Veränderung der Kunst in den 20ern, mit welcher Reaktion?

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von Darling, 25. Januar 2006.

  1. Darling

    Darling Neues Mitglied

    In den 20ern gab es viele schnellen Veränderungen in kurzer Zeit. Unter anderem auch in dem Bereich Kunst. Die Zeit der Abstrakten Malerei (Dadaismus und Surralismus) sowie die neue Sachlichkeit begann.
    Meine Frage ist nun wie reagierten die Menschen auf die neue KÜNSTLERISCHE ZEIT?
     
  2. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    "Die" Menschen reagierten sicherlich damals unterschiedlich nach Bevölkerugsschichten und Lebensumständen - wie heute auch auf Neues, Abstraktes..etc.

    für die Weimarer Zeit find ich gut zum Einlesen : :)

    http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/kunst/

    http://www.hr-online.de/website/specials/wissen/index.jsp?rubrik=6562&key=standard_document_2525246
     
  3. arch-angelsk

    arch-angelsk Neues Mitglied

    Allgemein zur Frage der Lebensideologie (und Kunst), die getrost als Frage und Suche in einer Krise beschrieben werden kann. Wobei die Auflistung der zeitlichen Phasen jede einzelne Phase gegenüber der anderen schärfer und präziser abgrenzen läßt.

    1. Phase (ca. 1890-1910): Die individualistische bzw. sektiererische Tendenz dominiert. Die zeitgenössische Gesellschaft wird eher verächtlich ignoriert als konkret kritisiert. Erotische, ästhetische und religiöse Lebenskulte dominieren, gesellschaftliche Veränderungen werden über "seelische Wiedergeburt" angestrebt. (Daneben besteht aber auch eine starke Strömung des "Heroischen Pessimismus".)

    2. Phase (ca.1910-1920): Die Kritik verschärft sich, die existentielle "Krisen"-Erfahrung gerät gegenüber dem "Lebens"-Rausch in den Vordergrund. Das prophetische bzw. künstlerisch-avantgardistische Selbstverständnis der 1.Phase politisiert sich und wendet sich nach außen. Aus dem apokalyptischen Geschichtsbewusstsein entsteht das Konzept einer "Transzendentalpolitik". Die vitale "Tat" als kurzschlussartige Überbrückung der Entfremdung von "Geist" und "Leben", intellektuelle Elite und "Masse" rückt ins Zentrum.

    3. Phase (ca.1920-1930): Das Scheitern der "transzendentalpolitischen" Utopien führt zur "Desillusionierung". Man interessiert sich für vorher verachtete profane Wirklichkeitsbereiche: Soziologie und Technik. Der neusachliche Intellektuelle versteht sich als distanzierter Kritiker und Seismograph, bestenfalls als Katalysator (und nicht mehr als aktiver "Führer") sozialer Umwälzungen. Der utopische Appell schwingt weiter mit, wird aber kaum mehr ausformuliert. Mehr oder weniger konkretes realpolitisches Engagement (Zeitromane, Publizistik).

    4. Phase (1930-1945): Resignativer Rückzug des Einzelnen vor der Massengesellschaft, die man lebensideologisch als dämonisches Schicksal interpretiert. Zunehmendes Ordnungsdenken bei Ablehnung des Dynamismus der radikalen Lebensideologie. Die Kulturkritik wird sehr allgemein und grundsätzlich, sie beklagt mehr die "conditio humana" als auf konkrete Veränderung zu zielen. Das metaphysische Element schiebt sich erneut in den Vordergrund.

    5. Phase (nach 1945): Das spezifisch lebensideologische Krisenbewußtsein weitet sich so sehr ins Ontologische und/oder Metaphysische aus, daß die utopische, auf die politische Überwindung der "Krise" zielende Komponente verloren geht. In der Literatur wird die metaphysische Existenzphilosophie von einer ästhetischen Existenzphilosophie verdrängt. Es kommt zu einer Restauration des bildungsbürgerlichen Individualismus, der sich im überzeitlichen Bereich der Kultur und des Humanismus gemütlich einrichtet. Das dynamistische Polaritätsdenken der Lebensideologie wird endgültig vom statischen Kult der "Mitte" abgelöst, dessen komplementäre Ergänzung der apokalyptische Kult der reinen Entfremdung ist (mit den Säulenheiligen Kafka und Beckett). Das lebensideologische Denkmodell löst sich im Ungefähren auf und verliert seine Virulenz.

    Grob gesagt finde ich es weniger interessant was die "Menschen" zur neueren Zeit(en) sagen, als vielmehr die Reaktion und Reflektion der sog. kulturellen "Eliten", egal welcher couleur.​
     
  4. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied

    Ein paar Details habe ich gefunden, an denen du mit deiner Suche im Netz vielleicht weitermachen könntest, z.B.
    über die Wirkung von Max Ernst auf die Kölner: http://www.cologneweb.com/maxernst.htm
    über Dada in Wien: http://www.squat.net//de/news/dada180302.html
    über das Cabaret Voltaire : http://www.jolifanto.de/karawane/karawane.htm und http://de.wikipedia.org/wiki/Cabaret_Voltaire
    über die Entstehung und Entwicklung des Dadaismus: http://www.luise-berlin.de/lesezei/Blz98_11/text01.htm und
    Literatur über K. Schwitters: Hereth, Hans J. Die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte von Kurt Schwitters, dargestellt anhand seines Gedichts "An Anna Blume", Ort(?)1996
    Viel Erfolg!
     

Diese Seite empfehlen