Untergang des byzantinischen Reiches

Dieses Thema im Forum "Das Byzantinische Reich" wurde erstellt von asoka, 24. Oktober 2006.

  1. asoka

    asoka Neues Mitglied

    Ich habe eine Frage zu zwei Büchern über das byzantinische Reich und zwar zu "Steven Runciman - Die Eroberung Konstantinopels" und weiters zu " John J. Norwich - Byzanz.Aufstieg und Fall eines Weltreichs"
    Wer kennt die Bücher und kann sie mir empfehlen ( oder davon abraten ) ??
    mit bestem Dank für die Mühe
    asoka
     
  2. Saint-Just

    Saint-Just Neues Mitglied

    Runciman kann ich eigentlich bedingungslos empfehlen.
    Norwich ist durchaus interessant zu lesen, aber beschäftigt sich im wesentlichen nur mit den Biographien der Kaiser.
    Will man mehr über diese Zivilisation erfahren, ist Alain Ducellier ("Byzanz") empfehlenswert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2006
  3. Makedonas

    Makedonas Neues Mitglied

    Ducellier kann ich auch nur empfehlen. :fs::yes:
     
  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Runcimans Buch ist klasse.
    Danzu wäre noch die "Byzantinische Geschichte" von Ostrogorsky zu nennen.
     
  5. asoka

    asoka Neues Mitglied

    Danke für eure Empfehlungen, beim Lesen werden sicher interessante Fragen aufgeworfen, mit denen ich euch dann "quälen " werde.
     
  6. Longshanks

    Longshanks Neues Mitglied

    Ich empfehle Dir ebenfalls Ostrogorsky. Auch wenn es schon etwas älter ist.
     
  7. amicus

    amicus Gast

    Sehr empfehlenswert ist auch "Byzanz : Das zweite Rom" von Ralph-Johannes Lilie aus dem Jahre 2003. Es ist sehr angenehm geschrieben und befindet sich auf der Höhe der Zeit.

    Grüße
    Amicus
     
  8. Cunctator

    Cunctator Mitglied

    Der Untergang von Byzanz kam dadurch zustande, dass man ein Nebentor unbewacht offenstehen liess.
     
  9. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das ist freilich eine seeeehr verkürzte Version des Untergangs von Byzanz, Cunctator!
     
  10. Emre

    Emre Neues Mitglied

    also ich würde lieber im internet nachschauen ist nicht so viel zu lesen und meist hilfreicher
     
  11. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Oder war es Sabotage?:nono:
     
  12. Gariban

    Gariban Neues Mitglied

    Zur Eroberung Konstantinopels habe ich nun mehrere Thesen gelesen.
    Könnte man das Thema vielleicht hier irgendwo im Forum diskutieren? Würde doch gerne ein genaueres Bild von den Ereignissen bekommen.

    Folgende Möglichkeiten habe ich bisher gelesen/gehört/mitbekommen:

    Ein Tor (Kerkoporta) wurde offen "vergessen", sodass die Osmanen hineinstürmen konnten.

    Das oben genannte Tor wurde von osmanischen Truppen eingeschlagen.

    Das oben genannte Tor wurde beschädigt und konnte nicht mehr verschlossen werden, sodass osmanische Truppen die Stadt stürmen konnten.

    Das oben genannte Tor wurde von osmanischen Spionen aufgemacht, sodass .....na ihr wisst schon.

    Da ich in Sachen Geschichte nur ein kleiner Normalsterblicher:D bin und der Wikipedia nicht vertraue (in Sachen Geschichte), hoffe ich, dass vielleicht eine interessante Debatte zustandekommt.

    PS: Das mit dem offen "vergessen" müsste hier jemand mal genauer erklären. Es ist etwas...naja, ungewöhnlich, dass man während einer Belagerung einfach mal ein Tor (!) offen lässt. Das verstehe ich nicht ganz (und die Wiki erklärt es nicht so ganz)

    mit freundlichen Grüßen

    Gariban:winke:
     
  13. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hi,
    die Tür wurde meines Wissens vergessen zu verschließen, somit kamen einige wenige Osmanen rein, und stifteten Verwirrung, aber es ist eigentlich egal, weil gleichzeitig an naher Stelle die Hauptmauern erstürmt und durchbrochen wurden.

    Quelle: Franz Babinger: Mehmed der Eroberer.

    und wörtl. Zitat aus:
    Steven Runciman: Die Eroberung Konstantinopels - (in seiner blumigen parteiischen Sprache):

    " In der Ecke der Blachernae-Mauer, kurz vor der Stelle, wo sie an die Doppelmauer des Theodosios anschloß, befand sich halb verdeckt
    von einem Turm eine kleine Ausfallpforte mit Namen
    Kerkoporta. Sie war schon vor vielen Jahren vermau-
    ert worden, aber die alten Leute in der Stadt erinnerten
    sich ihrer noch. Kurz vor Beginn der Belagerung war
    sie wieder aufgemacht worden, damit von ihr Ausfäl-
    le gegen die Flanke des Feindes unternommen werden
    konnten. Die Bocchiardi und ihre Leute hatten wäh-
    rend der Kämpfe gegen Karadscha Paschas Truppen sehr
    wirkungsvoll von ihr Gebrauch gemacht. Jetzt jedoch
    vergaß irgend jemand, der von einem Ausfall zurück-
    kam, das kleine Tor hinter sich zu verrammeln. Einige
    Türken bemerkten die Öffnung, stürmten hindurch in
    den dahinter gelegenen Hof und begannen eine Treppe
    hinaufzulaufen, die zur Höhe der Maurer führte. Die
    Christen, die sich knapp außerhalb der Pforte befan-
    den, gewahrten, was sich zutrug, und drängten zurück,
    um sich der Pforte wieder zu bemächtigen und weitere
    Türken daran zu hindern, ihren eingedrungenen Ka-
    meraden zu folgen. In der allgemeinen Verwirrung ver-
    blieben einige fünfzig Türken innerhalb der Mauer, wo
    sie leicht hätten umringt und beseitigt werden können, ..."
    "Der Sultan, jenseits des Grabens, bemerkte die Pa-
    nik. Mit dem Ruf : »Die Stadt ist unser !« befahl er die
    Janitscharen nochmals zum Sturmangriff und wink-
    te eine Kompanie unter Führung eines Riesen namens
    Hassan heran. Hassan hackte sich einen Weg über die
    niedergebrochene Palisade frei und galt somit als Ge-
    winner des versprochenen Preises. Einige dreißig Ja-
    nitscharen folgten ihm. Die Griechen stellten sie und
    leisteten verzweifelte Gegenwehr. Hassan selbst wur-
    de durch einen Hieb mit einem Stein auf die Knie ge-
    zwungen und erschlagen ; siebzehn seiner Kameraden
    fanden mit ihm den Tod. Aber die übrigen hielten ihre
    Stellungen auf der Palisade, und weitere Janitscharen
    stürmten zu ihrer Verstärkung heran. ...Signalzeichen gaben dem ganzen türkischen Heer
    den Durchbruch durch die Mauern bekannt."

    "Wie immer es sich im einzelnen verhalten haben mag,
    Sultan Mehmed war überzeugt, daß der Kaiser tot war.
    Er war jetzt nicht nur Sultan, sondern auch Erbe und
    Besitzer des alten Römischen Kaiserreichs.
    "
     
  14. Servus

    Servus Neues Mitglied

    Also hatt man Konstantinopel bzw das Byzantinische Reich (blödsinnig) verloren?
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2007
  15. Servus

    Servus Neues Mitglied

  16. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Es reicht doch, wenn du es verlinkst.
     
  17. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Nein, die relativ neue Militärtechnik der großen Kanonen hat das Schicksal Konstantinopels besiegelt.
    Wie ich schon schrieb:
    Adios, LG lynxxx
     
  18. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Die Orientkreuzzüge allgemein oder der 4. Kreuzzug speziell?
    Letzterer - also der 4. Kreuzzug 1202/04 - muß nämlich differenziert betrachtet werden: in seiner ursprünglichen Zielstellung steht er im selben Kontext wie die anderen, doch das Kreuzfahrerheer (genauer gesagt der Teil, welcher übrig blieb, als sich vor Zara bzw. vor Byzanz jeweils bereits ein Teil des Heeres abgespalten hatte, weil man nicht gegen Christen kämpfen wollte) wurde in den byzantinischen Thronstreit verwickelt und mit den Interessen Venedigs verbandelt.
    Übrigens entspricht der verlinkte Artikel im Ökumenischen Heiligenlexikon nicht mehr ganz dem neuesten Forschungsstand...

    Hier ein paar Zeilen zum Lesen:
    Vierter Kreuzzug - Wikipedia
    http://www.geschichtsforum.de/232253-post189.html
    http://www.geschichtsforum.de/158811-post71.html
    http://www.geschichtsforum.de/106519-post3.html
     
  19. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Nein, das kann man so nicht sagen!

    Das Byzantinische Reich war zu diesem Zeitpunkt längst auf Konstantinopel und sein unmittelbares Umland zusammengeschrumpft. Es war somit nur noch eine Frage der Zeit, bis die Metropole den Türken in den Schoß fiel. Früher oder etwas später war das unvermeidlich.

    Allerdings ist festzustellen, dass die Einwohner Konstantinopels und der letzte byzantinische Kaiser mit bewundernswerter Tapferkeit eine völlig aussichtslose Sache verteidigten.
     
  20. Würde ich so nicht sehen. Sicher war das Reich stark geschwächt.
    Ich denke aber, dass letztlich das Schisma den Fall verursacht hat. Das Reich wurde vom "Westen" und vom Papst im Stich gelassen.
     

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