierbar gewordenen Steinbrücke auf dem östlichen Ufer am Fuße des auf dem Bann der Nachbargemeinde Brebach gelegenen Halberges. Der Name dieser Siedlung ist allerdings unbekannt.
     
  16. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    ich möchte noch hinzufügen, dass etliche Städte bereits in der Antike bereits als Ortschaft bestanden haben und sich offenbar kontinuierlich weitergebildet haben. Beispiele:
    - Strassburg (hiess zu keltischer Zeit Argentorate)
    - Wien (hiess zu keltischer Zeit Vindobona)
    - Regensburg (dort bestand bereits zu keltischer Zeit eine Siedlung)
    - Zürich (bereits zu keltischer Zeit besiedelt. Am See unten bestand bereits eine Siedlung zu vorkeltischer Zeit, aber diese wird nicht als Stadtgründung betrachtet).
    - Genf (hiess zu keltischer Zeit Genava)
    - Lausanne (hiess zu keltischer Zeit Lousonna)
     
  17. Horst

    Horst Mitglied

    Die Sage berichtet, daß der Name Berlin auf Albrecht den Bären zurückzuführen ist. Der Name Berlin leitet sich demnach vom althochdeutschen bero = Bär und der Endsilbe -lin ab. Die alten Lateiner haben deshalb die Stadt auch Berolinum getauft und daher kommt auch der Name Berolina. Die Stadt heißt also "kleiner Bär". Leider ist, wenn diese Namensdeutung zutrifft, die Erklârung dafür verloren gegangen.

    Gâbe es nicht weitere Namen von Orten wie Berlin nur im slawischen Gebiet, wäre die jüngste Ableitung von slawisch Brl = Sumpf und der slawischen Endsilbe -in nicht aufgekommen; wobei brlo wohl zu Berlow geführt hätte. Der Ort weist also auf eine Stätte im Sumpf hin.

    Alt-Berlin lag aber nicht im Sumpf, sondern an der Spree. Es hat auch keine Vorbesiedelung durch Slawen im Nikolaiviertel oder auf der Fischerinsel gegeben.

    Es ist aber einsichtig, daß ein Ort, der in einem Überflutungsgebiet der Spree lag von Slawen diesen Ortsnamen erhalten hat, denn der Ort liegt mitten im slawischen Siedlungsgebiet.

    Die Sage berichtet auch, daß einstmals Slawen auf der Fischerinsel als Fischer gelebt haben sollen, während Berlin von deutschen Händlern gegründet wurde, die mit dem Fellhandel wohlhabend geworden sein sollen.

    Die Errichtung der Petrikirche könnte also in einer slawischen Siedlung erfolgt sein, wie dies etwa in Lehnin geschehen ist. Alt-Cölln ist aber eine Angersiedlung; also von deutschen Siedlern gegründet worden. Das Siegel der Stadt Cölln trägt auch den brandenburgischen Adler, ist also vermutlich eine markgräfliche Gründung.

    Die Bezeichnung "der Berlin" sagt nichts über die Herkunft des Namens aus, denn aus alten Karten ist ersichtlich, daß damit die Stelle gemeint ist, an der die Waren nach dem Stapelrecht oder Niederlagsrecht niederzulegen waren. Im übrigen trifft der Artikel sowohl bei der Ort im Sumpf als auch bei der Ort des kleinen Bären zu.
     
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    So ganz w?ird mir aus deinen Ausführungen nicht klar, Horst, ob du nun für oder gegen eine slawische bzw. für oder gegen eine deutsche Ortsnamenherkunft Berlins sprichst, oder ob du offen lässt, welche der beiden Deutungen die richtige sei.

    Natürlich ist die Namensherkunft von Albrecht dem Bären nur eine Pseudeoetymologie. Warum auch sollte man eine Stadt "Bärchen" (Berlin < Bärlein) nennen?

    Das angeführte "Berolina" ist eher ein "neulateinischer" Jux. Die "alten Lateiner" kannten Berlin noch gar nicht.

    Berlin mit seiner -in-Endung ist in der Region nicht alleinstehend.
    Fehrbellin
    Neu-Ruppin
    Stechlin (See)
    Stettin
    Wollin (Insel)
    Seddin
    Garzin
    Genthin
    das von Horst bereits erwähnte Lehnin
    Brettin
    Ketzin

    Nun zur Frage: Kommt Berlin vom polabischen b(e)rlo + in? Dein Argument war: Berlin liegt nicht im Sumpf.

    Berlin - also seine Keimzelle - liegt an einer Engstelle eines Urstromtals (Urstromtäler neigen zu vermooren) und wurde wohl auf einer überschwemmungsfreien Sanddüne gegründet. Also ist - auch wenn Berlin selbst nicht in einem Sumpfloch gegründet worden ist - die Ortsnamenbeschreibung ~ 'im Sumpf/Moor gelegen' durchaus zutreffend.
     
  19. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Was spricht denn dagegen, dass sich im Urstromtal der Spree bei Alt-Berlin sumpfiges Gelände befand? Sumpf findet man doch generell eher da, wo viel Wasser ist (ein Fluss z.B.). Ein Hochmoor auf einer Hochfläche (Teltow/Barnim) ist doch seltener als ein Sumpf in einer unkanalisierten Niederung.
     
  20. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Die Innenstadt Berlins ruht heute noch zu großen Teilen auf Eichenpfählen, ohne die das ganze schöne Ensemble absaufen würde.
     
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