Tuerkei/Byzanz/Osmanisches Reich

Dieses Thema im Forum "Das Osmanische Reich" wurde erstellt von Gast, 27. September 2010.

  1. Gast

    Gast Gast

    War das Gebiet der heutigen Tuerkei sowohl Teil des byzantinischen Reichs als auch des osmanischen?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nacheinander ja. Zuerst (römisch-)byzantinisch und dann seldschukisch und schließlich osmanisch. Der äußerste Osten der heutigen Türkei gehörte nicht mehr zum römischen und später byzantinischen Reich.
     
  3. Gast

    Gast Gast

    Ganz herzlichen Dank.
    Wenn aber 1453 Konstantinopel durch das osmanische Reich erobert wurde, war Konstantinopel wohl nicht mehr tuerkisch? Wann hatte sich 'die Tuerkei' aus Byzanz 'verabschiedet'?
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Byzantinische Reich bestand bis 1453, auch wenn es in seinen letzten Jahren kaum mehr als das Stadtgebiet von Byzanz/Konstantinopel/Istanbul war. Das Osmanische Reich (türk) ist ein Nachfolger der Rumseldschuken (türk).
     
  5. Gast

    Gast Gast

    Herzlichen Dank fuer Ihre Antwort.
    Aber, das osmanische Reich bestand doch schon vor dem Zusammenbruch des byzantinischen Reich. Haben die Tuerken gegen die byzantinische Vorherrschaft rebelliert und sind aus dem byzantinischen Reich augeschieden?
     
  6. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Nein.
    Bis ins 11. Jhdt. umfasste das Byzantinische Reich noch ganz Kleinasien. Bewohnt war das Gebiet von Christen, die großteils griechisch oder armenisch sprachen. 1071 verloren die Byzantiner die Schlacht von Mantzikert gegen die türkischstämmigen Seldschuken, die in den folgenden Jahren einen Großteil Kleinasiens eroberten. In ihren Gebieten ließen sich dann auch Türken nieder, aber die heimische christliche Bevölkerung wurde weder getötet noch vertrieben, sondern im Laufe der Jahrhunderte allmählich assimiliert. In Kleinasien bildeten sich verschiedene türkische Reiche. Eines davon war Ende des 13. Jhdts. das Osmanische Reich, das nach und nach die anderen unterwarf und auch die den Byzantinern noch verbliebenen Gebiete eroberte. Bereits im 14. Jhdt. stießen die Osmanen auch nach Europa vor. Das Byzantinische Reich umfasste im 15. Jhdt. schließlich nur noch die Hauptstadt Konstantinopel, Teile der Peloponnes und ein paar Inseln. 1453 eroberten die Osmanen dann Konstantinopel und wenig später auch die Peloponnes.
     
  8. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Jo, alles richtig. :)
    Ich würde nur sagen, statt: "...aber die heimische christliche Bevölkerung wurde weder getötet noch vertrieben..."
    lieber -> "...aber die heimische christliche Bevölkerung wurde größtenteils eher weniger getötet noch vertrieben..."
    Denn es gab durchaus Tote und Vertriebene. Nicht, dass hier noch der Vorwurf der Beschönigung oder der Osmanophilie kommt... ;)
    Ausserdem kann man noch die Region, das Kaiserreich Trapezunt (Trabzon) erwähnen, an der nordöstlichen Schwarzmeerküste, welches noch nach der Eroberung Konstantinopels einige Zeit überdauerte.
     
    1 Person gefällt das.
  9. Gast

    Gast Gast

    Vielen Dank, ich bin aeusserst beeindruckt, nicht nur von der Aufsfuehrlichkeit der Antworten sondern auch von der Komplexitaet der Geschichte. Tatsaechlich versuche ich aber weitgehend zu vereinfachen, um mir einen Ueberblick zu verschaffen. Wenn ich die Sache also noch mal reduziere, wuerde ich gerne fragen, ob es richtig ist, aus den Antworten zu schliessen, dass die Tuerken (bzw. Seldschuken) kein Teil von Byzanz waren, weil sie noch gar nicht in Kleinasien lebten.
     
  10. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Richtig.
    Die Byzantiner heuerten zwar auch türkische Söldner an, aber grundsätzlich lebten keine Türken unter byzantinischer Herrschaft.
     
  11. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Genau, die Türken, bzw. Turkvölker kamen von ausserhalb Anatoliens, so wie die Normannen nach England.
     
  12. Gast

    Gast Gast

    Fantastisch. Vielen herzlichen Dank, was fuer ein wunderbares Angebot sie haben, nochmals ganz herzlichen Dank, dass sie Ihre Zeit derart generoes anbieten!!
     

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