Stellung Bismarcks zur Revolution 1848/49 und zur Klein-/Großdeutschen Lösung?

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Nationalstaaten" wurde erstellt von Glanztaten, 7. November 2013.

  1. Glanztaten

    Glanztaten Neues Mitglied

    Hallo liebe Community,
    Ich bin gerade etwas Perplex, welcher Meinung Bismarcks nun ist.

    Die erste Frage wäre, warum Bismarck gegen (oder vielleicht doch positiv?) die Revolution von 1848/49 war.. Die Anhänger hatten doch auch das Verlangen nach einer Einheit oder? War das nicht in irgendeiner Weise auch Bismarcks Ziel?

    Die zweite Unklarheit ist bei der Tatsache, dass Bismarck als preußischer Gesandter beim Bundestag die Gleichberechtigung mit Österreich bestrebte, dann aber als Ministerpräsident Preußens doch für Kleindeutsche Lösung war...
    Warum hatte er da so ein Sinneswandel?

    Ich würde mich riesig über eine Antwort freuen! :)

    L.G. Glanztaten
     
  2. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Bismarck war durch und durch Monarchist und preußischer Junker. Die Vorstellung einer demokratischen Regierungsform, in der die Regierung vom Volke gewählt und die Minister dem Parlament verantwortlich war waren, das für ihm vollkommen unakzeptabel.

    Es war während Bismarcks Gesandten ja keineswegs ausgemacht, das dieser je Ministerpräsident wird.
    So bemüht er sich in den Jahren 1850 bis 1860 zunächst einmal die Gleichberechtigung am Frankfurter Bundestag mit der anderen deutschen Großmacht Österreich herzustellen. Die Frage de Einheit Deutschlands spielt in den 1850zigern auch keine nennenswerte Rolle. Sie kam erst später wieder aufs Tapet.
     
  3. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Zu Deiner ersten Frage hat w.o. mein Mitdiskutant Turgot geschrieben, um es auf den Punkt zu bringen, eine "Paulskirchen-Lösung" kam in Bismarcks Wertesystem nicht vor.

    Zu Deiner zweiten Frage, m.E. war die Olmützer Punktation und somit das Scheitern der Unionspläne Preußens 1850 entscheidend für die politische Orientierung Bismarcks auf die "kleindeutsche Lösung".

    Noch ene Anmerkung am Rande, der Deutsche Zollverein, zeichnete auf ökonomischen Gebiet, ganz unspektakulär, aber sehr effizient, die "kleindeutsche Lösung" vor.

    M.
     
  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Bismarck hatte aus seiner Gesandtenzeit in Frankfurt die Erkenntnis mitgenommen, das eine großdeutsche Lösung nicht machbar war, da Österreich immer auf seine Vormachtstellung pochen würde, der Deutsche Bund war für Österreich vollkommen ausreichend und man instrumentalisierte diesen gern für sei Zwecke.
     
  5. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Ist das ein Sinneswandel? In meinen Augen nicht. Bismarck wollte Preussen auf Augenhöhe mit Österreich haben. 1848 vielleicht noch mit der Großdeutschen Lösung, nur wie hätte das gehen sollen. Der Kaiser von Österreich nur ein König im Deutschen Reich? Das konnte aus Sicht der Österreicher auf keinen Fall sein.
    Also blieb nur die Kleindeutsche Lösung, das einzige Problem war der Preussische König, Wilhelm I. . Er wollte nun mal kein Kaiser werden. Also wurde die das Kaisertum erst einmal umschifft. Und freie Bahn bekam Bismarck 1862, als er Preussischer Ministerpräsident wurde.

    Apvar
     

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