Voraussetzungen für die Entstehung mittelalterlicher Städte

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Evermore, 28. Mai 2012.

  1. Evermore

    Evermore Neues Mitglied

    Hallo,
    ich muss nächste Woche über "das Werden der mittelalterlichen Stadt" referieren. Ich habe schon fast alle Informationen zusammen, nur bei den Voraussetzungen für die Enstehung habe ich Probleme. Nach langer Suche habe ich dies herausgefunden:

    Stimmt das? Würdet ihr es noch ergänzen? Wenn ja, wie? Bitte helft mir!

    Danke,
    Evermore
     
  2. Hobbes

    Hobbes Neues Mitglied

    An sich schon nicht schlecht.
    Allerdings fehlen mir doch noch ein wenig die Aspekte der Lehnsherrschaft und der damit verbundene Spruch "Stadtluft macht frei".

    Außerdem sollte erwähnt werden, dass die Städte selbst im Spätmittelalter noch sehr klein waren (ca. 95% der Städte hatten weniger als 2000 Einwohner).
    Städte entstanden generell im Umfeld einer Burg oder eines Klosters, in/an ehemals römischen Verwaltungen oder bereits bestehenden Handelsstraßen und Flussüberquerungen.
     
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  3. ketzer97

    ketzer97 Neues Mitglied

    Wo hälst du das Referat denn? In der Schule, an der Uni?

    Ansonsten vielleicht auf noch die Forcierung der Stadtentwicklung durch Grundherren (Bsp.: Heinrich der Löwe) hinweisen, dann noch das Thema "Städte als Stütze des Kaisertums" streifen, wenn du mehr Zeit hast vielleicht ein Porträt einer Metropole der Zeit (Paris, Köln, Mailand...)...
     
  4. Evermore

    Evermore Neues Mitglied

    Hallo Hobbes,
    vielen Dank für deine Antwort! Ich habe meinen Vortrag noch etwas ergänzt und den Spruch "Stadluft macht frei nach Jahr und Tag" einfliessen lassen.
    Über die Enstehungsmöglichkeiten (um Herrschaftszentrum, Kloster, auf antiken Ruinen...) spreche ich auch.
    Du hast mir sehr geholfen! :)

    Hallo Ketzer,
    danke, dass du mir geantwortet hast!
    Ich halte das Referat am Dienstag in der Schule, für das Fach Geschichte.
    In meinem Vortrag werde ich vieles (Stadtmauer, Marktplatz, etc.) am Beispiel Wiens erklären. Ich wohne schließlich nicht nur in Wien, sondern es bietet sich auch gleichzeitig sehr als Exempel an.
    Liebe Grüße und herzlichen Dank,
    Evermore
     
  5. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nun,der Schutz den eine befestigte Stadt gegenüber einem unbefestigten oder nur schwach befestigten Dorf hatte war in den unsicheren Zeiten auch nicht zu verachten.
    Zum Teil gab es ja Mauerbürger, die in umliegenden Dörfern wohnten und im Gefahrenfall die Verpflichtung hatten,bestimmte Abschnitte der Stadtmauer zu verteidigen,dafür aber dann auch Schutz in der Stadt fanden.Insoweit hatte die Gründung einer Stadt auch eine strategische Funktion.

    Hinzu kam der wirtschaftlsgeographische Aspekt ,der zur Gründung vieler Städte an Knotenpunkten von Fernhandelsstrassen und Flüssen führte .
     
  6. hardy73

    hardy73 Neues Mitglied

    @ Evermore

    zu Landwirtschaft....das mittelalterliche Klimaoptimum spielt da ebenfalls eine Rolle und ist erwähnenswert

    zu den Stadtgründungen muss man drei Typen unterscheiden:

    1. Weiterführung römischer Siedlungen....z.B. Trier, Köln, Regensburg usw.
    2. Entstehung aus Früh- und Vorformen frühmittelalterlicher stadtähnlicher Siedlungen an Burgen, Pfalzen, Marktflecken (häufig anFurten und Kreuzungen) und Handwerkersiedlungen...z.B. Hamburg, Magdeburg, Erfurt, Prag usw.
    3. Neugründungen, meist im Zuge der deutschen Ostexpansion....z.B. Lübeck, Greifswald, Strahlsund und Wismar usw.

    Die Besonderheit hierbei ist einerseits das Stadtrecht und andererseits die Stadtmauer, deshalb sind z.B. bedeutende westslawische Siedlungen wie Alt- Lübeck (Lubice) oder die Brennaborg (Bramborska) noch nicht als Stadt anzusehen, obwohl ihre Topografie einer mittelalterlichen Stadt entsprach. Entscheidend ist hier das verliehene Stadtrecht.

    Lübeck gilt dabei als Prototyp der abendländischen Gründungsstadt.

    Als Literatur kann ich dir hier
    Günter P. Fehring, Archäologie des Mittelalters. Weiterstadt,2000, 150ff oder

    Lübecker Schriften zur Archäologie und Kulturgeschichte LSAK
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  7. Brahmenauer

    Brahmenauer Mitglied

    Ich möchte einen mE sehr interessanten Städteforscher hinzufügen:

    Karlheinz Blaschke: Stadtgrundriss und Stadtentwicklung, Städteforschung A/44, 1997

    Dieser Band stellt mehrere Veröffentlichungen von KH Blaschke zusammen, die über viele Jahre erschienen:

    -Nikolaipatrozinium und städtische Frühgeschichte
    - Altstadt-Neustadt-Vorstadt. Zur Typologie genetischer und topographischer Stadtgeschichtsforschung
    -Studien zur Frühgeschichte des Städtewesens in Sachsen
    -Kirchenorganisation und Kirchenpatrozinien als Hilfsmittel der Stadtkernforschung
    -Sprachliche Hilfsmittel der Stadtkernforschung. Deutsche Fachbegriffe aus der Entstehung der hochmittelalterlichen Städte
    -Wie liest man einen Stadtplan?
     

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