Suizid im Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Gast, 9. Januar 2005.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo an alle!

    Ich habe wahrscheinlich eine ganz ungewöhnliche Frage, aber ich wüßte gern, ob im Mittelalter auch Selbstmorde vorkamen, bzw. wie damit umgegangen wurde. Soweit ich weiß, war dies ja eine Totsünde, und die so Verstorbenen wurden nicht auf geweihter Erde beigesetzt. Oder kann es sein, daß ein Selbstmord, wenn er vorkam, vertuscht wurde?
    Weiß jemand mehr darüber?

    Im voraus vielen Dank!
     
  2. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    "Die kirchliche Ächtung des Selbstmords wurde im Mittelalter von der weltlichen Obrigkeit übernommen. Suizid zog in Europa ähnliche Strafen nach sich wie Mord, soweit man diese Strafen an einem Leichnam vollziehen konnte. So wurden Selbstmörder nach ihrem Tod zum "nochmaligen" Tod am Strang verurteilt. Die Leichen wurden ausgepeitscht, durch die Straßen geschleift und dann aufgehängt. Oft beschlagnahmte der Staat das Vermögen der Verstorbenen, was die Angehörigen neben der öffentlichen Schande besonders hart traf. Einige dieser Gesetze haben sich bis in das 20. Jahrhundert gehalten."

    http://www.schaepp.de/selbsmord/in.html
     
  3. parago

    parago Neues Mitglied

    Hab auch was..

    Im Mittelalter wird Selbsttötung als Todsünde eingestuft: Sie gilt als Verbrechen gegen Gott. Der unverzeihliche Mord - als Verstoß gegen das sechste Gebot - führt in die Verbannung. Die Konzilien des fünften Jahrhunderts verbieten Totenmesse und Begräbnis in geweihter Erde, denn der Selbstmörder ist "diabolico repletus furore'', vom Teufel besessen. Dem stehen die Kreuzzüge des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts als wahre Selbstmordexpeditionen gegenüber. Bischof Ivo von Chartres fordert heilige Märtyrer und verspricht ihnen den Weg ins Himmelreich.

    Kulturgeschichte des Suizids
     

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