Städtegründung im späten Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Kublai Khan, 9. Dezember 2004.

  1. Kublai Khan

    Kublai Khan Neues Mitglied

    Hallo Leute,
    Ich muss für einen Test:teach: lernen, der es wahrscheinlich in sich haben wird. Hauptthema sind die Städtegründungen im späten Mittelalter. Unterthemen sind: Wann? Wo? Warum? Was verspricht sich Konrad Herzog von Zähringen davon und welche Vorteile hat er? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn mir jemand die Antworten liefern würde. DDDDDDDDDDDDAAAAAAAAAAANNNNNNNNNNNNNNKKKKKKKKKKKKKEEEEEEEEEEEEEEEE
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. Dezember 2004
  2. JanJanJan

    JanJanJan Gast

    Das trifft sich gut, ich mus ein Referat über Städtegründung im Mittelalter halten und habe nichts gefunden Hilf mir mal Bitte beim suchen

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  3. Tempus

    Tempus Neues Mitglied

  4. Livia

    Livia Mitglied

    Zum Thema Stadtgründung im Mittelalter findest du ziemlich viel bei:

    Hans Planitz, Die deutsche Stadt im Mittelalter. Von der Römerzeit bis zu den Zunftkämpfen. Wiesbaden 1997. (1. Aufl. 1954).

    Städtebildungen im Osten:
    Charles Higounet, Die deutsche Ostsiedlung im Mittelalter, München 1986.

    Im späten Mittelalter sind allerdings kaum noch Städte neu gegründet worden (Bevölkerungsrückgang, "spätmittelalterliche Krise"). Zur Situation der spätmittelalterlichen Stadt:

    Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Spätmittelalter. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft. Stuttgart 1988.
     
  5. ~YpY~

    ~YpY~ Neues Mitglied

    so ziemlich DAS Buch, glaube ich, wenn es um Stadt im Mittelalter geht
    Es liefert zahlreiche Detailinformationen zu den verschiedensten Städten sowie teilweise sehr gute Abbildungen

    Das beste: Es ist wissenschaftlich fundiert und sollte in allen Ausgaben über ein umfangreiches Register verfügen.

    Sehr gutes Buch - wäre was für einen Literaturtip im entsprechenden Subforum oder ?

    Ansonsten würde ich noch auf B.Heil: Die deutschen Städte und Bürger im Mittelalter, Leipzig 1906 verweisen. Allerdings ist der etwas alt und auch nur(?) für "zwischendurch" gut - für genauere Fragen sollte es dann doch etwas anderes sein.
    Gut an diesem Buch: Es liefert zum Teil Abbildungen und Fotomaterialien, die noch vor den zwei Weltkriegen angefertigt worden sind. Könnte per Zufall recht interessant sein.
     
  6. ~YpY~

    ~YpY~ Neues Mitglied

    Da ich gerade noch sehe, dass es wohl um Städte im Zusammenhang mit den Zähringern geht, so würde ich einfach mal den Beitrag "Zähringerstädte" von Treffeisen im Lexikon des Mittelalters (logisch letzter Band) ans Herz legen - sollte auch in jeder guten Bibliothek vorhanden sein.

    Dort wird besonders auf Bern und Freiburg verwiesen, wo Divorne, Françoise:
    Bern und die Zähringerstädte im 12. Jahrhundert : Mittelalterliche Stadtkultur u. Gegenwart, Bern 1993 ganz gut passen könnte

    ansonsten noch Villingen, Offenburg, Neuenburg, Rheinfelden, Burgdorf, Murten und Thun die laut LMA auch mehr oder weniger von den Zähringern ausgebaut wurden.
     
  7. hegen

    hegen Neues Mitglied

    mittelalterliche Stadtplanung

    Am 19.2.05 und 27.2.05 wurde bei Phoenix ein Beitrag über die Darstellung von Klaus Humpert zu Gestaltungsprinzipien mittelalterlicher Städt wiederholt (unter http://www.planet-wissen.de/pw/ ist sogar ein Online-stream abrufbar). Mich verwundert sehr, das man glaubte darstellen zu müssen, eine Stadtplanung im Mittelalter wäre umstritten. Nach meiner Kenntnis liegen doch allen Siedlungen (ob Dorf , Kloster, Stadt) planerische Ideen zu grunde. Worin besteht also der Diskussionsbedarf?:confused:
     
  8. Livia

    Livia Mitglied

    Umstritten ist das Ausmaß der mittelalterlichen Stadtplanung.
    Humpert und Schenk behaupten, dass bei Gründung der mittelalterlichen Städte nicht nur das geplant wurde, was man aktuell bauen wollte (und was man heute als "mittelalterlichen Stadtkern" bezeichnet) sondern bereits die Erweiterungen, die oft erst Jahrhunderte später gebaut wurden, bereits in der ersten Planung berücksichtigt waren.
    (Klaus Humpert, Martin Schenk, Entdeckung der mittelalterlichen Stadtplanung. Das Ende vom Mythos der "gewachsenen Stadt". Stuttgart 2001)
    Auf sehr viel positive Resonanz sind sie mit ihrer These allerdings nicht gestossen...
     
  9. Andronikos

    Andronikos Neues Mitglied

    Es geht hier ja vorrangig über die Städtegründung im späten Mittelalter. Ein gutes Beispiel dafür ist vielleicht Annaberg im Erzgebirge, das aufgrund der Silberfunde innerhalb weniger Jahre zur Großstadt heranwuchs. http://www.mdr.de/geschichte/schauplaetze/128649.html
    Dort wurde die ganze Stadt planmäßig im Schachbrettmuster angelegt.
     
  10. hegen

    hegen Neues Mitglied

    Vielleicht doch noch einmal zum Prinzip. Die Anlage einer Stadt wie auch eines Dorfes war Anliegen oder Auftrag einer Gemeinschaft und es gab Vorstellungen zu den grundlegenden Funktionselementen (Marktplatz, externe Verkehrswege, äußerer Schutz, aber auch Ausrichtung nach Gelände, Position funktionaler Gebäude - Kirchen, u.ä.). Mit sicherheit waren auch Maßverhältnisse der primären Grundstücke den Beteiligten klar oder vermittelbar. Insoweit gab es Ähnlichkeiten zu antiken (römischen) Gründungen. Strittig könnte nur noch sein wer und wann Endgrößen festgelegt hat und was passierte wenn man zu groß oder zu klein geplant hatte? Oder steckt dahinter die Frage Gründungsgemeinschaft oder individuelle Niederlassungs"Freiheit" - das könnte unterschiedliche Herangehensweisen begründen. Ich tendiere zur Gründungsgemeinschaft -ob gewollt oder befohlen. Außerdem halte ich es auf dieser Basis für möglich, sogar für wahrscheinlich, das komplette Siedlungen einschließlich Namen noch "wanderten" oder nebeneinander an der gleichen Stelle mehrere Städte gegründet wurden (Beispiel Mühlhausen/Thür.).
     
  11. Kublai Khan

    Kublai Khan Neues Mitglied

    Ich glaube nicht das dem so ist, da sie sich bei einer Vorhersage der Entwicklung der Stadt sich der Ketzerei schuldig gemacht hätten. Denn das wäre Hexerei und die wurde damals gar nicht gern gesehen.
     
  12. hyokkose

    hyokkose Gast

    Das kapiere ich nicht. Was bitte soll Ketzerei sein? Oder Hexerei? (Ist ja nicht dasselbe...)
     
  13. hegen

    hegen Neues Mitglied

    Genau hier liegt der Erklärungsbedarf! :winke:Wir sollten den Städtegründern zutrauen, das sie Vorstellungen über Stadtbilder, - Grundrisse und - Ökonomie hatten. Leider kenne ich die Literatur zu wenig. Aber in meiner Heimat (Thüringen) beginnt Städtebau ca. im 10.Jh. und ich kenne kein Beispiel für eine zu groß geplante Stadt. Aber was existiert, sind viele Nachweise für Bevölkerungswanderungen (Wüstungen) - viele mögliche Neuanfänge.
    An den Skeptiker, der Angst um die ketzerischen Vorhersagen hatte, zu beruhigen: Sicher waren die Lokatoren durch Ausbildung (im Kloster) und Amt vor Zweifeln geschützt. Sie machten ja auch keine Vorhersage "Hier steht ein Dom!" sondern "Hier steht eine Kirche, hier ist der Hauptpunkt." "Hier sind die Tore, das ist der Weg" und sie verlangten auch nicht das sofort alles dicht bebaut wird - sondern - "Das ist Dein Grundstück -markiere es mit Zaun sonst ist es weg."
     
  14. Animagladius

    Animagladius Neues Mitglied

    Details der "Städtegründung im Mittelalter"

    Huhu,

    Ich habe demnächst eine mündliche Prüfung zum Thema "Städtegründung im Mittelalter". Nach einer Hausarbeit zum selben Thema nannte der Lehrer mir ein paar Punkte, die ich noch ausarbeiten sollte. Jedoch konnte ich bisher nichts Hilfreiches finden, weder Google noch sonst eine Quelle konnte mir behilflich sein. Darum wende ich mich an euch.

    Hier die Fragen.


    Was waren die Gründe für Städtegründungen und Städteentwicklungen?

    (Achtung - kann gut sein, dass es hier zu Missverständnissen kommt, denn ein Wort meines Lehrers kann ich einfach nicht entziffern...)

    Einflüsse der (ich glaube) asalrischen Welt auf Europa durch die Kreuzzüge

    [​IMG]

    Der obere Satz, keine Ahnung was das heißen soll... osalrischen?

    Und direkt darunter die nächste Frage:

    Wechsel von Naturalwirtschaft zur Geldwirtschaft.

    Warum kam es zu Konflikten zwischen Grundherren und Städtern, wenn Leibeigene usw. in Städte kamen? ("Stadtluft macht frei")

    Vor- und Nachteile des Zunftwesens

    Wann genau setzte der Niedergang des Adels ein (Waffentechnische Entwicklung, Ritter, Stadtmauern...)?


    Das ist so ziemlich alles, was mir noch fehlt.

    Ich würde mich freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte und wäre der Person sehr, sehr dankbar :3

    LG,

    Anima~
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juni 2007
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich hätte ja beim Lesen von "asalrischen" an "asiatischen" gedacht, lese aber in dem Scan ein deutliches "arabischen".
     
  16. Animagladius

    Animagladius Neues Mitglied

    Danke, El Quijote :)

    Natürlich bin ich für jede weitere Antwort ebenso dankbar :3

    LG,

    Anima~
     
  17. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Zum Thema Städtegründung und warum:

    Stichwort Kolonisation, sowohl zuvor eher weniger dicht besiedelter gebiete als auch Neukolonisation nach Katastrophen (z.B. Pest, 30jähriger Krieg).
    Ich (als Berliner) kann hier in erster Linie von Brandenburg sprechen, und in diese Gegenden wanderten seit der deutschen Landnahme ab dem 11. Jh. kontinuierlich Menschen aus ganz Europa ein (als Bsp. aus dem Mittelalter: Der Name Fläming für eine Region südwestlich von Berlin kommt von Siedlern aus Flamen).
    Ein Landesherr (ich muss nachschlagen welcher; vielleicht auch mehrere) gründete eine große Anzahl Städte. Die meisten waren kleine Ackerbauerstädte ohne große bedeutung. Eines der Ziele dieser Grüdnungen war aber eine Absicherung der Handelswege. Die reisenden Kaufleute (u.a. Reisende natürlich auch) sollten alle 20 bis 30 km eine Stadt vorfinden, um nicht die Nacht im finsteren Wald verbringen zu müssen. (Wobei mir 30 km als Tagesetappe für einen Ochsenkarre sehr hoch gegriffen finde...).
    Zur Entwicklung der Städte: Solange Städte von einer Mauer umgeben waren, blieb im wahrsten Sinne des Wortes kaum Raum für Entwicklung. Daher kam es mE auch selten vor, dass Städte "wuchsen", wie wir das heute kennen. Eher wurde ein neuer Stadtteil mit eigener Mauer, Kirche und häufig eigenem Stadtrecht gegründet. Dabei denke ich zuerst an die zwei Städte Berlin und Kölln (die Keimzelle des heutigen Berlins): Nur durch einen Spreearm getrennt waren es zwei Städte, zwei Kommunen mit eigenem Stadtrecht, Bürgermeister etc.
     
  18. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

  19. jeanne d'arc

    jeanne d'arc Gesperrt

    Im südt. Raum und in der Schweiz sind als Städtegründer ganz besonders hervorzuheben die "Zähringer Herzöge" - Freiburg im Breisgau - Freiburg im Üchtland - Neuchatel - Bern - Villingen! Man nennt daher diese Städte auch " die Gründerstädte". Sie haben zudem von der Analge her ein gemeinsames "Muster" das sogenannte "Zähringer Kreuz"; die ellyptische Stadtanlage wird von einer langen Hauptstraße durchzogen und von einer breiten Querstraße gekreuzt. Im Idealfall ist in der Nähe der Kreuzung die Kirche mit dem Kirch- und/oder Marktplatz. Die verschiedenen Handwerker und Zünfte sind in bestimmten Straßenzügen angeordnet, Die Gebäudeviertel sind in fast jeweils gleichgroße Einheiten unterteilt, vor allem für die Händler ist für gute Zufahrt und Lagermöglichkeit gesorgt. Gerber und Färber sind in der Regel an einem Fluß- oder Bachlauf und wegen der Gerüche meist am Rande der Stadt angesiedelt. die zwei großen Straßenzüge enden jeweils an einem Stadttor.

    Das Recht eine Stadt zu gründen war den Königen vorbehalten ( Regal) - es bedurfte also jeweils der ausdrücklichen Erlaubnis des Königs, zur Gründung einer Stadt und auch ggf. zu deren Befestigung. So hat z.B. ein Vorfahr der Zähringer Herzöge (Phirchtilo genannt) als Belohnung für seine Königsdienste im Jahr 999 in Rom von Kaiser Otto III. das Markt- und Münzrecht für die (alemannische) Ansiedlung Villigen verliehen erhalten, aufgrund dessen dann seine Nachfolger allerdings wesentlich später dann Villingen zur Stadt ausbauten.
    Beim Googeln wirst Du bei den jeweils genannten Städtenamen in deren Geschichtsbeschreibung sicherlich noch mehr nachlesen können.
    Vergiß dann aber nicht, daß der König auch an sich selbst denken musste und zur Festigung seiner eigenen Position eigene Städte benötigte - so gründeten die Könige oder bauten sie bestehende Orte aus, zu den sogenannten "Reichsstädten".
    salu jeanne
     
  20. NüxCheck

    NüxCheck Gast

    Hausaufgabe zu Städtegründung

    Dies sind meine Fragen:

    Wie kommt es zu diesen Städtegründungen?
    Wie war es möglich?
    Wo,Wie und Wodurch wurden auf einmal Städte gegründet?

    Wär liep wenn meine <Retter> keine Links antworten würdn...

    Ich bräuchte noch heut ne Antwort...

    Vieeelen Dank!!
    Ihr rettet meine mündliche Mitarbeit!! x)

    Eure NüxCheck
     

Diese Seite empfehlen