Starkenberger Rechnungsbuch Transkription

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Felix_Krüger, 12. Mai 2020.

  1. Felix_Krüger

    Felix_Krüger Neues Mitglied

    Hallo liebe Community,
    ich bräuchte eure Hilfe. Könntet ihr mir bei der Transkription helfen? Auszug Starkenberger Rechnungsbuch.jpg
    Auszug Starkenberger Rechnungsbuch.jpg
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Musst du auch ein Referat halten? Vielleicht sogar gemeinsam mit dem User @Geschichte2_0?


    It[em] ez ist ze wissen, daz Ich Osanna von
    Starkhenberg ---- die ganze volkomne
    Rentung getan han mit Kampen [?] de Vels=
    ekker meinẽ phleger zu Greyffenstain
    umb sein purkhut des zwelften und drey=
    zehenden jars und habe alle sach gentzlich
    und gar gerentet und gegen ainander [i-Punkt fehlt] ab
    gezogen waz er von mir und meinen ambt=
    leuten emphangen hat[.] Auch hat er mir
    verrayt alle pein seyder die gevallẽ sind
    seyder der zur und er ausz greiffenstain ko=
    men ist

    Velsekker
    wird später Velsegger geschrieben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Mai 2020
  3. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ich habe heute leider nicht soviel Zeit. Daher nur ganz kurz einige Punkte:

    Wieder witib.

    Hannsen de Velsekker? (Weiter unten steht Velsegger.)

    Kann das, für das ich die Pein vorschlug wohl doch Baum heißen? Die Baukosten wurden bei Verpfändungen und Amtsüberlassungen ja oft zum Streitthema und werden hier ja auch noch aufgeführt (Mauern, Estrich).

    Hier ist es dann auch eindeutig auf 'Sanct Gallen tag'.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich lerne es noch mal...

    Stimmt. Ich hatte den Bogen vom g aus der Zeile drüber als Teil des H interpretiert und daher K gelesen.
     
  5. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ich habe es auch erst nicht erkannt bei der unregelmäßigen Handschrift.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    It[em] ez ist ze wissen, daz Ich Osanna von
    Starkhenberg witib die ganze volkomne
    Rentung getan han mit Hannsen de Vels=
    ekker meinẽ phleger zu Greyffenstain
    umb sein purkhut des zwelften und drey=
    zehenden jars und habe alle sach gentzlich
    und gar gerentet und gegen ainander ab
    gezogen waz er von mir und meinen ambt=
    leuten emphangen hat[.] Auch hat er mir
    verrayt alle pein seyder die gevallẽ sind
    seyder der zur und er ausz greiffenstain ko=
    men ist und auf disen heutigen tag Auch
    hat er gerait alle sein aufgaben daz an den
    paw auff Greiffen stein ist mawrn
    und estreich er sey umb
     
  7. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Was die unterschiedlichen Schreibweisen betrifft: Velsekker und Velsegger dürften ein und dasselbe meinen.

    Was Hannsen de Velsekker betrifft, könnte es sich vielleicht um diesen Herrn handeln: https://books.google.at/books?id=5ORPz_oU1QcC&pg=PA19&dq=Hans+von+Velseck&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjDgPC7h6_pAhVQy6QKHZIJAY4Q6AEIKDAA#v=onepage&q=Hans von Velseck&f=false

    Zwar geht es hier um Oswald von Wolkenstein und um einen späteren Zeitpunkt, aber dieser Hans von Velseck passt trotzdem gut in den Kontext, zudem er Burgpfleger der Starkenberg war und daher auch für Osanna von Starkenberg tätig gewesen sein könnte.

    Bei deinem Text dürfte es sich um eine Abrechnung zwischen Osanna von Starkenberg und Hans von Velseck handeln, der für sie als Pfleger einer Burg (Greifenstein) tätig war. Der Pfleger hatte regelmäßig Rechnungen zu legen, und das jedenfalls, wenn er sein Amt aufgab oder verlor.

    Dass die Starkenberger für ihren Burgbesitz (und offensichtlich nicht nur für ihr Eigengut, sondern auch für Lehen und Pfandschaften ihre eigenen Pfleger einsetzten, ist als Fakt belegt und ein Indiz für ihre relativ mächtige Position in der Grafschaft Tirol, die sie vor der Starkenberger Fehde hatten. (Es gibt auch Theorien, wonach die Starkenberg so etwas wie eine eigene "Grafschaft" innerhalb der Grafschaft Tirol hatten.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Mai 2020
  8. Felix_Krüger

    Felix_Krüger Neues Mitglied

    Vielen lieben Dank euch allen! Danke, dass ich eure kostbare Zeit stehlen durfte.
    Wieso könnt ihr das so gut? Wird man darin immer besser? Ich bin erst im 2. Semester, aber das kommt mir wie spanisch vor....

    LG
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Achtung, der Text ist noch nicht fertig. Ich rate dir, Übungen in Paläographie zu besuchen. Ich hatte in meinem Studium lange einen Bammel davor und habe lange nur mit edierten Quellen gearbeitet, weil ich nicht edierte Quellen nicht lesen konnte. War ein Fehler. Man muss es halt lernen. Wenn du Lehramt studierst, brauchst du es nicht, aber es ist einfach toll, wenn man als Historiker sich auch als solcher fühlt und nicht wie ein Hochstapler (so habe ich mich zumindest gefühlt, als ich noch nicht alte HSS lesen konnte). Übung macht den Meister!
     
  10. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ja. Und im Grunde reicht da ein einsemestriger Kurs. Ohne ist es ein wenig schwieriger, weil man sich alles selbst zusammensuchen muss und einige Besonderheiten einfach nirgends aufgeschrieben sind. Wenn es das bei euch nicht gibt, einfach nachfragen.

    Sonst nimm dir ein Musteralphabet und such dir Beispiele aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und fang einfach an. Danach dann Spätmittelalter, Mittelalter ab den Karolingern und das Altertum. Kurse zur Paläographie des Mittelalters fangen meist umgekehrt in der Antike an, haben aber dann ja auch Begleitung. Und in jedem Fall ist es einfacher erst die deutsche Schrift der Neuzeit lesen zu können.

    Und nicht verzweifeln: Viele Texte sind so schlecht geschrieben, dass man sich erst in die individuelle Handschrift einarbeiten muss. Ich schrieb ja schon mal, dass Archive meist Kopien von für Anfänger geeignete Texte haben und diese auch oft online stehen.
     

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