Strafe für Wirtschaftsspionage im deutschsprachigen Raum im Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Gast, 23. Februar 2005.

  1. Gast

    Gast Gast

    Habe diese Frage bereits Ende Dezember gestellt, bis jetzt aber weder die Frage wieder gefunden noch eine Antwort darauf.

    Hier nochmals die Frage: Welche Strafen wurden im Mittelalter bei Betriebsspionage, Wirtschaftsverrat etc. wahrscheinlich verhängt? Oder wurde die Person "nur" aus der Zunft verbannt?

    Vielen Dank im Voraus und bitte um Mitteilung, falls meine Frage hier falsch ist.
    B.Essler
     
  2. parago

    parago Neues Mitglied

    Ich hab mir ehrlich gesagt die Finger wundgegoogelt und konnte nichts exaktes finden.. was haeltst du davon, es im Forum dieser website zu versuchen, vielleicht haben die Jungs und Maedels dort bessere Quellen?!


    http://www.mittelalter-spectaculum.de/?p=home

    Sorry.. :rotwerd:
     
  3. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Bevor ich nachsuche: Geht es dir um Strafen, die in/von den Zünften ausgesprochen wurden?
     
  4. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Im Mittelalter gab es keine Zünfte, geschweige Betriebe. Im Mittelalter wurde glaube ich sowas überhaupt nicht gehandhabt, da die paar handwerklich Begabten keine allzu großen Geheimnisse hatten. Und wenn, half es beim Abgucken nur wenig. Zudem bestand die "Wirtschaft" nur aus Eigenbedarf und gelegentlichen Handel weiter weg.

    Vielleicht musst erstmal die richtige Zeit festnageln und ihr den richtigen Namen geben.
     
  5. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Hallo? Hurvinek? Im Mittelalter gab es keine Zünfte? Die paar handwerklich Begabten?

    Die frühesten Urkunden zu den Zünften entstammen dem 11. Jahrhundert. Wenn das kein Mittelalter war...
    Den Rest deines Beitrages solltest du auch noch einmal überdenken!
     
  6. Mercy

    Mercy unvergessen

  7. Schini

    Schini Neues Mitglied

    Wenn ich mir recht erinnere, waren die Glasbläser in Murano Geheimnisträger, die bestraft wurden, wenn sie sich außerhalb der Lagune von Venedig niederließen oder gar arbeiteten.

    Grundsätzlich machen Spionageverbote ja nur dann Sinn, wenn ein Geheimnis zu wirtschaftlichen und/oder politischen Vorteilen verhilft. Dazu braucht es Patente und Monopole - und jemanden, der sie sanktioniert...
     
  8. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Also gut:

    Innerhalb einer Zunft wurde keine Wirtschaftsspionage betrieben, da sich gerade die Handwerker in einer Zunft zusammentaten, um niemanden anderen partizipieren zu lassen. Durch die Zunftordnung (heute die Vorgaben der Handwerkskammer) wurde geregelt, wer rein durfte und wer nicht. Und die Bedingungen waren hoch. Durch das strenge Einhalten der Zugangsbestimmungen bildeten sich dann eben immer neue Zünfte.
    Übrigens wurde jede Nacht Wache von einem Zunftmitglied gehalten.
    (Quelle: Uni Koblenz)
     
  9. parago

    parago Neues Mitglied

    Hurvinek, ich geh mal davon aus dass du dich auf folgende Seite berufst, ja?


    http://www.uni-koblenz.de/~odswer/projekte/gotik/pro514.htm


    Da kann ich aber so gar nichts finden, was deine Aussage "Innerhalb einer Zunft wurde keine Wirtschaftsspionage betrieben, da sich gerade die Handwerker in einer Zunft zusammentaten, um niemanden anderen partizipieren zu lassen" rechtfertigen wuerde. Hast du dafuer noch andere Belege?
     
  10. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Selbstverständlich gab es Zünfte und Gilden in dieser Zeit. Das war doch Grundvoraussetzung um die Rechte, den Standart und die Kontrolle eines jeden Gewerbes zu gewährleisten.
    Man sehe sich auch einmal diese Seite an.
    http://www.lehnswesen.de/page/html_zuenfte.html
    Dazu würde ich noch den Roman von Ken Follet, Die Säulen der Erde, empfehlen. Ein besseres, von Grund auf gut reschechiertes Buch über Handwerker der damaligen Zeit in Romanform, gibt es nicht.
    Und, um zur Ausgangsfrage zurückzukommen. Es wurden sehr wohl Handwerker einer Zunft, die " Berufsgeheimnisse" verrieten, hart bestraft. Seht es so an, wenn einer heute ein Patent klaut, wird er auch bestraft. In der Regel wurden sie aus der Zunft ausgeschlossen und mussten die Stadt verlassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Februar 2005
  11. parago

    parago Neues Mitglied

    Beruhigend, dass es also doch noch Leute gibt, die Romanautoren mehr zutrauen als bloss 'ambitioniert' und 'eloquent' zu sein ;)


    (Gehoert eigentlich nicht hierher - sorry.)
     
  12. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Hier ist zunächst ein kleines Beispiel für Wirtschaftskriminalität und deren Bestrafung im MA:

    „...Wenn übrigens ein Münzmeister [der Münze in Pavia um 1027] einen Fälscher entdeckt, muss er zusammen mit dem Grafen von Pavia und dem Meister der Kammer dafür sorgen, dass dem Fälscher die rechte Hand abgeschlagen und sein ganzes Vermögen der Königskammer übereignet wird...“
    aus: Borst, Arno: Lebensformen im Mittelalter, Berlin (Ullstein) 1997, S. 396f

    Weitere Beispiele findet man am selben Ort. und z.B. unter folgenden Adressen:

    www.himmelsbach-reinigung.de/badestuben/HTML/Zunft.htm
    http://www.geocities.com/diekarpatendeutschen/obzipsd.html
    http://gutenberg.spiegel.de/bebel/frausoz/frau0431.htm

    Darüber hinaus findet, wer googeln möchte, unter den Stichwortkombinationen „Zunftordnung+Strafen+Mittelalter“ und „Gilden+Strafen+Mittelalter“ reichlich andere Beispiele.
     
  13. Gast

    Gast Gast

    Dank und Erläuterung zur Wirtschaftsspionage

    Zuerst Dank an alle die mir so prompt Auskunft gegeben haben! Zugleich bitte ich um Vergebung, weil, so glaube ich, meine Angaben nicht sehr präzise waren:

    Um 1500 wurden in Thörl für Kaiser Fried.II. und Max.I. Kanonen erzeugt. Die Tricks der Herstellung z.B. waren sicher höchst geheim und es waren wahrscheinlich drakonische Strafen (nicht kodifiziert, aber allgemein bekannt?) für das Ausplaudern dieser Produktionsgeheimnisse üblich.

    Wenn jemand noch eine Idee hat (Angabe der Quelle wäre super)
    welche Strafen das noch gewesen sein könnten, würde mich das freuen!
    Schöne Grüße aus Graz!
     
  14. da Pery

    da Pery Gast

    jaja... die Geschichten kennt man... das gleiche gilt auch für die Schiffsbaukunst... da gibt es recht interessante spionage geschichten in und um england... welche urplötzlich eine überflotte hatten mir denen sie die spanier in den *allerwertesten* treten konnte...

    *drakonische Strafen* hm... naja... was heist strafe... da gibts nur den totesfall... :-} ich vermeine zu wissen das es in den ital. stadtstaaten söldner gab welche man als eine art *assasine* anheuern konnte... un die haben dann die wissenschaftsflüchtlinge für einen gejagt und dann zur strecke gebracht...
     

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