Völkermord Herero - Problemfrage stellen

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Shrederman, 18. Dezember 2012.

  1. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Wenn ich rot bommeln würde, wäre mein Name dahinter. Diese anonymen Attacken finde ich feige, mal ganz abgesehen davon, daß ich es vorziehe, dann im betreffenden thread meine Meinung dazu zu sagen. Du vermutest also richtig.
    Zu deiner Frage, in posting 125 gehe ich darauf ein. Riothamus hat mich nicht der Holocaust-Leugnung bezichtet. Er fragte mich, "Ist Dir klar, dass das ein Lieblingsargument der Holocaust-Leugner ist?" Worauf ich antwortete:"Das ist doch nun wieder Polemik. wieso kommst du jetzt auch auf die Holocaust-Leugnung. Habe ich die irgendwo in einem Sinne erwähnt, daß es vermuten läßt ich würde den Holocaust leugnen." Riothamus nennt mich also nicht Holocaust-Leugner. Ich habe mich vielleicht nicht ganz präzise in meiner Antwort ausgedrückt. Ich werfe ihm nicht vor mich als solchen zu beleidigen. Mich brachte allerdings die Gleichsetzung meiner Argumente mit denen von Holocaust-Leugnern auf die Palme, denn ich leugne nicht Verbrechen per se, zumindest nicht dort, wo sie direkt von Deutschen begangen werden. Ich bekenne auch eine moralische Schuld Deutschlands. Ich sehe zugegeben auch eine Teilschuld für die Opfer bei den Kapitänen. ich möchte aber nochmal klarstellen, daß es in diesem Zusammenhang nicht meine Absicht ist von Trotha reinzuwaschen oder irgendjemand sonst.
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    1. Du hast behauptet, ich hätte Dir Holocaust-Leugnung unterstellt. Diesen Beleg bist Du schuldig geblieben.

    2. Du zitierst permanent Autoren, die den Genozid an den Herero leugnen

    3. Du leugnest selber den Genozid an den Herero und das ist ja die ganze Zeit das zentrale Thema.

    4. Woher kommt also die Aufregung, wenn Du als Genozid-Leugner benannt wirst?

    Und es gibt keinen Grund mich für etwas zu entschuldigen, was objektiv bei Dir vorliegt und ich gleichzeitig die Textpassage von mir aus !!!! zurück genommen habe.

    Ansonsten besteht Geschichtsschreibung aus Revisionismus.

    Rein Interesse halber: Wer ist denn wegen der Leugnung eines Genozids (also nicht der Holocaust) verurteilt worden? Nur damit ich die Reihe kennen lerne, in die ich Dich da angeblich gestellt habe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juni 2016
  3. beorna

    beorna Neues Mitglied

    1) ich behaupte nicht, du hast mir Holocaust-Leugnung vorgeworfen. Ich habe gezeigt, daß du mich mit Holocaust-Leugnern in eine Ecke schieben willst!

    2) ich zitiere Autoren, die einem Genozid widersprechen und ihn anhand von Fakten zu widerlegen versuchen. Genauso wie du Autoren zitierst, die einen Genozid behaupten und dies ihrerseits mit Fakten zu belegen versuchen.

    3) ich leugne nicht, dafür müßte der Genozid eindeutig bewiesen sein. Wie ich anhand einiger Punkte gezeigt habe, gibt es daran durchaus Zweifel, angefangen mit dem Vernichtungsbefehl, über die Opferzahlen, bis hin zur Position der Reichsregierung und der Intention der britischen Regierung.

    4)Was für eine bornierte Frage! "hey beorna, wieso regst du dich auf, wenn ich dich mit verurteilten Neo-Nazis in einen Topf werfe?".

    Du schreibst, die Passage wäre von dir gelöscht worden, bevor ich sie in nachfolgenden Beiträgen zitieren konnte! Wie posting 87 beweist, ist diese Erklärung von dir eine LÜGE!
    Und um die Lüge noch größer zu machen, wirfst du mir jetzt auch noch politische Dramatik vor. Was kommt denn bald noch von dir? Bin ich bald bei pegida und AfD-Wähler? Um dem vorzugreifen, ich bin beides nicht!

    Leugnung ist negativ. Damit setzt du von vornherein Gegenargumente herab. Und das willst du ja auch! Genauso gut könnte ich dir Relativierung des Holocausts vorwerfen, weil du den Tod von ein paar Tausend Herero mit dem singulären Ereignis des Holocaust gleichsetzen willst und die millionenfachen Opfer des Nationalsozialismus damit herabwürdigst.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Dazu der Sachverhalt aus dem Forenprotokoll (Datum 14.6.2016):

    Der fragliche Beitrag von thanepower wurde um 14.35 Uhr geschrieben.

    Die Passage zur Genozidleugnung (von Holocaustleugnung ist wie aus Beornas Zitat ersichtlich keine Rede) wurde von thanepower - wie beschrieben - um 14.47 Uhr selber wieder gelöscht.

    Der Beitrag von Beorna, der die gelöscht Passage thanepowers zitiert, wurde erst um 14.54 Uhr geschrieben. Die Passage war bereits gelöscht, als Beorna sie erneut zitiert hat.


    Und jetzt schaltet mal einen Gang runter! Wenn hier Unklarheiten bestehen, oder Ausdeutungen vorgenommen werden, kann das per PN geklärt werden. Und wenn das nicht reicht, können die hier nicht mitbefassten Mods das entscheiden.
     
  5. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Als ich auf thanepower antwortete war sie noch da, sonst hätte ich sie nicht zitieren können. Das ist Fakt. Außerdem, wenn ich jemanden beleidige, reicht es nicht die Stelle dann schnell zu löschen.
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das habe ich nicht in Abrede gestellt.

    Als Du dann Deinen Beitrag gepostet hast, war sie von thanepower gelöscht. Die gegenseitigen Vorwürfe (Beleidigung, Lüge) solltet Ihr untereinander klären, und wenn das unter langjährigen Mitgliedern nicht allein geht, einen hier nicht befassten Moderator kontaktieren.

    Siehe Anlage:
     

    Anhänge:

  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  8. beorna

    beorna Neues Mitglied

  9. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    (Vor-Satz: Viele Diskussionen über das heikle Thema Völkermord landen [enden] früher oder später beim Holocaust. Ist das eine Konsequenz der Kontinuitätsthese oder liegt dem ein sonstwie gearteter Mechanismus zugrunde?)

    Den Spiegel-Artikel habe ich gelesen. Der Protagonist Schneider-Waterberg ist durchaus kein Unbekannter: Drei Aufsätze von ihm stehen, z.T. seit 12 Jahren, im Internetportal Traditionsverband ehem. Schutz- und Überseetruppen - Freunde der früheren deutschen Schutzgebiete e.V., weshalb der Neuigkeitswert des Artikels mindestens fraglich ist. Unser Mitglied Arne (was ist aus ihm geworden?) könnte dazu Einiges ausführen.

    Übrigens hat Papst Franziskus vor ein paar Tagen indirekt das Thema berührt, als er in Armenien weilte (zitiert nach "Zeit online"): "Diese Tragödie, dieser Genozid [an den Armeniern] hat leider die traurige Liste der entsetzlichen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts eröffnet, die von anormalen rassistischen, ideologischen oder religiösen Motivationen ermöglicht wurden".

    Heißt das logischerweise, die Niederwerfung des Herero-Aufstands wäre nicht unter den Begriff Genozid zu subsumieren? Kann jemand mit einer besseren Logik dienen?


     
  10. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Nein, ich verstehe das genauso. Er bezieht auf alles danach.

    Wobei ich sagen müssen, ich würde die Aussage von ihm nicht wortwörtlich nehmen.
     
  11. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Könntest Du vielleicht eine Zusammenfassung des Artikels machen? Oben im Artikel steht : "Neue Forschungen wecken aber Zweifel, dass es einen Genozid gab." Was sind das für Forschungsergebnisse, die diese Zweifel entstehen lassen?
     
  12. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Schneider-Waterberg ist studierter Agrarwissenschaftler und offenbar so eine Art namibischer Heimatforscher. Seine Hauptargumente sind, dass die Darstellung des Herero-Aufstandes durch linksideologische Propaganda domniert sei. Dies lastet er DDR-Historikern und der 68er-Bewegung an. Hierbei seien auch Quellen verfälscht und manipuliert worden.

    Wer erkennt hier keine reaktionären Gedanken? Kolonialismus wurde also zu Unterdrückung umgedeutet. Was ist aber könnte die wahrhaftige Bedeutung des deutschen Kolonialismus sein? :grübel:
    Angesichts solcher zeitgenössischen Streitfragen wie, sind die noch "Arbeitsmaterial" (Leutwein) oder müssen die weg (von Trotha), fällt mir eigentlich nichts anderes als Unterdrückung ein.
    (Ich möchte darauf hinweisen, dass es mir jetzt nicht um das "in die rechte Ecke stellen" geht, sondern viel mehr um das aufzeigen von Denkfehlern.)

    Für Schneider-Waterberg ist das nicht die einzige Verschwörung. Seine Theorie ist weitaus komplexer. Auch von Trothas Befehl, die Herero zu vernichten, sei gar nicht so gemeint gewesen, sondern sei vielmehr eine Art Propagandacoup von Trothas um von der eigenen militärischen Niederlage abzulenken. Alternativ argumentiert Müller-Waterberg, es sei aufgrund der Grausamkeiten der Herero zumindest gerechtfertigt oder die anderen Kolonialmächte seien auch nicht besser gewesen. Natürlich verweist er noch auf bestehende Forschungslücken, sodass keine abschließende Einschätzung der Frage Genozid oder nicht möglich sei.
     
  13. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

  14. beorna

    beorna Neues Mitglied

  15. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die Kolonialpolitik des Deutschen Reichs in DSWA wurde aus einer Reihe von Einflüssen gespeist. Die Eigendynamik der Diskussion der „Kolonialräsonierenden“ im Deutschen Reich erklärt dabei zumindest teilweise, welche Sichten aus dem Zentrum in die koloniale Peripherie vorhanden waren und haben die Optionen für die beteiligten Akteure auf der ideologischen Ebene mit definiert und auch teilweise begrenzt.

    Und es zeigt teilweise auch wie viele Gemeinsamkeiten in der Kolonialpolitik / Außenpolitik zwischen dem Deutschen Reich und den rivalisierenden Großmächten vorhanden waren, aber auch zentrale Unterschiede im Bereich seiner Innenpolitik.

    In der Folge der Berliner Konferenz / Kongokonferenz 1885 wurde die Art und Ausrichtung des Imperialismus der Großmächte dynamisiert und der Besitzstand veränderte sich von kolonialen Einflußbereichen in Richtung auf eine „präzise“ Grenzziehung und somit verbindliche Aufteilung beispielsweise von Afrika. Unter anderem mit fatalen Folgen für die Situation der Bevölkerung in Afrika und ihr Zusammenleben.

    Die Konsequenz war zum einen die deutliche Beschleunigung der Landnahme in Afrika durch die Großmächte, die zum „Scramble for Africa“ führte, so beispielsweise Pakenham (vgl. z.B. Karte vor dem Scramble S. 19 und nachher S. 670).

    Und andererseits der Navalismus / Imperialismus der Großmächte an Bedeutung gewann und die maritimen Fähigkeiten über die „Power-Projection“ den Status der jeweiligen Großmacht entschied. Und sie über die maritimen Kapazitäten das entsprechende Drohpotential aufbauen konnte, ihre hegemonialen Ansprüche in bestimmten Regionen gegen ihre Rivalen duchzusetzen (vgl. beispielsweise Hobson) Diese Aspekte waren sehr deutlich während der maritimen Konfrontationen in der Venezuela-Krise (1902/03) und vor Manila (1898) zu erkennen

    So schreibt Lowe: „All the great powers had some diplomatic objectives in common. If the most obvious was security from invasion, the maintenance of prestige was almost as important as the defence of their national interest, political and economic.“(S. 4)

    Diese Sicht auf den Status der jeweiligen Großmächte ist insofern von Bedeutung als es die ökonomische Erklärung – als Form der Ausbeutung - für den Imperialismus der Großmächte durch eine politische Erklärung ergänzt, die auf politische Hegemonie und Statussicherung als Großmacht abzielte.

    Die reale geringe ökonomische Bedeutung der Kolonien für das Deutsche Reich läßt sich beispielsweise daran verdeutlichen, dass das DR nach Belgien 1912 fünfmal mehr exportierte wie in alle Kolonien zusammen, so Gann und Duignan (S. 213 ff).

    Für die Einschätzng der Kolonien kann man dementsprechend formulieren: „An economic rationale for empire was therefore difficult to adduce and Reichstag members from the Left and Catholic Center, …, objected tot he taxtion of Germans fort he supposed benefits of empire“ (Knoll, S. IX)

    Darüberhinaus zeigten Investoren aus dem Deutschen Reich nur ein mäßiges Interesse in Regionen in Afrika (für Lateinamerika und in Fernost gilt entsprechendes) zu investieren, die ein hohes ökonomisches und finanzielles Risiko bargen. „If the German African empire had been measured against the criterion of economic utility, the Reich should have traded or sold it before empire`s demise in the First world War. (Knoll, S. IX).

    In dieser historischen Situation um 1900 war die allgemeine Haltung, abgesehen von den organisierten Befürwortern des deutschen Kolonialismus primär in den Kolonialvereinen , so, dass Knoll formuliert: „Many Germans were as apathic about empire as many Frenchmen were.“ (Knoll, S. IX).

    Vor diesem Hintergrund fand die Diskussion über die Bedeutung der Kolonien und dem nationalen Geltungsdrang (Platz an der Sonne) im Deutschen Reich eingebettet in einen insgesamt „umfassenden Krisendiskurs und damit Teil des Selbst-Verständigungsprozesses vor allem innerhalb des deutschen Bürgertums im Kaiserreich“ statt (Kundrus, S. 281)

    In diesem Sinne beschreibt Kundrus den Diskurs des deutschen Bürgertums über die Rolle zu den Kolonien dahingehend, dass das Gefühl, eine überlegene Kolonialmacht zu sein durch Ängste konterkariert wurde, den internationalen Anforderungen als Großmacht zu agieren nicht gerecht zu werden. Ebenso wurde vor allem Afrika als eine schwer kalkulierbare Bedrohung und Herausforderung wahrgenommen, die zu einer „mentalen Verformung“ der eigenen deutschen Identität führt. (Kundrus, S. 281)

    „Die kollektive Selbstidentifikation als höchst labile Nation, die deshalb nach Beweisen der eigenen Stärke suchen mußte, traf mit den Kolonien auf eine Fremde…die aber genau aufgrund der Grenzenlosigkeit sowie der eigenen Angst um ein kollabierendes nationales Ich als Bedrohung der physischen und psychischen Integrität gedeutet wurde. Alle Kolonialvisionen durchzog immer wieder diese Spannung zwischen Deutschtum und Afrikatum, Faszination und Tllgung des Fremden.“ (Kundrus, S. 282)

    Dieses gilt umso mehr, als es keine traditionelle Orientierungsmuster gegenüber den Kolonien im Deutschen Reich gab, die ein empirisch fundierte Handlungsmuster gegenüber den Kolonien bereitgestellt hätte wie beispielsweise in GB.

    Dieser kolonialpolitische Diskurs im Deutschen Reich hatte massive Auswirkungen nicht nur für die Sicht auf die auch teil rassistisch motivierte Behandlung der Afrikaner, sondern ebenso auf die deutschen Kolonisten. Von Seiten der Kolonialräsonierenden im Deutschen Reich wurde den Kolonisten - auch im Sinne eines Vorurteils - eine nicht unerheblich Skepsis entgegengebracht und ihnen unterstellt, dass sie mit Betreten des „Schwarzen Kontinents“ die Ansprüche nach Überlegenheit gegenüber den „kulturelle tieferstehenden Afrikanern ablegen würden.

    Insofern fühlte man sie im Deutschen Reich aufgerufen, den als potentiell unfähig eingeschätzten deutschen Siedler für die Durchsetzung des "weißen" Überlegenheitsanspruchs, eine mentale und normative Orientierung zu bieten. Diese Sicht lief auf eine aus dem Deutschen Reich verstärkte Kampagne hinaus, die Segregation der Kolonisten gegenüber der einheimischen Bevölkerung durchzusetzen und teilweise durch eine entsprechende Gesetzgebung zu kodifizieren. (Kundrus, S. 283)

    Erst mit der Wahl von Bülow zum Kanzler (1907) hatte sich der koloniale Diskurs zunehmend mit einem aggressiven Nationalismus verbunden und „die gewaltsamen Konflikte mit den Afrikanern erschütterten die kollektive nationale Selbstdeutung der Kolonialräsonierenden wie die Politik nachhaltig, weil sie die Ahnung von niemals ungebrochener Macht zur Erfahrung werden ließ.“ (Kundrus, S, 292).

    Und sie spiegeln auch die konträre Diskussion im Reichstag und in der Öffentlichkeit wider über die Kriegsführung gegenüber den Herero und Nama und der kritischen politischen Bewertung der Ereignisse in DSWA.

    Vor diesem Deutungsraster wird eher plausibel, dass es auch ökonomische Interessen in DSWA waren, die zu den Konflikten zwischen den Siedlern und den Afrikanern geführt haben. Es wird aber auch deutlich wie die ideologischen Ansprüche des jüngsten und in Europa mächtigsten Nationalstatt als Großmacht zu agieren, die Durchsetzung des nationalen Interesses zwingend erforderte.

    Ein politisches und /oder militärisches Scheitern in DSWA hätte dem deutschen Großmachtprestige massiven Schaden zugefügt und erklärt die Konsequenz des Einsatzes von militärischen Mitteln und seine Anordnung und Legitimation durch Kaiser und Generalstab.

    Gann, Lewis Henry; Duignan, Peter (1975): Colonialism in Africa. The Economics of Colonialism. Cambridge [etc.]: Cambridge University Press
    Hobson, Rolf (2004): Maritimer Imperialismus. Seemachtideologie, seestrategisches Denken und der Tirpitzplan, 1875-1914. München: R. Oldenbourg
    Knoll, Arthur J.; Hiery, Hermann (2010): The German colonial experience. Select documents on German rule in Africa, China, and the Pacific 1884-1914. Lanham, Md.: University Press of America.
    Kundrus, Birthe (2003): Moderne Imperialisten: das Kaiserreich im Spiegel seiner Kolonien. Köln, Weimar, Wien: Böhlau.
    Lowe, John (1994): The Great Powers, Imperialism, and the German Problem, 1865-1925: Routledge.
    Pakenham, Thomas (2015): The Scramble for Africa. London: Abacus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juli 2016
  16. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Eine Antwort von Gesine Krüger auf die Thesen von Schneider-Waterberg im Spiegel. Ihre Kritik kann man wohl als zutreffend einschätzen.

    Unbelehrbare alte Männer. ?Der Spiegel? und der deutsche Kolonialkrieg in Namibia – Geschichte der Gegenwart

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gesine_Kr%C3%BCger_(Historikerin)

    vgl. Diss, die als pdf zur Verfügung steht.

    https://opacplus.bsb-muenchen.de/metaopac/search?View=default&db=100&id=BV012596218

    Und dann noch die Liste der empfehlenswerten Bücher zu Namibia des Deutschen Historischen Museums.

    Namibia - Deutschland

    So schreibt das Museum:
    Im Folgenden sind einige Bücher aufgeführt, die einen Einstieg oder eine Vertiefung in das Thema "Deutschland – Namibia" ermöglichen:

    Ansprenger, Franz: Geschichte Afrikas. München 2002. Die Geschichte des Kontinents wird anhand ausgewählter Aspekte und Regionen dargestellt. Der Schwerpunkt liegt auf der politischen und zeitgenössischen Geschichte, Afrikaner werden als Akteure und nicht nur als Spielbälle europäischer Täter gesehen.

    Bley, Helmut: Kolonialherrschaft und Sozialstruktur in Deutsch-Südwestafrika 1894 bis 1914. Hamburg 1968. Kritische Sozialgeschichte Südwestafrikas während der deutschen Kolonialzeit. Bleys und Drechslers (s. dort) Arbeiten gehören zu den ersten wissenschaftlichen Arbeiten, die den Mythos vom „relativ humanen deutschen Kolonialismus“ widerlegten.

    Drechsler, Horst: Südwestafrika unter deutscher Kolonialherrschaft. Berlin (DDR) 1966. Umfang- und faktenreiche Untersuchung der Ursachen und der Vorgeschichte des Krieges der Nama und Herero auf Basis der Akten des Reichskolonialamtes.

    Förster, Larissa / Henrichsen, Dag / Bollig, Michael (Hg.): Namibia - Deutschland. Eine geteilte Geschichte. Widerstand - Gewalt - Erinnerung, Wolfratshausen 2004.

    Gründer, Horst (Hg.): "...da und dort ein junges Deutschland gründen." Rassismus, Kolonien und kolonialer Gedanke vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. München 1999. Nicht nur Quellen zum Krieg der Nama und Herero, sondern dem Titel entsprechend eine umfassende Quellensammlung mit ausführlichen Einleitungen zu den einzelnen Kapiteln.

    Gründer, Horst: Gründer Horst: Geschichte der deutschen Kolonien. 3. Auflage, Paderborn 1995. Nach wie vor die Standarddarstellung zur deutschen Kolonialgeschichte.

    Iz3w (Informationszentrum 3. Welt) Freiburg, März 2004: Nicht vergeben, nicht vergessen. Deutscher Kolonialismus I. April/Mai 2004: Eine verklärte Geschichte. Deutscher Kolonialismus II. Knapper und sehr informativer Überblick über die aktuelle Debatte in zwei Ausgaben.

    Krüger, Gesine: Kriegsbewältigung und Geschichtsbewusstsein, Realität, Deutung und Verarbeitung des deutschen Kolonialkriegs in Namibia 1904 bis 1907. Göttingen 1999.

    Mamozai, Martha: Schwarze Frau, weiße Herrin. Frauenleben in den deutschen Kolonien. Hamburg 1989. Geschichte des deutschen Kolonialismus unter geschlechtergeschichtlicher Perspektive. Ein Klassiker.

    Rüdiger, Klaus H.: Die Namibia-Deutschen. Geschichte einer Nationalität im Werden (Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte 56). Stuttgart 1993. Spannende Lektüre zum Verhältnis von Deutschen/Deutschstämmigen gegenüber dem Land, den Afrikanern, der Geschichte und Deutschland.

    Zimmerer, Jürgen / Zeller, Joachim: Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg (1904-1908) in Namibia und seine Folgen. Berlin 2003
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2016
  17. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Ich bin immer wieder verwundert über die Einseitigkeit deiner Literaturauswahl. Aber du hast es ja bereits zum Ausdruck gebracht, Nuhn und andere sind für dich Hobby-Historiker. Nuhn zB sieht in seiner Schlußbetrachtung auf S.350 den Trothaschen Befehl als "Absicht" zur "physischen Vernichtung des Hererovolkes und damit als Völkermord, Genozid".
    Wieso verunglimpfst du also solche Autoren, übernimmst aber unbesehen Autoren aus der DDR-Zeit, von denen wir wissen, daß sie keine freie Forschung veröffentliche konnten, die nicht Systemkonform war? Und Gesine Krüger schreibt nun über, "unbelehrbare alte Männer". Was für eine Überheblichkeit!
    Sicherlich muß man bei Schneider-Waterberg auch Vorsicht walten lassen. Auch ich sehe bei ihm einiges, daß durchaus apologetisch scheint. Zumindest hatte er aber Zugang zu Trothas Tagebüchern. Gesine Krüger hatte das nicht. Natürlich ist es keine Verschwörungstheorie, wenn sie sich darüber beklagt, daß nur konforme Forscher Zugang haben und keine Trotha-kritischen!
    Ich hatte meine Kritik bereits zu den Zahlen angebracht. Du folgst den Drechslers und Co. die möglichst hohe Verlustzahlen geben, 80.000, 100.000, bar jeder Realität und wider allen Aussagen von Menschen vor Ort. Du folgst denen, für die es ein Genozid gewesen sein muß, am besten das Vorspiel für den Holocaust. ich bestreite nicht von Trothas Brutalität und ich lehne auch nicht generell eine genozidale Absicht von ihm ab. Der Konflikt besteht aber nicht nur aus den wenigen Wochen von Trothas Befehl. Der Befehl wurde von der Reichsregierung kassiert, die Inhaftierten schließlich nach Ende des Krieges freigelassen. Ich hatte mehrfach die Brutalität angesprochen und es als Kolonialverbrechen bezeichnet. Eine vernichtung des Herero- und Namavolkes gab es aber nicht. Aber allein solche Äusserungen sind wahrscheinlich für dich und die Krügers dieser Welt apologetisch oder verharmlosend.
     
  18. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Um die Literatursammlung abzurunden, sollte noch auf den Beitrags des Nachfolgers von Brigitte Lau, Werner Hillebrecht, hingewiesen werden.

    Er setzt sich insbesondere mit Laus Thesen, sowie einigen davon, die bereit Sudholt brachte, auseinander.

    ‘Certain uncertainties’ or Venturing progressively into colonial apologetics?
    Journal of Namibian Studies, 1 (2007): 73–95

    Im Internet zu finden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2016
  19. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Irgendwie scheinst Du nicht richtig gelesen zu haben. Es ist der Literaturvorschlag des Deutschen Historischen Museums.

    Ich bin bisher noch niemandem gefolgt, da ich erst anfange über das Thema zu schreiben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2016
  20. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Drechsler ist für den Farmer Schneider-Waterberg lediglich ein stalinistischer Geschichtenschreiber. Einer der gern benutzten Vorwürfe lautet, dass Drechsler sich lediglich auf das "blue book", eine rein britische "Geschichtsfälschung" stütze. Abgesehen davon, dass es Evaluierungen der im blue book zitierten Quellen gibt, geht das Argument im Kern fehl, da Drechsler wesentlich auf deutschen Quellen und Archiven basiert. Die Vorwürfe sind Teil der Schlammschlacht.

    Hier noch ein weiterer link zu einem Beitrag von Hull (Autorin von "Absolute Destruction"):

    The military campaign in German Southwest Africa, 1904 – 1907 and the genocide of the Herero and Nama
    Isabel V. Hull
    http://134.147.247.26/ojs/index.php/JNS/article/viewFile/96/68

    Hull ist natürlich auch ein rotes Tuch für die Namibia-Connection, so nannte mW ein Historiker die Beziehungen um Schneider-Waterberg, die auch die monatelangen Jagdkommandos auf die Rest-Hereros, die nicht an der Waterberg-Kampagne teilgenommen haben (da gibt es "Schlachten" ohne einen einzigen deutschen Verlust im GenStW, eben Massenmorde auf Basis der Oktober-Proklamation), oder die "Lager" als militärisches Erfordernis bezeichnet haben.
     

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