Thesen über Luther aus Sicht des Marxismus

Dieses Thema im Forum "Religionsgeschichte" wurde erstellt von Karldergroße11, 28. März 2019.

  1. Karldergroße11

    Karldergroße11 Neues Mitglied

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  2. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Hallo

    was willst du denn erklärt haben ?

    Luthers Reformation ?
    Die Bauernkriege ?
    Luther - die Bauern - Herrschaft der Adligen ?
    Das 16.Jh allgemein
    Theorien vom Marx und Engels ?

    Ein bisschen präziser könnte es schon sein

    mfg
    schwedenmann

    P.S.
    Bitte das nächste Mal die Bilder um 90° drehen, damit man keine Genickstarre bekommt, nicht alle user hier im Forum haben einen Monitor (bzw einen displayserver - SW) mit pivot-Funktion.
     
  3. Karldergroße11

    Karldergroße11 Neues Mitglied

    Also
    Ich habe den Text nicht so ganz verstanden und auch nicht den Zusammenhang des marxismus und der Reformation
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Muss man auch nicht unbedingt. Ist "lediglich" ein Aspekt des Narrativs der DDR-Historie, die sich vergewisserte, dass die Entwicklung in der Geschichte, die Geschichte einer "permanten" Abfolge von Klassenkämpfe sei. Und ihre Vorkämpfer die "Guten" waren und für die "gerechte Sache" des Volkes gekämpft haben. Und sich somit ein "roter Faden" von "Klassenkämpfen" von Athen nach Ost-Berlin führte.

    Dabei zunächst Müntzer - im Kontext der "Bauernkriege" - primär in ihren "erweiterten Gründungsmythos" einbezog und zunehmend erkannte, dass Luther - inhaltlich - nicht davon zu trennen wäre. Und so Luther und die Reformation insgesamt wichtig war für das Geschichtsbild in der DDR.

    Das erklärt - sehr knapp - die Bedeutung der Reformation im Kontext der ideologischen Interpretation in der DDR mit Hilfe des Marx`schen Historischen Materialismus.

    Einen guten, schnellen Überblick bietet Blickle:
    Blickle, Peter (2012): Der Bauernkrieg. Die Revolution des Gemeinen Mannes. . München: C.H. Beck
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. März 2019
    silesia gefällt das.
  5. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Marx´ Bezugnahme auf Luther findet sich in der Einleitung zu seiner "Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie" (1844):

    Selbst historisch hat die theoretische Emanzipation eine spezifisch praktische Bedeutung für Deutschland. Deutschlands revolutionäre Vergangenheit ist nämlich theoretisch, es ist die Reformation. Wie damals der Mönch, so ist es jetzt der Philosoph, in dessen Hirn die Revolution beginnt. Luther hat allerdings die Knechtschaft aus Devotion besiegt, weil er die Knechtschaft aus Überzeugung an ihre Stelle gesetzt hat. Er hat den Glauben an die Autorität gebrochen, weil er die Autorität des Glaubens restauriert hat. Er hat die Pfaffen in Laien verwandelt, weil er die Laien in Pfaffen verwandelt hat. Er hat den Menschen von der äußern Religiosität befreit, weil er die Religiosität zum innern Menschen gemacht hat. Er hat den Leib von der Kette emanzipiert, weil er das Herz in Ketten gelegt.

    Aber, wenn der Protestantismus nicht die wahre Lösung, so war er die wahre Stellung der Aufgabe. Es galt nun nicht mehr den Kampf des Laien mit dem Pfaffen außer ihm, es galt den Kampf mit seinem eigenen innern Pfaffen, seiner pfäffischen Natur. Und wenn die protestantische Verwandlung der deutschen Laien in Pfaffen die Laienpäpste, die Fürsten samt ihrer Klerisei, den Privilegierten und den Philistern, emanzipierte, so wird die philosophische Verwandlung der pfäffischen Deutschen in Menschen das Volk emanzipieren. Sowenig aber die Emanzipation bei den Fürsten, so wenig wird die Säkularisation der Güter bei dem Kirchenraub stehenbleiben, den vor allen das heuchlerische Preußen ins Werk setzte. Damals scheiterte der Bauernkrieg, die radikalste Tatsache der deutschen Geschichte, an der Theologie.

    Heute, wo die Theologie selbst gescheitert ist, wird die unfreiste Tatsache der deutschen Geschichte, unser status quo, an der Philosophie zerschellen. Den Tag vor der Reformation war das offizielle Deutschland der unbedingteste Knecht von Rom. Den Tag vor seiner Revolution ist es der unbedingte Knecht von weniger als Rom, von Preußen und Österreich, von Krautjunkern und Philistern.
     
    Haerangil gefällt das.

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