Suche Beispiele für unmoralische Revolutionen!

Dieses Thema im Forum "Kultur- und Philosophiegeschichte" wurde erstellt von Coprophage, 21. Februar 2012.

  1. Coprophage

    Coprophage Neues Mitglied

    Hallo,

    ich suche nach historischen Beispielen für folgende Situation: Eine moralische Auffassung wird in Form eines Gesetzes beispielsweise ein Verbot von Prostitution, Tierquälerei oder Waffenbesitz eingeführt und dann aufgrund der negativen Resonanz zurückgenommen. Da die wirtschaftliche Lage ein Etablieren verhinderte oder (besser!) die Bevölkerung selbst sich dagegen wehrte.

    Wichtig für mich sind hierbei besonders die Auslöser für die Rücknahme und wie das vonstatten ging. Der Begriffe "moralisch" und "Gesetz" kann dabei, ruhig ein wenig gedehnt werden ;-)

    Liebe Grüße und vielen Dank für eure Antworten!
     
  2. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    1 Person gefällt das.
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    ....Bei der Fragestellung, die inhaltlich ausgeführt wird, stellt sich jedoch auch die Frage, ob die Überschrift für diesen Thread Effekthascherei sein soll?

    Was haben Revolutionen mit Deinen inhaltlichen Problemen zu tun?????:motz:

    Der Widerstand gegen ein Gesetz ist entweder legitim oder noch besser legal. Im negativen Fall ist er illegal und stellt somit einen bewußten Verstoß gegen Gesetzesnormen dar.
     
  4. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...vielleicht, Coprophage, wäre ein wenig karnevalistisch scherzhaft das Schlagwort "sexuelle Revolution" überdenkenswert? 68er Jahre, Pille, Kuppeleiparagraph usw.
     
  5. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Nun, Abschaffung des §175 StGb "Verbot der Homosexualität"
    Änderungen des § 218 "Abtreibung"
     
  6. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

  7. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    Der Threadtitel ist wirklich irreführend. Die Rücknahme eines Gesetzes ist noch lange keine Revolution.

    Insofern mit 'moralisch' solche Gesetze gemeint sind, die nach heutiger Auffassung fortschrittlich oder emanzipatorisch waren, aber später wieder revidiert wurden:

    Das Paulskirchenparlament beschloss 1848 die Abschaffung der Todesstrafe (außer im Militärstrafrecht). Zahlreiche deutsche Staaten, darunter auch Preußen, revidierten daraufhin ihr Strafrecht in diesem Sinne. In der 1849 anbrechenden Reaktionszeit wurde die Todesstrafe allerdings fast in allen deutschen Staaten wieder eingeführt und nach langer, kontroverser Debatte im Reichstag des Norddeutschen Bundes auch in das ab 1871 im ganzen Deutschen Reich geltende Strafgesetzbuch aufgenommen.
     
    1 Person gefällt das.
  8. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Dazu fällt mir ein.

    Die sexuelle Revolution hat nicht zu mehr Sex geführt sondern zu weniger, nur wird heute darüber geredet.
     
  9. Hilfssuche

    Hilfssuche Gast

    Kannst du das irgendwie beweisen? Diese Aussage scheint mir doch sehr zweifelhaft.

    P.S.: hat eigentlich irgendjemand außer mir den Tag "Stierkampf" für den Thread bemerkt? Ich denke, das zeigt doch, in welche Richtung es etwa geht. Also dass z. B. das Verbot von Hahnenkämpfen umstritten war und zurückgenommen wurde oder sowas in der Art.

    Falls es wirklich um eine "unmoralische" Revolution geht, fallen mir vor allem die "Gordon Riots" ein, in denen gegen die Emanzipation der Katholiken gekämpft wurde.

    Sorry wegen unangemeldet, aber diese 3 Dinge musste ich hier loswerden.
     
  10. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Ich schließe mich thane an. Eine Gesetzesänderungen bedeutet keine Revolution. Du solltest die Begriffe, von denen wir hier ausgehen, genauer fassen.

    Staunen kann ich dabei nur über dies:

    Das lässt wirklich jeder denkbaren Stammtischdebatte Tür und Tor offen und wird einer wissenschaftlichen Betrachtung der Fragestellung nicht dienlich sein.
     
  11. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    So ist es.

    Übrigens, Revolutionen sind immer illegal, über die Legitimität der Gründe dafür, läßt sich dann trefflich streiten. :pfeif:

    M.
     
  12. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Ich musste dabei spontan an den "Scopes Monkey Trial" in Dayton Florida denken. Informationen dazu gibt es hier:

    Scopes-Prozess ? Wikipedia
     
  13. Coprophage

    Coprophage Neues Mitglied

    Vielen Dank für all eure Antworten!

    Zunächst möchte ich mich für meine Titelwahl entschuldigen. Ich war mir nicht sicher, wie ich das kurz und knapp formulieren sollte und habe mich daher zu einem etwas reißerischen Titel hinreißen lassen.

    Am liebsten wäre mir natürlich eine ganze Revolution - aber ich hielt es für sehr unwahrscheinlich, dass es tatsächliche solche Revolutionen gab und wollte daher auch anmerken, dass ich auch mit Gesetzesänderungen zufrieden bin.

    Ich schreibe gerade eine kleine Geschichte über eine fiktive Nation, die für ihre spektakulären Hundekämpfe bekannt ist. Als diese im Zuge der Modernisierung verboten werden, nimmt die Bevölkerung das zunächst hin, kann bald aber nicht mehr ohne.

    Um das Verhalten der Bevölkerung aber glaubwürdig darstellen zu können, wünschte ich mir reale Bezüge wie vielleicht ein Verbot von Stierkämpfen, Hahnenkämpfen oder irgendetwas, das sich damit vergleichen lässt so wie "Hilfesuche" es bereits vermutet hat. Um zu verstehen, was Menschen dazu treibt gegen das "Richtige" vorzugehen.
     
  14. Hans forscht

    Hans forscht Aktives Mitglied

    Haben nicht die Südstaaten gegen die Aufhebung der Skalverei aufbehrt und sich deshalb zu einer von der Union unabhängigen Konföderation erklärt? Auch wenn das sicher nur ein Teilaspekt des "War of the Rebellion" war.
     
  15. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Keineswegs. Die Sklavenbefreiung wurde erst während des Bürgerkriegs beschlossen, es gab sogar noch ein Teil Sklavenstaaten auf Seiten der Nordstaaten (Kentucky, Delaware, Missouri fallen mir spontan ein). Die Sklaverei war nur ein Teilaspekt im Konflikt der ländlich-agraristisch geprägten Südstaaten und den industriell-städtisch geprägten Nordstaaten, wenn auch wohl der bekannteste.
     
    1 Person gefällt das.
  16. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Du schreibst eine Geschichte über England?:devil:
     
  17. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Es gab doch während des amerikanischen Bürgerkrieges einen Aufstand in New York, hauptsächlich von Iren getragen, bei denen zahlreiche Farbige gelyncht wurden weil man diesen indirekt die Schuld am Krieg gab.
     
  18. Coprophage

    Coprophage Neues Mitglied

    Eine meiner Vorlagen. Hab mir Hundekämpfe früher immer à la "Fight Club" vorgestellt - nachts, heimlich, dunkle Gassen, Hinterhöfe oder Keller. Aber in England waren das schon halbe Ritter ;-)
     
  19. Kaspar

    Kaspar Neues Mitglied

  20. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Hm, als Stichwort könnte ich Dir den Josephinismus geben. Viele aufklärerisch motivierte Reformen von Kaiser Joseph II. musste dieser am Ende seiner Regierung aufgrund der Rebellionen dagegen in vielen Landesteilen wieder aufgeben bzw. sie wurden dann anschließend von seinem Bruder Leopold II. nach Josephs Tod zurückgenommen. Joseph II. ? Wikipedia
     
    1 Person gefällt das.

Diese Seite empfehlen