Ursprung der Kelten

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Gerald Hackl, 8. Mai 2007.

  1. Gerald Hackl

    Gerald Hackl Gesperrt

    Hy
    Meine Frage oder besser gesagt was denkt ihr über den Ursprung der Kelten?
    Wenn man man sich das Neolithikum näher betrachtet gibt es einige Zusammenhänge zw. den frühren Kulturen und den Kelten, wie z.B. den Schädelkult der aus einigen Funden datiert ist im heutigen Ostösterreich, Es gibt auch kleinere Zusammenhänge des Hausbau die aber keine eindeutigen Rückschlüsse führen woher die Kelten plötzlich kamen, weil diese Formen weit verbreitet waren. Die neolithischen Kulturen wie Glockenbecherkultur und Streitaxtkultur(Schnurkeramik) gelten als "Basisträger", Vorläufer der keltischen Kultur. Meine Fragen:
    1.Kennt ihr neolithische Kulturen die Ähnlichkeiten mit der der Kelten zeigen ?
    2.Manche meinen das der Einfall der Kurganvölker (aus der heutigen Wolga-Steppe) Mitträger od. gar Hauptträger der kelt. Kultur waren, Hügelgräber, Streitwagen... und später die Arestokratie der Kelten bildeten?
    3.Ob es nicht schon frühere Funde gibt als Hallstatt die auf die Kelten hinweisen?
     
  2. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

    Vom Neolithikum bis zur La-Tene Kultur ist aber ein weiter Schritt.
    Da haben die bronzezeitlichen Kulturen meiner Meinung nach mehr "Erbe" hinterlassen, z.B. die Urnenfelderkultur.
    Dazu kommt der Kontakt mit den Mittelmeervölkern, z.B. Etrusker, die deutlichen Einfluss auf die Hallstattkultur hatten.
     
  3. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    @ Gerhard Hackl:

    Die Gemeinsamkeiten liegen ja doch in der mitteleuropäischen agrarischen Lebensweise; ansonsten hatte sich in den über 1000 Jahren nach dem Ende des Neolithikums sehr viel verändert. Die Hallstattkultur war bereits wesentlich weiter entwickelt als neolithische; und das nicht allein deshalb, weil man nun Eisen gießen konnte.

    Die Kurgan-Hypothese wurde hier im Forum schon heiß diskutiert, mit Anhängern und Gegnern; ich halte sie für schwer beweisbar. Sollte es diese Einwanderung gegeben haben, standen deren Führer auf jeden Fall nicht mehr mit der keltischen Aristokratie in Verbindung - selbst der letzte Einfall nach der Theorie von Gimbutas ereignete sich über 2000 Jahre, bevor die Hallstattkultur zu fassen ist. Zu den direkten Vorläufern der Kelten dürften die Menschen der so genannten bronzezeitlichen "Urnenfelderkultur" gezählt haben. Diese Kultur war auch in etwa dort verbreitet, wo man die ältesten keltischen Siedlungskammern vermutet.


    Die Übergänge zwischen der späten Urnenfelder- und der frühen Hallstattkultur sind fließend.
     
  4. Gerald Hackl

    Gerald Hackl Gesperrt

    Also kann man schon irgendwie annehmen dass wirklich die ersten Kelten sprich die erste kelt.Kultur im Raum Salzburg Oberösterreich Süddeutschland zu suchen wäre?
     
  5. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der früheste Zeitpunkt, bei dem man von einer typisch "keltischen Kultur" sprechen kann, ist der Beginn de Hallstattzeit etwa um 750 v. Chr. Manche sprechen noch von Proto-Kelten und legen ihr Erscheinen auf frühestens 1200 v. Chr., womit dann das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Alle anderen Hypothesen, die noch weiter zurückgehen, sind spekulativ.

    Schon die Hallstattkultur ist nicht als originär "keltisch" anzusprechen, da sich in ihr auch andere Elemente finden, die man u.a.den Illyrern zuschreibt. Richtig "keltisch" wird es eigentlich erst zur La-Tène-Zeit ab etwa 500 v. Chr. Zu Beginn dieser Epoche erstreckt sich das Gebiet der Kelten über den ostfranzösischen und süddeutschen Raum, doch folgt die gewaltige Keltenexpansion auf dem Fuße, die sich dann über halb Europa erstreckt.
     
  6. Gerald Hackl

    Gerald Hackl Gesperrt

    Ich weiß jetzt nervt die frage schon aber geht man eher davon aus das neue Errungenschaften wie Eisenherstellung und andere Techniken dazu beitrugen oder aber es doch irgendwo Vorläufer gab und wenn, welche Kulturen würdet ihr sagen wären Vorläufer für die Hallsattzeit.Ich weiß die Urnenfelder-Kultur aber das besondere an den Grabsitten im Neolithikum haben den Anschein, dass sie ziemlich plötzlich und sehr regional auftreten. Mir ist durchaus bewußt, das es regen Kontakt zwischen den einzelnen Kulturen gab und jede von der anderen beinflusst wurde aber das besondere was mir aufgefallen ist, dass die einzelnen Sitten/Erscheinungen im Osten davor schon ziemlich häufig auftraten wie z.B: Hügelgräber, Höhensiedlungen, Grabbeigaben (vor allem Waffen) ....
     
  7. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die Urnenfelderzeit ist Teil der späten Bronzezeit und reicht etwa von 1300-800 v. Chr. Sie geht also der Hallstattzeit voran, gilt als Höhepunkt der Bronzeindustrie und ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Landwirtschaft. Der Leichenbrand der Toten wurde in Urnen beigesetzt, die man zu größeren Feldern (Friedhöfe) zusammenstellte.

    Hinter der weiträumigen Verbreitung verschiedener Keramik und Bronzen wie Schwerter, Messer, Schutz- und Trutzwaffen usw. vermutete man früher ethnisch einheitliche Träger, wobei vielfach die Illyrer genannt wurden. Man nahm auch die Ausbreitung von einem Zentrum an (Lausitz). Heute ist man da vorsichtiger und vermutet komplexere ethnische Zusammenhänge, wobei vieles Spekulation bleibt.

    Die Hügelgräberkultur umfasst einen Zeitabschnitt, der etwa vom 16.-13. Jh. v. Chr. reicht, womit sie der Urnenfelderkultur vorangeht. Kennzeichnende Bestattungsform ist der Hügel, die ethnischen Zusammenhänge sind ungeklärt.Die Verbreitung erstreckt sich vom Karpatenbecken bis Ostfrankreich, umfasst also weiträumig Mitteleuropa.
    Als Erfinder Eisentechnologie nimmt man vielfach die Hethiter an, die die Technik möglicherweise um 1400 v. Chr. erfunden haben. Die Bezeichnung "Isarnon" soll dann zusammen mit der Technologie von Kleinasien aus nach Europa gewandert sein. Ob es wirklich die Hethiter waren, ist aber strittig.
     
  8. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Hmmm. Ich dachte das Wort "Isarnon" ins seinen Abwandlungen wäre nur im keltischen und germanischen Sprachraum gebräuchlich ...

    Nachtrag:

    http://www.ceantar.org/Dicts/MB2/mb22.html#iarunn
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Mai 2007
  9. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Ja, natürlich hast du recht! Die Herkunft des Wortes "Eisen" ist vermutlich illyrischen Ursprungs, wie es die Hethiter nannten entzieht meiner Kenntnis, sofern man das überhaupt weiß.! Nach einer verbreiteten Hypothese verhält sich das angeblich so:

    Erfinder der Eisentechnologie sollen die Hethiter sein, die von 1400-1200 v. Chr. eine Art Eisenmonopol in Vorderasien besaßen. Die Kenntnis der neuen Technik ging wohl von ihnen auf die Völker des Vorderen Orients und auf die frühen Griechen über. Von der Balkanhalbinsel aus verbreitete sich die Technik der Eisenverarbeitung über ganz Europa, wobei eine Fülle von Kulturkreisen entstand.

    Ein Beispiel für die Weitergabe solcher Kenntnisse ist das Wort "Eisen", dass sich auf das illyrische "isarnon" zurückführen lässt und als Iron im englischen auftaucht. Andere Völker haben dafür auch andere Bezeichnungen.

    Vielleicht weiß jemand noch mehr darüber?
     
  10. hyokkose

    hyokkose Gast


    Das hethitische Wort für das Eisen ist "hapalki".

    Auf welche Fakten stützt sich die Vermutung von der illyrischen Herkunft des Wortes "Eisen"?
     
  11. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Es ist m.W. immer noch gängige Meinung, dass der Ursprung keltisch ist. Was mich dabei stutzig macht, ist die Ähnlichkeit zum germanischen "Eis", während die keltischen Sprachen dafür andere Wörter haben. Logisch für eine Etymologie wäre es eher, wenn sich ein germanisches Wort für "Eis" auf das Metall übertragen hätte und danach in die Nachbarsprachen gewandert wäre (Keltisch u. Slawisch).

    Nur wenige Forscher sehen wohl eine Verbindung bis ins IE (ayos, ayes), weil es lautlichen Regeln nicht entspricht.

    Tja, wieder so ein Rätsel.
     
  12. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Schönen Dank für das hethitische Wort "Eisen". Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn es in irgendeiner Weise zu "iron" oder so passen würde.

    Die angeblich illyrische Herkunft von "isarnon" kann ich keineswegs belegen, sondern habe das mal vor langer Zeit so gelesen. Es wäre jedoch immerhin denkbar, da man die Illyrer als wichtige Träger der eisenzeitlichen Hallstattkultur betrachtet, und die Technik der Eisenverarbeitung wohl vom Balkan nach Norden vordrang. - All das ist durchaus spekulativ!

    Ich habe eben bei einem Sprung ins Internet auch nur gelesen, dass "isarnon" keltischen Ursprungs ist. Also wird sich das wohl auch so verhalten und man muss eine illyrische Wurzel ausscheiden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Mai 2007

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