"Those About to Die" (Gladiatorenserie)

Numidier reden Arabisch. Römische Legionäre patroullieren bewaffnet und uniformiert durch die Straßen Roms. Na ich weiß nicht - und ich bin erst bei Folge 2. Aber unterhaltsam isses.
 
Sehr schön auch wie Rom am Ende der 5. und zu Beginn der 6. Folge im Ascheregen versinkt und Erdbeben die Stadt erschüttern, weil der über 200km entfernte Vesuv im Jahr 79 n. Chr. einen Schluckauf pompejischen Ausmaßes hatte. Ich steh ja auf Trash.
 
Mir ist auch etwas aufgefallen: da war einer, der sagte, er wäre zu einer "Galeerenstrafe" verurteilt worden - ist natürlich etwas, was es wirklich gab, aber halt frühe Neuzeit und 18. Jahrhundert. In Fellinis Satyricon heißt es übrigens auch einmal "ich schick dich auf die Galeere!"
 
Mir ist auch etwas aufgefallen: da war einer, der sagte, er wäre zu einer "Galeerenstrafe" verurteilt worden - ist natürlich etwas, was es wirklich gab, aber halt frühe Neuzeit und 18. Jahrhundert. In Fellinis Satyricon heißt es übrigens auch einmal "ich schick dich auf die Galeere!"
Aber das ist seit Ben Hur so ikonisch wie der gesenkte oder aufgerichtete Daumen.
Ich habe bisher nur ein paar Sekunden der Serie gesehen, sprach mich nicht an, gleiche Ästhetik wie in der "Spartacus"-Serie. Eigentlich Fantasy im Historischen Gewand.
 
Finde ich nicht. Die Gladiatorenkämpfe (und auch sonstige Kampfszenen) in der "Spartacus"-Serie waren völlig übersteigert, mit einer eigenen, etwas an "300" angelehnten, Ästhetik. Die Gladiatorenkämpfe in "Those about to Die" sind nicht so übertrieben.
 
Nachdem ich die Serie nunmehr durch habe ... naja.

Sie ist auf jeden Fall aufwändig produziert, billig wirkt kaum etwas. Die Panorama-Ansichten von Rom sehen beeindruckend aus. Lediglich manchen Tieren sieht man schon an, dass sie aus dem Computer sind.

Die Authentizität der Darstellung des flavischen Rom ist durchwachsen. Negativ angemerkt wurden bereits die omnipräsenten Legionäre (?), die als Polizei durch die Stadt patrouillieren und etwa auch die Besucherströme im Kolosseum regeln.

Inhaltlich lässt die Serie leider zu wünschen übrig. Zwar verwurstet sie manche Überlieferungen recht detailliert (etwa Vespasians "Geld stinkt nicht"-Ausspruch oder seine Anmerkung bei seinem Tod, dass er jetzt ein Gott werde) - für mich als Antike-Interessierten war es ganz nett, immer wieder tatsächlich überlieferte Details zu finden.
Aber beim Handlungsablauf nimmt sie sich sehr viele Freiheiten heraus. Frei erfunden ist insbesondere die dilettantische Senatsverschwörung zum Sturz der Flavier. Wie in derartigen Serien üblich, werden zeitlich weiter auseinanderliegende Ereignisse außerdem komprimiert.
Vor allem gegen Ende der Serie wird die Geschichte zunehmend abstrus. Außerdem beginnt ab Episode 9 das große Sterben diverser Personen - auch von historischen Personen, von denen nicht belegt ist, dass sie ermordet wurden.

Anthony Hopkins, der einzig wirklich prominente Darsteller, mit dem die Serie beworben wurde, hat übrigens nur ein paar kurze Auftritte.

Mal sehen, ob es eine zweite Staffel geben wird. Am Ende der Serie bleiben jedenfalls Handlungsfäden offen.
 
Wenn eine Serie Ereignisse abdeckt, die sich in Wahrheit über Jahrzehnte erstreckten, ist es wegen der nicht entsprechenden Alterung der Schauspieler tatsächlich kaum vermeidlich, sofern man die Darsteller nicht austauschen oder krampfhaft auf jung/alt schminken (oder heutzutage gar digital verjüngen/altern lassen) will.

Aber die vorliegende Serie erstreckte sich von den letzten Lebensmonaten Vespasians bis zum Tod von Titus, also einen Zeitraum von ca. 3 Jahren. Die Alterung der Schauspieler wäre also kein Problem gewesen. Trotzdem scheint die Handlung in der Serie auf weniger als ein Jahr komprimiert zu sein. Das ergibt sich daraus, dass fast in der gesamten Serie derselbe Konsul amtiert (wobei obendrein übersehen wurde, dass Konsuln in der Kaiserzeit üblicherweise nur noch ca. 2 Monate im Amt blieben), sofern man nicht annehmen will, dass die Serienmacher die Annuität einfach "vergessen" haben. Eine gewisse (aber nur begrenzte) Streckung (und gleichzeitig weitere Komprimierung) ergibt sich daraus, dass Titus bald nach Regierungsantritt heiratet und seine Gattin anscheinend rasch schwanger wird, wobei die Schwangerschaft bei seinem Tod immer noch nicht allzu fortgeschritten zu sein scheint.
 
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