Ursprung Volk der Maya / Asien?

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von Pakal, 18. Mai 2013.

  1. Pakal

    Pakal Neues Mitglied

    Hallo,

    mein Name ist Ammon und ich bin neu hier im Forum. Ich interessiere mich dafür ob es kulturelle Verbindungen zwischen Asien und den mesoamerikanischen Kulturen gibt Grund dafür ist das ich Guatemalteke bin und meine Eltern (und somit auch ich ha ha) zum Volk der Cakchiquel gehören, also Maya sind. Ich interessiere mich sehr für die Geschichte meines Volkes und unsere Herkunft. Was das mit Asien zu tun hat?

    Es gibt die Theorie das Amerika von den Ureinwohnern Koreas und Japans vor etwa 17.000 Jahren besiedelt wurde. Beweisen lässt sich das schwer. Es gibt eine gewissen optische Ähnlichkeit zwischen uns und den Ainu. Ich bin schon manchmal gefragt worden ob ich Japaner bin.

    Viel mehr interessieren mich aber Gemeinsamkeiten in der Kultur. Es gibt ein paar Grundlagen in unserer Maya Religion und im Shinto die sich sehr ähnlich sind. Bei beiden steht die Sonne im Mittelpunkt. Unser Sonnengott Q'uq'umatz und die japanische Sonnengöttin Amaterasu werden bei beiden Kulturen als höchster Gott verehrt sind aber nicht Erschaffer des Universums. Erschaffer des Universums sind in der japanischen Mythologie Izanagi und Izanami bei uns Maya ist es der Gott Izamna. Da verblüfft vor allem neben der ähnlichen Ideologie der fast gleiche Name der Götter.

    Das sind Ähnlichkeiten zwischen den beiden Kulturen heute und ich denke es gibt noch viel mehr wenn man die Jomon Periode vergleichend anschaut. Ich weiß das das vielleicht sehr spezielles Thema ist aber ich hoffe das sich dafür hier vielleicht auch ein paar Leute interessieren und ich ein wenig lernen kann.
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ähnlichkeiten zwischen der Kultur der Maya und Kulturen auf anderen Kontinenten sind zufällig. Dass z.B. die Sonne als zentrales lebenspendendes Symbol bei vielen Völkern verehrt wird, ist nicht ungewöhnlich. Neben den Ägyptern verehrten die Griechen den Sonnengott Helios und bei den Römern der Kaiserzeit war der Sonnengott Sol Invictus - der unbesiegbare Sonnengott - äußerst populär. Eine Sonnenverehrung findet sich auch bei den Kelten und einer Reihe antiker und vorantiker Völker.

    Was die ägyptischen Pyramiden angeht, so gibt es hinsichtlich ihrer Ähnlichkeit mit Maya-Pyramiden zunächst chronologische Probleme. Die Ägypter bauten ihre Pyramiden vor rund 4000 Jahren, während die Mayakultur nachchristlich ist. Zwischen den beiden Kulturen (Ägypten Altes Reich) liegen also etwa 2500 Jahre. Selbst wenn also Pyramidenbauer aus Ägypten nach Amerika gelangt wären, hätten ihre architektonischen Kenntnisse 2500 Jahre geruht, bis jemand auf die Idee gekommen wäre, sie weiterzugeben bzw. umzusetzen.

    Man kann immer wieder feststellen, dass gleiche Probleme oft zu gleichen Lösungen führen, was voneinander unabhängig geschieht und wobei es nicht zwingend eine Verbindung geben muss. Als die Ägypter ihre Pyramiden erbauten, herrschte in Europa noch die Steinzeit und die amerikanischen Hochkulturen sind alle weitaus jünger als diejenigen Ägyptens oder Vorderasiens.

    Das bedeutet, dass es kine Verbindung zwischen den Kulturen Ägyptens und denen Mesoamerikas gegeben hat und Ähnlichkeiten auf Zufällen beruhen.
     
  3. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    So abwegig erscheint mir das nicht zu sein. Die genetische Ähnlichkeit zwischen verschiedenen indianischen Völkern mit Japanern und anderen Asiaten gilt doch, meines Wissens nach als nachgewiesen.
     
  4. Pakal

    Pakal Neues Mitglied

    Ich wurde schon ein paar mal gefragt ob ich Japaner bin. ^^ Also ein wenig anders sehen wir aus aber schon ziemlich ähnlich.
     
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ich kenne mich zwar mit der japanischen Kultur und Mythologie überhaupt nicht aus, finde aber die von Dir beschriebene Namensähnlichkeit des Welterschaffers sehr verblüffend.
     
  6. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Außerdem ist Pyramide nicht gleich Pyramide. Die ägyptischen Pyramiden unterschieden sich von denen Mesoamerikas deutlich, auch wenn heute für beide die gleiche Bezeichnung verwendet wird. Da wäre einerseits die Form: Die ägyptischen Pyramiden waren (nach der Stufenpyramide Djosers) geometrisch echte Pyramiden mit ursprünglich glatter Oberfläche. Die mesoamerikanischen Pyramiden hingegen bestanden normalerweise aus mehreren Stufen übereinander, hatten Treppen, und oben stand ein Tempel. Andererseits wäre da noch der Zweck: Die ägyptischen Pyramiden waren Gräber. In den mesoamerikanischen wurden zwar auch manchmal Bestattungen vorgenommen, aber in erster Linie waren sie Tempel.
     
  7. Pakal

    Pakal Neues Mitglied

    Also ich finde unsere Pyramiden haben gar nichts im ägyptischen Pyramiden gemeinsam. Wie Ravenik schon sagt sehen unsere ganz anders aus. Sind oft auch viel steiler und hatten ganz anderen Sinn als die Pyramiden in Ägypten. Dazu kommt das unsere Pyramiden immer in ihrer Gesamtheit etwas darstellten und erschufen. Viele sind extra so ausgerichtet und gebaut dass sie ein Echo werfen, dass den Ruf des Quetzal reflektiert, wenn man davor in die Hände klatscht. Außerdem dienten sie als Kalender und haben die Funktion bis heute. Viele Leute in unseren Gebieten achten darauf wenn bestimmte Schatten geworfen werden und wissen so wann Aussaatzeit ist. Die Pyramiden haben in Mexico und Guatemala bei vielen Maya bis heute Ihren Sinn behalten. Deswegen gibt es auch immer große Demonstrationen wenn mal wieder irgend ein dummer Pop Star wie Elton John dort ein Konzert geben will.
     
  8. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Vor 11000 bis 20 000 Jahren erreichten mehrere Wellen ostasiatischer Jäger und Sammler den amerikanischen Kontinent. Es ist sehr zweifelhaft, ob sie bereits zu jener Zeit die Sonnenverehrung praktizierten. Ebenso zweifelhaft ist es, ob die japanische Amaterasu die Ahnfrau der Maya-Gottheit ist. In vielen späteren Kulturen schließlich standen Sonnengottheiten im Zentrum des religiösen Pantheons.

    Am wahrscheinlichsten ist es anzunehmen, dass die Sonnengottheit der Maya autochthon auf Mayagebiet entstand.
     
  9. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Nun ja, die ägyptischen Pyramiden standen hier doch gar nicht zur Debatte? Die "Ähnlichkeit" dieser zwei Pyramidenarten wurde, wenn ich mich recht erinnere, auch schon hier im Forum diskutiert und ich glaube es gab gute Argumente, die gegen einen Zusammenhang sprachen.

    Nun zu deinem Thema, Ammon.
    Auch ich finde die Ähnlichkeiten der Götternamen sehr verblüffend und hochinteressant. Ich werde mal ein bisschen nachforschen ob ich irgendwo etwas finden kann, das für dich vielleicht interessant ist.
     
  10. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ähnlichkeiten zwischen Kultformen ergeben sich überall auf der Welt. Amaterasu ist sicher keine Blutsverwandte des Mayagottes Itzamnu, trotz der Namensähnlichkeit.
     
  11. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Mir ist natürlich bewusst, dass Ähnlichkeiten kein Beweis für einen Zusammenhang sind und Kulturen sich überall auf der Welt gleichen.

    Ich interessiere mich auch nicht für Amaterasu (zumindest nicht in diesem Zusammenhang) sondern für Izanagi/Izanami und die Namensähnlichkeit zu Itzamnu. Mag es auch nur ein Zufall sein, was ich schon glaube, ich finde es trotzdem einfach interessant und sehe es als Anlass, mich wieder einmal mit den Maya zu beschäftigen. :)
     
  12. Pakal

    Pakal Neues Mitglied

    Hast du meinen Text überhaupt gelesen? Es geht gar nicht um Amaterasu. Die wurde in Japan erst viel später durch Kaiserin Suiko eingeführt um ihre weibliche Herschaft zu rechtfertigen. Es geht um die japanische Schöpfergötter Izanami und Izanagi, die weitaus älter als der Amaterasu Kult sind und sich teilweise sogar in der Ainu Kultur finden.
     
  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das kommt auf das gleiche raus: Ob Himmels- oder Schöpfergottheiten oder andere Götter - es gibt keine Verbindung zwischen Japan und Mittelamerika. Es ist kaum anzunehmen, dass eine Gottheit über mehr als 15 ßßß Jahre (oder noch länger) ihren Namen von den ostasiatischen Jägern und Sammlern bis zu den Maya bewahrt hat.
     
  14. Pakal

    Pakal Neues Mitglied

    Die Verbindung zwischen Japan (und dem nördlichen Ostasien) und Mittelalmerika gibt es durchaus. Immerhin kommen wir von dort. Wir sind jedenfalls nicht über die Antarktis eingewandert ;)
     
  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Diese Behauptung ist bis heute umstritten.
     
  16. Pakal

    Pakal Neues Mitglied

    Ist sie nicht da eine Besiedlung nur über die Beringstraße möglich war.
     
  17. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Haben wir uns da missverstanden?

    Ich wollte sagen, dass die Besiedlung Amerikas nach Ansicht der meisten Forscher während der letzten Eiszeit über die Beringstraße erfolgte, wo damals noch eine Landbrücke bestand. Von Alaska breiteten sich die ostasiatischen Einwanderer nach dieser Hypothese bis Feuerland aus. Allerdings gibt es auch noch die Küstentheorie die besagt, dass Seefahrer aus der Region Japan und Südostasien die Westküste des amerikanischen Kontinents besiedelt hätten.

    Wie ich aber oben schon sagte, kann ich mir nicht vorstellen, dass bestimmte Götter oder Kulte, die die ostasiatischen Migranten vor 12 000 oder 20 000 Jahren mitbrachten, bis in die Zeiten der Maya oder Azteken überlebten - trotz der von dir genannten Namensähnlichkeit zwischen den japanischen Göttern Izanagi und Izanami und dem Maya-Gott Izamna.

    Was die Indogermanen betrifft, so haben Untersuchungen von Indogermanisten ergeben, dass der Name ihres Himmelsgottes etwa 5000 Jahre zurückverfolgt werden kann: Dies pitar/Jupiter (lateinisch), Zeus (griech.), Dyaus pitar (indisch), Dei-páturos (illyrisch), Ziu (germanisch) usw. Die indogermanische Urform, die Linguisten aus der rekonstruierten idg. Grundsprache ermittelten, heißt *deiwos = Gott.
     
  18. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ob Japan Zwischenstation darstellte, und wie die genetischen Trennungen zwischen der Besiedlung Nord-, Mittel- und Südamerikas erfolgten, kann wohl offen bleiben.

    Die gängigen (mehrere Dutzend) Studien zu Blutgruppen und Proteinen, mtDNA, Y-Chromosonen, Autosome sowie dadurch verbreitete Mikroorganismen setzen unterschiedliche Herkunftsbereiche an:

    - Altai und Südsibirien (vorwiegend mtDNA),
    - südliches Mittelsibirien, Amur, Okhkotsk-Region (vorwiegend Y)
    - Mongolei/Mandschurei (Autosome, Parasiten)

    Siehe auch Salzano, The Prehistoric Colonization of America, in: Anthropological Genetics, S. 433 mit den Tabellen zu den verschiedenen Studien. Die archäologischen Untersuchungen berücksichtigt er hierbei auch, wobei neben den gängigen, und bereits von Dieter genannten 12.000 Jahren insbesondere Old Crow hervorsticht (Roosevelt, Lavalee: 27.000 Jahre)
    Old Crow, Yukon - Wikipedia, the free encyclopedia
    Die humangenetischen Untersuchungen der Einwanderungswellen reichen von 9000 bis 37.000 BP.

    Der Aufsatz ist recht interessant, weil er interdisziplinär alle Studien bis 2006 zusammenfasst.
     
  19. Pakal

    Pakal Neues Mitglied

    Also ein paar Gemeinsamkeiten gibt es schon denke ich. Vor allem vom Aussehen.
     
  20. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das Aussehen ist so eine Sache, auf die man sich nie verlassen kann... schauen wir auf einen anderen Kontinent, in ein anderes Land, nämlich Russland:
    dieser prominente Herr Datei:Abraham Hanibal.jpg ? Wikipedia ist der Vorfahre dieses prominenten Herrn Datei:Kiprensky Pushkin.jpg ? Wikipedia und dieser Dame Datei:Sofija Torby.jpg ? Wikipedia -- also in dieser sehr (!) prominenten russischen Familie hat das mit dem "Aussehen" nicht so geklappt... :winke: :grübel::D :still:
     

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